Samstag, 27. Februar 2021
Montag, 25. Januar 2021

"Wir haben viel aus dem ersten Lockdown gelernt"

Nicht nur der Online-Unterricht prägte in der letzten Zeit den Alltag der Freien Schule - auch die Arbeiten am naturwissenschaftlichen Kabinett sowie der neuen Schulaula gehen voran. Christian Pirl zeigt stolz das Erreichte. Foto: Bärbel Schumann

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Nicht aufgeben, sondern aller Widrigkeiten zum Trotz noch etwas Positives aus der Krise ziehen: Die Freie Schule Montessori hat von früheren Erfahrungen profitiert und ihren Online-Unterricht angepasst.

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Wie läuft eigentlich der Online-Unterricht an einer freien Schule, innerhalb deren Konzept unter normalen Umständen individueller und altersübergreifender Unterricht großgeschrieben wird? Christian Pirl, Geschäftsführer des Vereins Pro Montessori e. V., erklärt im TZ-Gespräch, wie der virtuelle Unterricht an Grund- beziehungsweise Oberschule aussieht. 

Wie wird der Online-Unterricht an der Grundschule umgesetzt? 

Es gibt für alle Klassen einen jeweiligen Wochenplan, den die Eltern von unserem Server herunterladen und ausdrucken können. Danach können sich dann Schüler und Lehrer richten und den anstehenden Stoff abarbeiten. Wenn Familien keinen Rechner oder Drucker haben, drucken wir die entsprechenden Materialien aus, bringen diese vorbei, schicken sie per Post oder sie werden hier abgeholt. 

Der digitale Unterricht erfolgt bei uns über die HPI Schulcloud. So wird beispielsweise in der dritten und vierten Klasse Englisch per Videokonferenz unterrichtet, in Form von Sprachübungen und ähnlichem. Auch die Kinder, die in der Notbetreuung sind, nehmen daran teil. Die Kinder sehen die Lehrer also ebenfalls in einer Videokonferenz, sodass alle Schüler denselben Unterricht erhalten. Zudem werden zusätzliche Videokonferenzen oder Telefonate mit den Kindern und auch Eltern veranstaltet, um sich ihre Feedbacks einzuholen: Wie kommen sie mit dem Online-Unterricht klar, wie kommen sie mit dem Stoff voran, wie ist der Schwierigkeitsgrad und so weiter. 

Und wie sind die Rückmeldungen der Schüler, Eltern und Pädagogen? 

Ein Fazit ist, dass wir viel aus dem ersten Lockdown gelernt und sowohl technische als auch organisatorische Voraussetzungen verändert haben. Dadurch funktioniert der Heimunterricht besser als im ersten Lockdown. Von Schülern und Eltern bekommen wir zum Beispiel die Rückmeldung, dass besonders die Wochenpläne sich sehr bewährt haben und sehr hilfreich bei der Abarbeitung der Aufgaben sind. Das größte Problem der Kinder mit dem Online-Unterricht ist, dass sie sich gegenseitig sehr vermissen. Da fehlt einfach der persönliche Kontakt. Für die Pädagogen ist es eine Herausforderung, dass der Unterrichtsstoff ständig flexibel angepasst werden muss, je nachdem, wie die Schüler voran- und mit dem Unterrichtsstoff klarkommen. 

Wie läuft der Unterricht in der Oberschule ab? 

In der Oberschule läuft es ähnlich, auch hier haben die Schüler Zugang zu unserem Server. Wir haben vorher bei allen Schülern die technischen Voraussetzungen zu Hause abgefragt und welches ihr Lieblings-Kommunikationsmittel ist. 

Welche Vorgehensweise wird bei Kindern gewählt, die mit dem Online-Unterricht nicht so gut umgehen können oder technisch nicht so gut ausgestattet sind? 

Es nehmen alle teil, so wie es ihnen mit ihrer Ausstattung möglich ist. In Fällen, in denen die technischen Voraussetzungen nicht so gut sind oder ihnen der virtuelle Unterricht nicht so liegt, suchen die Lehrer häufig das Gespräch über Telefon und versuchen auf diese Weise, das Kind mit einzubeziehen. Hier gibt es vor allem einen Unterschied in der Vorgehensweise zwischen den unterschiedlichen Klassenstufen. In der fünften und sechsten Klasse kommt es noch häufiger vor, dass die Lehrer die Schüler anrufen und sie fragen, wie sie zurechtkommen. Ab der siebten Klasse wird der Unterricht jedoch fast ausschließlich online über die HPI Schulcloud durchgeführt. Den Sport- und Kunstunterricht können wir natürlich nicht digital durchführen – hier erhalten die Schüler entsprechende Hinweise und Anregungen. 

Wie geht es in der nächsten Zeit mit dem Unterricht weiter? 

Unsere 10. Klasse ist nun seit letzter Woche wieder da und wir hoffen, dass wir baldmöglichst wieder alle zusammen lernen können. Auf jeden Fall können wir sagen, dass wir aus den Erfahrungen, die wir im Moment mit dem Online-Unterricht und den Wochenplänen sammeln, für die Zukunft lernen und davon profitieren können. Wir können nun gut einschätzen, was sich bewährt hat und was nicht.


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