Montag, 8. März 2021
Montag, 8. Februar 2021

Wintereinbruch in der Region - 1. Fazit zum Winterdienst

Schneebedingt floss der Verkehr auf der B182 in Belgern ruhiger als sonst.

Von TZ-Team

Region. Der Wetterbericht hatte den Wintereinbruch am Sonntag und Montag vorausgesagt. Dass es am Ende aber so viel Schnee werden würde, überraschte die meisten. Für die Winterdienste von Landkreis, Städten und Gemeinden bedeuten die zurückliegenden Stunden Dauereinsatz. Das Team der TZ recherchierte am Montag die Lage in der Region.

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1260 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen sind das Zuständigkeitsgebiet der fünf Straßenmeistereien des Landkreises Nordsachsen. Wie das Landratsamt am Montag mitteilte, ist deren Winterdienst seit dem Wochenende im 24-Stunden-Einsatz, um die Befahrbarkeit dieser Straßen zu sichern. 44 Räumfahrzeuge sowie kurzfristig zur Unterstützung hinzugezogene Dienstleister vor allem aus der Landwirtschaft kämpften und kämpfen demnach gegen Schnee und Eis.

Bis Montag wurden laut Kreisverwaltung 638 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht. Dennoch sei teilweise nur eine Fahrbahn frei, hieß es mit Blick auf die enormen zu bewältigen Mengen. Am meisten zu schaffen mache dem Winterdienst der starke Wind, der überall im Landkreis zu Verwehungen führe und das Räumen behindere, hieß es weiter.

„Problematisch sind auch Schneehaufen, die von Anwohnern auf die Straßen geschoben werden, dort aber grundsätzlich nicht abgelagert werden dürfen“, beschreibt das Landratsamt ein weiteres Problem.

Landrat Kai Emanuel dankte am Montag den Straßenmeistereien, ihren Partnerunternehmen und allen Helfern für das Engagement in dieser für Nordsachsen ungewöhnlichen Witterungssituation: „Sie übernehmen große Verantwortung für die Sicherheit auf unseren Straßen und tun damit auch viel für das Wohl von uns allen.“

Speziell die Straßenmeisterei Torgau ist seit Samstag 19 Uhr im 24-Stunden-Dienst, alle Fahrzeuge sind im Einsatz. Kurzzeitige Technikausfälle gab es an zwei LKW: einmal durch ein gebrochenes Scheibenwischergestänge und das andere mal wegen eines defekten Handbremsventils. Eine besondere Herausforderung war der Schneebruch eines Baumes an der B 87 vor Döbrichau.

Die Straßenmeisterei Dahlen, auch für den südlichen Teil der Torgauer Region zuständig, wechselte bereits am Samstag 3.30 Uhr in den 24-Stunden-Dienst. Auch hier sind alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge auf den Straßen. Erhebliche Schneeverwehungen bis zu 1,5 Metern Höhe gehören hier zu den besonderen Herausforderungen.Scheeverwehungen dieser Höhe mussten auch die Mitarbeiter der Straßenmeisterin Eilenburg meistern. Ein Fahrzeug fiel kurzzeitig mit einem Reifenschaden aus.

Die Straßenmeisterei Delitzsch meldete, dass sich zwei Fahrzeuge festgefahren hatten und geborgen werden mussten und aus Oschatz kam die Meldung, dass Kreisstraßen voll gesperrt werden mussten, die Erreichbarkeit der dort liegenden Ortschaften jedoch gewährleistet ist.

Die Lage in Torgau

Die 23 Mitarbeiter im Winterdienst sind seit Sonntag unermüdlich auf insgesamt 16 verschiedenen Touren in Torgau und den Ortsteilen im Dauereinsatz und werden durch zusätzliches Personal aus anderen Abteilungen unterstützt. Dabei sind sie für 122 Straßenzüge, Straßen mit insgesamt 65 Kilometern Länge, 23 Kilometern an Radwegen sowie Gehwegen mit insgesamt 15 Kilometern einschließlich von Treppen und Fußgängerüberwegen verantwortlich.

Um den Berufsverkehr abzusichern sind die Mitarbeiter bei Wetterlagen wie jetzt ab 3 Uhr morgens im Einsatz. Im Moment lag der Schwerpunkt auf der Schneeberäumung. Die Arbeiten wurden durch den anhaltenden Schneefall und örtliche Schneeverwehungen erheblich erschwert. Dabei erfolgt das Räumen der Straßen und Wege nach einer vorgegebenen Prioritätenliste, die Bestandteil der Straßenreinigungssatzung der Stadt ist.

Erst, wenn alle Straßenzüge der Stufen 1 und 2 beräumt sind, werden Nebenstraßen, so Stadtwerke-Pressesprecherin Carina Müller-Pflug auf Anfrage der TZ, bearbeitet. Die Stadtwerke verfügten über ausreichend Material zum Streuen. Dabei kommt überwiegend Split zum Einsatz, Salz werde nur in Ausnahmefällen gestreut. Mit Beginn der Winterbereitschaft verfügten die Stadtwerke über einen Vorrat von 400 Tonnen an Splitt für diesen Winter.

Carina Müller-Pflug ergänzt zudem: „Die derzeitige Wetterlage hat keinen Einfluss auf die Energieversorgung im Bereich der Stadtwerke Torgau. Die Versorgung mit Strom, Gas und Fernwärme läuft im Normalbetrieb.“

Die Lage in Dreiheide

Sechs Bauhofmitarbeiter einschließlich von Teilzeitkräften sind in der Gemeinde Dreiheide im Einsatz, um gemeinsam mit der Firma Ezel und dem Landwirtschaftsbetrieb von Hans-Günter Scholz den Schneemassen Herr zu werden. „Wir haben die beiden Unternehmen unter Vertrag genommen, um alles absichern zu können“, erklärt Bürgermeisterin Karsta Niejaki.

Während Ezel vorrangig in Großwig und Weidenhain im Einsatz ist, wird der Rest vom Bauhof und dem Landwirtschaftsbetrieb beräumt. „Hans-Günter Scholz war heute ab 4 Uhr im Einsatz. Wir geben uns größte Mühe, um die Schneemassen bewältigen zu können und allen gerecht zu werden.

Sobald der Schnee geschoben wurde, war bereits neuer auf den Straßen“, so Niejaki. Am Morgen habe es trotzdem Beschwerden gegeben, weshalb nicht alle Straßen und Wege bereits früh geräumt wurden, aber bei den extremen Massen und Verwehungen kann man nicht zeitgleich an allen Orten sein. Karsta Niejaki hofft deshalb auf das Verständnis der Einwohner.

Auch die Mitarbeiter aus der Verwaltung hätten am Morgen zum Schneeschieber gegriffen, um am Gemeindeamt sowie Kita und Schule alles zugänglich zu halten. Übrigens ruht in dieser Woche auch der Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde. Offiziell wurde auf Grund der Wetterprognosen für diese Woche ein Baustopp ausgesprochen und die Kommune informiert.

Die Lage in Mockrehna

„Der starke Schneefall an sich ist für uns nichts Neues. Wir haben unseren Winterdienst permanent im Einsatz. Die Schneeverwehungen machen die Arbeit der Räumdienste natürlich schwieriger, aber sie sie kommen den Umständen entsprechend gut mit der Situation klar. Wir bemühen uns, die Lage gut im Griff zu behalten“, sagt Bürgermeister Peter Klepel auf TZ-Nachfrage.

Die Lage in Belgern-Schildau

Die Stadtverwaltung Belgern-Schildau sieht in den Schneeverwehungen sowie im andauernden Schneefall ein großes Problem. „Unser Bauhof sowie von uns eingesetzte externe Winterdienste sind permanent im Einsatz und räumen die Straßen. Die Schneeverwehungen machen das Arbeiten aber zum Teil etwas chaotisch. Denn dadurch, dass der Schnee immer wieder verweht wird und es die ganze Zeit über weiterschneit, liegt an den gerade erst geräumten Stellen bereits nach kurzer Zeit wieder Schnee.

So schnell kommen die Räumdienste verständlicherweise gar nicht hinterher, außerdem haben sie ihre Routen, die sie abfahren müssen. Da kann es schon einmal passieren, dass dann an einer Strecke bereits schon wieder neuer Schnee liegt. Einige Bürger haben auch bereits geäußert, dass sie Schwierigkeiten haben, durch den Schnee zu kommen, dann versuchen die Winterdienste so schnell wie möglich, das Problem zu beheben“, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung.

Die Lage in Beilrode

Von teilweise chaotischen Verhältnissen sprach Beilrodes Bürgermeister René Vetter. „So wie wir vorne schieben, schneit es hinten wieder zu. Wir können uns derzeit nur auf die Hauptverkehrsstraßen konzentrieren. Mehr schaffen wir einfach nicht“, lautete seine Einschätzung am Vormittag. Da war das Schneetreiben noch im vollen Gange. Seine Mitarbeiter seien rund um die Uhr im Einsatz.

„Wir sind sehr froh, dass wir von Landwirten und Firmen aus der Gemeinde Unterstützung angeboten bekommen und nehmen das auch dankbar an.“ Beispielsweise habe Landwirt Dierkes mitgeholfen, die Zufahrt zu einem einzelnen Gehöft am Waldrand bei Dautzschen herzustellen. Hier wohnt eine ältere alleinstehende Frau. Landwirt Oberhoff schob mit seiner schweren Technik die Kreuzung in Zwethau frei. Sandro Brenner fuhr mit einem Quad samt Schiebeschild durch den Beilroder Park, um den Weg frei zu machen.

„Ein riesiges großes Dankeschön an alle“, so René Vetter. Klar seien auch einige Autofahrer stecken geblieben und es gab auch einige Beschwerden. Wir müssen da einfach auf Verständnis bei allen Betroffenen hoffen und freuen uns, wenn dieses Verständnis da ist. Derzeit können wir einfach nicht überall sein. Bei solchen Bedingungen kommen wir mit Personal und Technik an unsere Grenzen“, so der Bürgermeister.

Die Lage in Arzberg

Ähnlich die Situation in der Gemeinde Arzberg. „Wir sind ausschließlich mit unserem Bauhof unterwegs. Vier Mitarbeiter und drei Fahrzeuge stehen zur Verfügung und die Kräfte leisten derzeit immenses“, lobte Bürgermeister Holger Reinboth. Sowohl am Sonntag als auch am Montag sei es um 4 Uhr losgegangen. „Wir fahren einmal rum und dann könnte es gleich wieder von vorne weitergehen.

Es ist einfach nicht zu schaffen. Und besondere Probleme bereiten uns Schneewehen“, erklärte der Gemeinde-Chef. Bei 18 Ortsteilen könne sich jeder vorstellen, welche Mammut-Aufgabe auf den Winterdienst wartet. Die kommunalen Straßen, Schule, Hort, Kita – das steht im Vordergrund. Holger Reinboth appellierte an die Grundstücksbesitzer, die Gehwege freizuhalten.

Ansonsten gab er zu bedenken, dass es eine Ausnahmesituation herrscht, die von allen Verständnis abverlangt. Die älteren Menschen mit Rollator sollten unbedingt bei dem Wetter zu hause bleiben. „Ein großes Dankeschön an meine Mitarbeiter vom Winterdienst und auch an die Landwirte, die uns unterstützen“, so der Bürgermeister.

Die Lage in Elsnig

„Es läuft sehr schleppend. Wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit dem Schnee“, schätzte Elsnigs Bürgermeister Stefan Schieritz gestern Vormittag die Situation ein. Die Gemeinde habe den Winterdienst an die Firma Bräunig vergeben, die voll im Einsatz ist. Selbst als Kommune stehen drei Mitarbeiter zur Verfügung. „Es geben sich alle die größte Mühe.

Doch bei der Menge an Schnee ist es schwer und kaum zu schaffen. Zu kämpfen haben wir auch, weil der Wind sofort alles wieder zuweht.“ Acht Ortsteile seien freizuhalten.

Die Lage in Trossin

Der Winter hatte gestern Vormittag auch die Gemeinde Trossin voll im Griff. „Wir haben den Winterdienst an die Firma Tilo Süptitz vergeben, die für die Ortsteile zuständig ist. Unser Bauhof kümmert sich um Kita, Feuerwehr-Standorte und Bushaltestellen. „Wir hatten auch schon Beschwerden, weil es nicht an allen Stellen klappt“, so Bürgermeister Herbert Schröder.

Auf direkte Nachfrage bei der Firma Süptitz erfuhr TZ, dass man mit drei großen Traktoren, einem Radlader und vier Mitarbeitern voll im Einsatz ist, um der Lage in den vier Ortsteilen Herr zu werden. „Wir können natürlich nicht noch Privatwege oder private Einfahrten frei schieben“, ging Firmenchef Tilo Süptitz auf die Kritik ein. Ansonsten leiste man derzeit die größtmöglichen Anstrengungen, um die kommunalen Straßen freizuhalten.

Die Lage in Dommitzsch

Schneefall und Verwehung sorgten auch in Dommitzsch für Behinderungen. „Unsere Region hat es diesmal ordentlich erwischt. Da Dommitzsch selber keinen Bauhof hat, sind die Leistungen für den Winterdienst seit vielen Jahren an Dritte vergeben worden. Zum einen ist hier die Firma K&S Kohle und Schuttgüter aus Elsnig für die Gemeindestraßen und zum anderen die Firma ADR Schlobach aus Drebligar für die kommunalen Grundstücke, wie Marktplatz, Bushaltestellen für den Winterdienst zuständig“, erklärte Bürgermeisterin Heike Karau. Herr Bräunig sei im Gebiet Dommitzsch mit drei Traktoren und drei Leuten rund um die Uhr im Einsatz. Zunächst werden auf Grund des Dauerschneefalls und starken Verwehungen nur der Schnee geräumt und geschoben.

„Sicherlich kommt es aber bei diesen Schneefällen auch weiterhin zu Einschränkungen, da die Schneemassen auch an den Straßenrändern liegen und so das Parken erschwert“, so die Bürgermeisterin. Hinweise aus der Bevölkerung werde man den Firmen weitergegeben, um an diesen Stellen nochmals nachzubessern. „Aber wir müssen auch bedenken, dass nicht alle Straßen gleichzeitig beräumt werden können und bitten um Verständnis“, erklärte die Stadtchefin abschließend.

 

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