Montag, 21. Juni 2021
Freitag, 5. Februar 2021

Susanne Melchior:"BaLi.CityCard - gute Perspektive"

Susanne Melchior vom Handels-, Handwerks-, und Gewerbeverein Bad Liebenwerda e.V. über die City-Card.Foto: Foto: Anna Thiere

Von unserem Redakteurin Anna Thiere

Diese Woche spricht Susanne Melchior, Vorsitzende des Handels-, Handwerks-, und Gewerbeverein Bad Liebenwerda e.V., über die Sorgen der Einzelhändler im Lockdown und den Mehrwert den ein Städtegutschein bringt.

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SWB: Frau Melchior, wie funktioniert die BaLi.CityCard denn genau und was ist das Besondere daran?
Susanne Melchior: Die BaLi.CityCard ist ein Gutscheinsystem, welches es erlaubt, nicht nur in einem Geschäft damit einzukaufen, sondern das aufgeladene Guthaben bei allen teilnehmenden Partnern einzulösen. Die Gutscheine können momentan an fünf Stellen, u.a. bei der Sparkasse oder der Tourist Information erworben und aufgeladen und bei über 25 Einzelhändlern, Gastronomen und Dienstleistern der Innenstadt eingelöst werden ohne, dass man vorab festlegen muss für welches Geschäft, der Gutschein gelten soll. Damit ist der Stadtgutschein auch immer das passende Geschenk für jeden Anlass. Eine Übersicht aller teilnehmenden Partner findet man unter www.bali-citycard.de. Unsere BaLi.CityCard kann aber noch mehr: Einige Betriebe nutzen den Gutschein zur Auszahlung steuerfreie Sachbezüge, von bis zu vierundvierzig Euro im Monat, an ihre Mitarbeiter. Einmal eingerichtet, können Arbeitgeber damit die BaLi.CityCards ihrer Mitarbeiter monatlich automatisch aufladen.

Wie ist das Feedback der Einzelhändler?
Durchweg positiv. In den seltensten Fällen bleibt es bei einem Einkauf im Wert des Gutscheines. Die Kunden suchen, eben auch weil sie nicht an einzelne Geschäfte gebunden sind, viel mehr Läden auf und entscheiden sich letzten Endes auch für einen Einkauf, der so nicht geplant war. Auch unser Marketing zielt genau darauf ab. Wir wollen zeigen wie vielfältig die Möglichkeiten sind.

Wie kam es zur Idee der BaLi.CityCard?
Der Gedanke so ein Gutscheinsystem auch in Bad Liebenwerda einzuführen und damit die regionale Wirtschaft unmittelbar und nachhaltig zu unterstützten, begleitet mich schon sehr lange. Obwohl ich im Gewerbeverein mit der Idee auf offene Ohren stieß, war eine Umsetzung aufgrund der hohen Investitionskosten eines solchen Systems lange Zeit nicht darstellbar. Erst mit dem Gewinn eines Preisgeldes der IHK Cottbus bei der City-Offensive Südbrandenburg 2019 in Höhe von 5.000 Euro für unseren Projekt „Unsere Stadt soll leuchten“ stand das notwendige Startkapital zur Verfügung. Weitere Unterstützung wurde uns durch den Innenstadtfonds der Stadt Bad Liebenwerda und der Sparkasse Elbe-Elster als Hautsponsor zugesichert. Nun musste ein für uns passendes Gutscheinsystem gefunden werden. Nach einigen Vorstandssitzungen, Mitgliederbefragungen und großem ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder planten wir den Start zum Stadtfest im Mai 2020. Leider machte uns der verordnete Lockdown einen ordentlichen Strich durch die Rechnung und wir konnten schließlich erst im November 2020 starten und die ersten Gutscheine gerade noch vor dem Weihnachtsfest verkaufen.

Das klingt alles in allem nach viel Arbeit.
Da haben sie wahrlich Recht – der Aufwand war, gerade zum Anfang, nicht unerheblich. Ohne die Unterstützung der Vereinsmitglieder, die ehrenamtlich sehr viel Zeit investiert haben, wäre das so nicht möglich gewesen. Besonders unser Vorstandsmitglied Ronny Weidner, welcher mit seiner Werbeagentur siriusmedia, das komplette Marketing übernommen hat, war uns hier eine riesige Hilfe.

Wie ist ihr Fazit nach knapp drei Monaten?
Mittlerweile nehmen neunundzwanzig Unternehmen am Stadtgutschein teil und es wurden schon über 600 Gutscheine verkauft. Das ist für uns ein sehr guter Start. Im Nachhinein gesehen war die Einführung der BaLi.CityCard ein Segen. Durch den erneuten Lockdown mussten viele Einzelhändler wieder ihre Türen schließen, doch durch den Gutscheinverkauf kam zumindest ein bisschen Geld in die Kassen. Einige Geschäfte haben sich während der Pandemie auch neu erfunden. Viele Kunden wissen nicht, dass trotz geschlossenen Türen, es dennoch möglich ist, bei den hiesigen Händlern einzukaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Mut macht mir hier auch der Zusammenhalt in der der Händlerschaft, so unterstützt man sich z.B. gegenseitig beim Präsentieren von Waren. Einige bieten „Schaufenstershopping“ an bei dem der Kunde die ausgestellte Ware telefonisch bestellen, kontaktlos abholen und in Ruhe zuhause probieren kann. Manche haben sich, während der Lockdownzeit mit dem Onlinegeschäft auseinandergesetzt und bieten ihre Waren nun auch im Internet an. Egal welche Variante man nutzt – die Bezahlung mit der BaLi.CityCard ist immer möglich und das Geld bleibt in der Region und die Wirtschaft hier vor Ort wird unterstützt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Lage sich bald entspannt.
Genau. Wir hoffen bald wieder alle normal öffnen zu können und den direkten Kundenkontakt wieder zu haben. Wenn man, wie ich, Einzelhändler mit Leib und Seele ist, fehlt das schon enorm. Der Lockdown geht schon sehr lange, wie viele diesen überstehen steht in den Sternen. Was wir verpasst haben können wir nicht aufholen und es ist verdächtig still im Verein momentan. Ohne Eigenkapital und Rücklagen geht es nicht, die staatlichen Hilfen kommen nur schleppend oder überhaupt nicht. Es ist keine leichte Zeit, in die wir unverschuldet hineingeraten sind. Mit der BaLi.CityCard haben wir aber eine gute Perspektive geschaffen, auf die wir aufbauen können, sobald der Spuk vorbei ist.


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