Montag, 8. März 2021
Montag, 8. Februar 2021

Die Auswirkungen des Wintereinbruchs

Torgaus Bahnhof im Schneetreiben.Foto: TZ/Keil

Von TZ-Team

Torgau. Schnee und Kälte haben Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. Das Team der TZ hat eine Reihe davon abgeklopft und die wichtigsten Informationen hier zusammengestellt.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

 Den Auftakt machen ein paar Zeilen in eigener Sache. Denn auch die Zustellung der Heimatzeitung ist bei der aktuellen Witterung alles andere als einfach. Etwas mehr als zwei Dutzend Reklamationen wegen nicht zugestellter Tageszeitungen gingen am Montagmorgen bei TZ-Vertriebschefin Manuela Merseburg und Azubi Lea Sikorsky ein. „Die meisten Abonnenten waren sehr verständnisvoll“, resümierte Manuela Merseburg.

Beide TZ-Mitarbeiterinnen erklärten am Telefon die Herausforderung, vor der die Frauen und Männer der City-Post standen, die in den ersten Stunden des Tages die Zeitungen verteilen und dabei am Montag quasi als erste mit den erneuten Schneemassen konfrontiert wurden.

„Wir hatten uns so gut es ging auf die Situation vorbereitet“, erklärt Konrad Theobald, Geschäftsführer der City-Post. Sechs Stunden lang sei am Sonntagabend der Hof des Unternehmens freigeräumt worden, um Lkw und Lieferfahrzeuge überhaupt auf die Straße zu bekommen. Darüber hinaus hatte das Unternehmen Abschleppwagen im Einsatz, die dann ausrücken sollten, wenn der Schnee das Weiterkommen für die Zeitungs-Zusteller unmöglich machte. Drei Mal kam es zu diesem Ernstfall.

„Die Fahrzeuge steckten in bis zu 90 Zentimeter hohen Schneewehen fest und mussten herausgezogen werden“, berichtet Konrad Theobald, der selbst in der Nacht im Einsatz war. Bereits am Sonntag waren die Zusteller instruiert worden, abgelegene Gehöfte, wo die Gefahr steckenzubleiben höher war, nicht anzufahren. Auch dadurch habe man das Risiko größerer Ausfälle vermindert, so Theobald. Die Straßenverhältnisse seien natürlich dennoch problematisch gewesen, kleinere Verbindungsstraßen hätten seine Mitarbeiter bewusst gemieden. Aber auch auf den größeren Straßen habe sich die Situation erst kurz vor Einsetzen des Berufsverkehrs spürbar verbessert.

Während die City-Post-Mitarbeiter nachts zumindest Platz auf den verlassenen Straßen hatten, war dies am Tag nicht mehr der Fall. Konrad Theobald warb deshalb um Verständnis und Rücksichtnahme, wenn in zweiter Reihe geparkt werden müsse oder anderweitig der Verkehr wegen eines haltenden Fahrzeugs kurz stoppe.100 Prozent betrug derweil die Zustellquote für die Abonnenten des TZ-E-Papers. Die digitale Tageszeitung wurde pünktlich auf alle Tablets und Handys geliefert, das Schneeschieben bis zum Briefkasten war hier kein Hindernis. In Kürze wird es für das TZ-E-Paper zudem eine Reihe von Verbesserungen geben, unter anderem kann es dann auch auf Desktop-Computern genutzt werde.

Wasserversorgung ist sicher

Die Fernwasserversorgung bleibt ob des Schnees und der angekündigten Temperaturen entspannt. „Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung gibt es nicht. Aufbereitungsanlagen und Leitungssystem sind unbeeinträchtigt“, informiert Anne Reyer. Lediglich verkehrstechnisch gebe es Einschränkungen durch zugeschneite und zu räumende Zufahrtswege, so die Pressesprecherin der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz weiter.

Somit sind besondere Vorbereitungen nicht nötig. „Unsere Anlagen sind für solche extremen Witterungsverhältnisse ausgelegt und sehr robust“, sagt Anne Reyer. Im Herbst würden Streckenbauwerke nur routinemäßig winterfest gemacht. Dafür werde beispielsweise Ausrüstung zusätzlich gedämmt oder man verschließe Be- und Entlüftung frostsicher.Für den Endverbraucher richte sich der Fokus auf den Frostschutz von außenliegenden Abgabestellen (Wasseranschlüsse im Garten) oder von Installationen in unbeheizten Räumen. „Unsere Kunden (lokale Versorger, Industrie- und Gewerbekunden) haben im Zusammenhang mit dem Wetter nichts Besonderes zu beachten“, ordnet Anne Reyer ein.

Ruhe in der Notaufnahme

In der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Johann Kentmann ist es am Montag ruhig geblieben. Eine Häufung von Brüchen und Prellungen blieb aus. Die Torgauerinnen und Torgauer hätten die Unwetterwarnungen ernst genommen und seien auch sonst sehr vorsichtig unterwegs, wagt Chefarzt Dr. Joachim Müller eine Erklärung. Er warnt jedoch vor den kommenden Tagen, wenn auf den frischen Schnee die Glätte folge.

Der Betrieb des Krankenhauses lief am Sonntag und am Montag in geordneten Bahnen. „Der Winter hat uns nicht überrascht“, schmunzelt Dr. Müller.

Deutsche Bahn

Auch bei der Deutschen Bahn herrscht derzeit Hochbetrieb, um der schwierigen Situation durch die Witterungsverhältnisse Herr zu werden. Laut aktueller Informationen der Deutschen Bahn gebe es „weiterhin deutliche Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr“.

Dieser ist aktuell aufgrund des starken Schneefalls und der Schneeverwehungen geprägt von Verspätungen und kompletten Fahrtausfällen, so kommt es zum Beispiel bei der S 4 (Markkleeberg–Gaschwitz), welche unter anderem auch über Torgau fährt, momentan zu Verspätungen und Teilausfällen. Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse kann laut Deutscher Bahn leider auch nicht in jedem Fall ein Busnotverkehr eingerichtet werden.

Um die Lage in den Griff zu bekommen und die Störungen für Reisende so gering wie möglich zu halten, veranstalte die Bahn immer wieder Erkundungs- und Räumfahrten – zahlreiche Einsatzkräfte sind mit Spezialtechnik unterwegs. Die Einsatzkräfte der DB hätten mit Hochdruck daran gearbeitet, insbesondere die Hauptstrecken von den Schneemengen zu befreien und freizuhalten. „In Teilen von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen wird das Angebot im Regionalverkehr der DB zu Betriebsbeginn deutlich eingeschränkt sein.

Die DB rät allen Reisenden und Pendlern, die ihre Fahrt nicht verschieben können, ihre Verbindung rechtzeitig vor dem geplanten Fahrtantritt auf bahn.de/aktuell oder im DB Navigator zu überprüfen“, so die aktuelle Information der DB. So finden Sie aktuelle Informationen: Im ersten Schritt gehen Sie auf www.bahn.de/aktuell und klicken dort auf das Feld verfeinern (rechts oben). Im zweiten Schritt können Sie dann Ihre Suche nach Bundesländern filtern und klicken hier auf Sachsen. Anschließend öffnen sich zwei Felder mit einer Übersicht über die Meldungen zum Fernverkehr (oben) und zum Nahverkehr (unten).

Zudem können Sie oben in der Übersicht noch einmal separat Fernverkehr oder Regionalverkehr auswählen. Auch in der App der Deutschen Bahn „DB Navigator“ finden Sie aktuelle Informationen.

Busverkehr

Bereits am Sonntag stellte die Omnibusverkehrsgesellschaft Heideland (OVH) zur Sicherheit der Fahrgäste und des Fahrpersonals den Busverkehr ein. Dies teilte Jakob Schwan mit. „Um den Busverkehr am folgenden Montag wieder zu ermöglichen, waren unsere Mitarbeiter bereits ab drei Uhr morgens im Einsatz und haben auf Erkundungsfahrten mit Pkw die Lage auf den Straßen geprüft“, erläuterte der OVH-Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit.

Die Beobachtungsfahrten hätten gezeigt, dass die Straßen in und um Torgau an vielen Stellen unpassierbar seien und eine Aufnahme des Busverkehrs auf diesen Strecken nicht zu verantworten wäre. „Lediglich auf der B 182 ab Torgau nach Dommitzsch sowie Belgern und von Torgau nach Großtreben konnten wir zwischen 6 und 8 Uhr einzelne Linienfahrten durchführen“ sagte Jakob Schwan. Haltestellen hätten wegen aufgetürmter Schneemassen nicht angefahren werden können. „Ebenso erschwerten Schneeverwehungen und ständiger Schneefall die Fahrten.

Die OVH hat sich daher dazu entschlossen den Linienverkehr für heute einzustellen. Fahrgäste mit dringenden Fahrtwünschen melden sich bitte telefonisch unter 03421 728422 bei uns, sodass wir für diese nach Möglichkeit eine Fahrt mit Taxi oder Pkw organisieren können“, informierte Jakob Schwan.

Für den heutigen Dienstag sei die Wiederaufnahme des Busverkehrs geplant, sofern dies die Straßenverhältnisse zulassen. „Unsere Mitarbeiter werden wieder ab drei Uhr unterwegs sein, um die Straßenlage zu beurteilen“, blickte Jakob Schwan gestern voraus. Um Unfälle zu vermeiden, werde der Linienverkehr jedoch einige Nebenstraßen, die besonders anfällig für Schneeverwehungen und Eisglätte sind, nicht befahren. „Dadurch können die Orte Eulenau, Last, Drebligar, Lausa, Ammelgoßwitz, Dröschkau, Plotha und Burkhartshof nicht vom Busverkehr bedient werden. Aus diesen Orten kann jedoch bei dringenden Fahrtwünschen unter 03421 728422 ein Taxi zum Bustarif bestellt werden. Weitere aktuelle Informationen finden Sie auch auf unserer Website www.ov-heideland.de.“

Feuerwehr Torgau

Beeindruckende Schneemengen am Montag in und um Torgau, doch es blieb ruhig bei der Feuerwehr. „Bis zum Mittag haben wir noch keinen Einsatz durch die Leitstelle Leipzig erhalten“, teilt Thomas Bein mit. Lediglich zwei Pkw von Torgauer Bürgern seien aus Schneebergen gezogen worden, so der Wehrleiter Torgau.Grundsätzlich sieht sich die Feuerwehr Torgau gut vorbereitet. So werden die Aus- und Einfahrten vom Schnee beräumt. „Hierbei hilft jede freie Einsatzkraft mit“, lobt Thomas Bein. Für besondere schneereiche Einsatzstellen seien ein Löschfahrzeug und eine Drehleiter mit Schneeketten ausgestattet worden. „Als Führungsfahrzeuge werden zur Zeit hauptsächlich Allradfahrzeuge eingesetzt“, erläutert Thomas Bein eine weitere Anpassung an die winterlichen Straßenverhältnisse.

Artikel mit ähnlichen Schlagwörtern suchen:

SchneeWinterWintereinbruch


Das könnte Sie auch interessieren

TZ-ePaper

ePaper lesen

Lesen Sie das ePaper der Torgauer Zeitung bequem zu Haus oder unterwegs.

Jetzt 14 Tage lang unverbindlich testen!

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

AKTIONEN

Newsletter

Probeabo

Festtagszeitung

TZ-Probelesen

Wirtschaftsmagazin

Torgau-Plus

Wanderführer

Feste und Gäste

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga