Samstag, 27. Februar 2021
Montag, 25. Januar 2021

Paul Pigorsch ist noch immer gierig aufs Schießen

Von unserem Mitarbeiter Norbert Töpfer

Der Süptitzer Trapschütze geht trotz der Ungewissheit wegen Corona motiviert in die neue Saison.

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Süptitz. Es ist bei jedem Gespräch mit Paul Pigorsch das Gleiche. Der 29-jährige Trapschütze der deutschen Nationalmannschaft ist die Ruhe in Person. Auch wenn er wegen der kommenden Saison angesprochen wird, die aufgrund der Corona-Pandemie wackelt und damit die anspruchsvollen Ziele des Süptitzers in Gefahr sind. Der Sportpolizist hat mit seiner Einstellung offenbar Erfolg: Immerhin schießt er bereits zehn Jahre für die Nationalmannschaft.

Oft war der Nordsachse bei Weltcups der bestplatzierte Deutsche. Sein Höhepunkt: Im Februar 2019 belegte er beim Weltcup in Al-Ain (Vereinige Arabische Emirate) Rang drei. Das reichte nicht für die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Rang zwei hätte die Fahrkarte für Tokio bedeutet. Doch Pigorsch hat noch eine Chance: Der Süptitzer muss bei den Europameisterschaften in diesem Jahr der beste Schütze unter denjenigen sein, die noch kein Ticket für Japan besitzen. Doch ob die Olympischen Spiele stattfinden können, weiß in diesen Corona-Zeiten keiner.

Pigorsch natürlich auch nicht. „Aber ich mache mich nicht verrückt mit solchen Gedanken. Ich versuche, mich auf die Europameisterschaft im Mai zu konzentrieren. Und wenn jetzt wie zuletzt Lehrgänge der Nationalmannschaft wegen Corona abgesagt werden müssen, trainiere ich eben in Neiden. Zum Glück habe ich dort einen Trainingskameraden mit dem amtierenden Deutschen Meister Marco Kroß, so dass ich nicht allein auf dem Schießstand des SSC üben muss. Und die wegen Corona geforderten Sicherheitsabstände können wir auf dem Schießplatz einhalten.“

Außerdem ist während der Trainingseinheiten meist auch der Neidener Trainer Andreas Murche vor Ort. Das Training bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stört die Schützen nicht. „Ich habe keine Handschuhe gebraucht“, verrät Pigorsch. Das Duo kann trotz der Corona-Pandemie auf dem Schießplatz des SSC Neiden üben, weil die Jungs beide Nationalmannschaftsmitglieder sind.

Pigorsch hat auch regelmäßigen Kontakt mit einem Psychologen. „Ich finde das wichtig, denn auch der Schießsport ist eine Kopfsache. Bei den wichtigen Wettkämpfen können wir uns keine Fehlschüsse leisten“, erklärt der Süptitzer, der neben dem SV Bärensäule Weidenhain ein Zweistartrecht für die SGi Frankfurt/Oder hat. Er hat derzeit drei Trainer. „In Frankfurt werde ich von Karsten Beth betreut. Dazu kommt Bundestrainer Uwe Möller. Nach dessen Plänen absolviere ich mein Training. Und dann habe ich auch noch Kontakt mit Karsten Bindrich, dem Trap-Weltmeister von 2003, der mir schon wertvolle Tipps gegeben hat.“

Für Pigorsch haben sich in den vergangenen Jahren die Familienverhältnisse sehr positiv verändert. Denn der 2,03-Meter-Mann hat inzwischen Familie. Er ist stolz auf seine Söhne Franz (4) und Simon (1). Und Pigorsch freut sich, dass seine Frau so viel Verständnis für den zweifellos aufwendigen Leistungssport hat. Immerhin ist der Trapschütze viele Wochen im Jahr bei Wettkämpfen und in Trainingslagern unterwegs. Und in den Wintermonaten, in den Pigorsch als Polizist im Schichtsystem arbeitet, sei es auch schwierig, ein geregeltes Familienleben zu führen. „Ich freue mich darüber, dass es uns das trotzdem gelingt“, erklärt der Nationalmannschaftsschütze. 

Die Frage, wo er sich und seine Leistungen derzeit international einordnet, ist schwierig zu beantworten. „Wir dürfen seit Monaten wegen Corona keine Wettkämpfe bestreiten. Deshalb ist es schwierig, mein Leistungsvermögen einzuschätzen. Ich fühle mich in der Lage, bei Weltcups, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften für das Finale der besten Sechs zu qualifizieren.“

Obgleich Pigorsch schon zehn Jahre international mitmischt, fühlt er sich noch nicht zu alt. „Ich gehöre zu den jüngeren Sportlern in der mittleren Gruppe - vom Alter her gesehen. Deshalb glaube ich, dass meine beste Zeit noch kommt. Und das genau motiviert mich, knallhart zu trainieren. Und was dazu kommt: Ich habe auch nach den vielen Jahren noch immer Lust aufs Trapschießen.“

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