Donnerstag, 5. August 2021
Mittwoch, 3. Februar 2021

Neuer Band "Festung Torgau" in Verbindung mit der LAGA 2022

BuchcoverFoto: Repro: TZ

Von Dr. Uwe Niedersen

Torgau. „Festung Torgau“ in Verbindung mit der LAGA 2022: Der Förderverein Europa Begegnung arbeitet am Band „Wasserbautechnik und Wassermanöver“ und will Führungen anbieten.

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Wasser gibt es in Torgau zuhauf. So ist es nicht verwunderlich, dass die außerhalb und in der Stadt so überreich vorhandenen Wasserführungen, das waren ein Strom sowie mehrere Gräben und Teiche, ein bedeutendes Element zur Verteidigung der sächsischen Elb- und Landesfestung und danach der preußischen Festung Torgau darstellten. Es ist das Wasser in und um unserer Stadt, welches für Torgau als Festungsstadt im 19. Jahrhundert wesentlich war. 

Wasser soll mit dem 4. Band der Reihe „Festung Torgau“ des Fördervereins Europa Begegnungen unter dem spezifischen Titel „Wasserbautechnik und Wassermanöver“ veröffentlicht werden. Damit setzen wir auch einen inhaltlichen Schwerpunkt für touristische Anreize, Begehungen vor Ort und erreichen damit die Landesgartenschau (LAGA), ein für Torgau wichtiges Vorhaben. 

Tatsache ist, dass das Nutzgelände der in Torgau 2022 zu eröffnenden LAGA in einem direkten Zusammenhang mit der ehemaligen sächsischen beziehungsweise preußischen Festung unserer Stadt steht. Es ist das Glacis, ein die Stadt umschließender grüner Gürtel, ein mit Baum- und Strauchbewuchs vom damaligen Festungswall und -graben wegneigendes Gelände.

Dieser Glacisfläche schließen sich in Richtung Schwarzer Graben mehrere Wasserflächen an. In der Fachsprache heißen die schleusentechnisch bewässerten Flächen, welche einen feindlichen Festungsangriff erschweren sollten, Inundationsbecken. Auf den Wasserflächen sind wir als Schüler im Winter in den 50er Jahren Schlittschuh gelaufen und im Sommer, die Flächen waren dann meist ohne Wasser, haben Frauen darauf Wäsche getrocknet.

Weil sich die Landesgartenschau auf dem ehemaligen Gelände der Festung Torgau ausdehnt, gilt es, neben den Parkbegehungen mit ihrer zu empfindenden Harmonie bei der Naturschau und den Gartenspaziergängen, möglicherweise unter dem Thema: „Was blüht denn da?“ auch das Festungsglacis und die Inundationen als Überschwemmungsflächen zusammen mit dem Schwarzen Graben zu behandeln.

Wir als Förderverein Europa Begegnungen schlagen vor, die Verbindung von „Festung, Wasser und Garten“ namentlich die Wasserbautechnik und die damals ausgeführten Wassermanöver der sächsischen und der preußischen Festung Torgau, als einen zwar sekundären, aber immer noch Mithöhepunkt durch Führungen im Rahmen der Gartenschau anzubieten.

Weil wir im Verein über die Festung Torgau Wissen ersten Ranges erworben haben und die Torgauer Landesgartenschau mit der Geschichte der Befestigung der Stadt in einem Bezug steht, ergibt sich hieraus die Aufgabe, eine Tourismus-Optimierung vorzunehmen. Garten, Festung und Militär sind den Gästen, neben der Gartenschau selbst, in ihrem Zusammenhang darzubieten.

Im Förderverein Europa Begegnungen sind wir dem Gedanken einer Tourismus-Optimierung nachgegangen und haben deshalb beschlossen,

- „Garten und Festung“ durch unseren Verein in Form von Führungen fachkundig anzubieten sowie

- wie bereits gesagt, den bereits durch uns vorgelegten drei Bänden zur Festung Torgau, einen vierten Band folgen zu lassen.

Wie bemühen uns, den 4. Band Festung Torgau „Wasserbautechnik und Wassermanöver“ mit der Eröffnung der Landesgartenschau der Torgauer Bürgerschaft und den zu erwartenden Gästen pünktlich zu übergeben.

 

Um allen Interessierten schon einmal aufzuzeigen, wie der im neuen Festungsband aufgegriffene Wasserbau den Zusammenhang der früheren Festung Torgau und der Landesgartenschau herstellt, sei auf das  Schema „Wall-Querschnitt mit der Lage von Glacis und Wasserbecken“ auf dieser Seite verwiesen. Die Glacisfläche lag feind- oder feldwärts und zwar direkt hinter dem kleinen Wall, jenseits der Hauptwallanlage mit dem Wallgraben. Die Breite dieses grünen Festungsgürtels betrug etwa 80 Meter. Danach wurden die vor dem Schwarzen Graben liegenden Inundationsbecken, in Torgau insgesamt vier an der Zahl, erreicht. Die Wasserhöhe in den bewässerten Flächen war zwischen einem halben bis zu einem Meter.

Das Gelände der Landesgartenschau belegt, (etwa) vom Torgauer Ruder- beziehungsweise Kanuverein an, von der Elbe sich entfernend, dann zur Wolffersdorffstraße hinziehend bis zur Geschwister-Scholl-Brücke, vor allem die Glacisflächen und die dazugehörigen Inundationsbecken IV und III der einstigen Festung. Reste des Hauptwallgrabens sind bei der Schlachthofstraße noch zuerkennen, besonders ist dabei die rechte Flankenkasematte der Bastion VII nicht zu übersehen.

Das Wasser zum Befüllen der Wallgräben der Festung Torgau kam stets von den westlich der Stadt gelegenen Quellgebieten. Ihr wassertechnisch geregeltes Abfließen erfolgte in Richtung Osten, letztendlich dann in die Elbe hinein. Der Große Teich diente, neben seiner Funktion, ein Fischteich zu sein, als Wasserreservoir. Noch heute sind es dort drei Flut-Schleusen erkennbar. Sie sind der Stadt, also nach Osten, zugewandt und hatten die Funktion, die Wasserstände in den Wallgräben und Inundationsbecken mit zu regulieren. Für die Feinregulierung mittels spezieller Technik gab es gesonderte kasemattierte und armierte Schleusen in den Schleusenlünetten am westlich der Stadt fließenden Schwarzen Graben. Diesedrei Lünetten waren erbaut worden am heutigen Königsbad (Steuerbüro), an der Eilenburger Kreuzung (Musikschule) und am „Mückenkaffee“, hier die Schleusenlünette III, die ab 1859 Lünette Wolffersdorff genannt wurde.

Der von Architekt Norbert Lange und vom Autor dieses Beitrages zu schreibende 4. Band der „Festung Torgau“ wird für die Leser eine hochinteressante Angelegenheit. Durch den Einsatz vieler Abbildungen wird für jeden Verständlichkeit erreicht. Die auf der Titelseite des neuen Festungsbandes zu sehende Staumauer (Batardeau), wird dann im Buch in ihrer Funktion, Wasserstandsregulierungen nahe der Elbe vorzunehmen, genau erklärt.

Aufruf

Die Vorbereitungsarbeiten zur LAGA ?umfassen auch den Erhalt und die Restaurierung der militärischen Denkmäler im Glacis. Wir als Förderverein Europa Begegnungen unterstützen dieses Anliegen nach Kräften. Zu beachten ist hierbei auch das linkerseits Richtung Bahnhof gelegene, heute zerfallene Denkmal für den Festungskommandanten Generalmajor Julius von Koethen (1815-1899). Um eine Ansicht, eine Abbildung des Denkmals zu erhalten, standen wir mit etwa zehn Archiven und mit der Freimaurerloge Halle in Verbindung.

 

Das Porträtfoto des von Koethen haben wir bereits ausfindig gemacht. Allerdings konnte bisher noch keine Zeichnung oder Abbildung des einstigen Denkmals vorgelegt werden. 

Torgauer, wir benötigen Ihre Hilfe! Haben Sie zu Hause ein Privatfoto oder eine Zeichnung von vor 1945, welches das Denkmal am Weg zum Bahnhof, links, nahe Russenfriedhof, abbildet? 

 

Dann rufen Sie bitte an: 03421715647 oder schreiben eine E-Mail an ostwest@online.de benutzen. Auch das Büro des Vereins in der Schlossstraße ist besetzt. 

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