Samstag, 27. Februar 2021
Mittwoch, 10. Februar 2021

Ein Wochenende mit dem MDR in Dreiheide

Dreharbeiten in Dreiheide.Foto: TZ/Bärbel Schumann

Von Bärbel Schumann

Dreiheide. Es ist das erste Mal, dass die MDR-Serie „Unser Dorf hat Wochenende“ gleich in drei Dörfern gedreht wird. Dass diesmal alles anders organisiert wird, daran hat nicht nur Corona eine Aktie, sondern auch Dreiheides Bürgermeisterin Karsta Niejaki. Sie findet alle zur Gemeinde gehörenden Orte lebens- und liebenswert. 

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Und so stehen neben sehenswerten Dingen auch Familie Schmidt aus Weidenhain, die Mitglieder der Feuerwehren aus allen drei Ortsteilen, die Schäferei Weber aus Großwig und einige mehr vor der Kamera. In Nordsachsen wurde bereits 2018 in Langenreichenbach und 2019 in Glossen für die Reihe gedreht, nun in Dreiheide. Zwei Tage lang, am Freitag und Sonnabend noch vor dem Schneeeinbruch, war die TZ mit dabei und möchte auf den Film, der am 21. Februar um 9 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wird, neugierig machen.

Kleine Holzhäuschen Stark sind die Feuerwehren in der Gemeinde Dreiheide. Sebastian Bäßler steht ihnen als Gemeindewehrleiter vor. An diesem Freitagvormittag ist das Drehteam mit ihm am Süptitzer Feuerwehrdepot verabredet. Bäßler ist nicht allein. Jugendwart Gunter Behrens, sowie Imanuel Schulz (21) und sein Bruder Simion (17) von der Süptitzer Jugendfeuerwehr sind gekommen. Sie wollen an diesem Tag den Hydranten im Ort kleine rote Holzhäuschen aufsetzen.

In den Wochen davor haben die jungen Leute diese mit einem neuen Farbanstrich versehen. Nun sollen sie dafür sorgen, dass diese bei Schnee und Eis schnell einsatzbereit sind. Die Idee dazu hat einen traurigen Hintergrund, erzählt de Gemeindewehrleiter. Vor Jahren gab es im Dorf einen Brand, bei dem ein Haus ausgebrannt ist. Es dauerte lange, bis damals Wasser floß, denn die Hydranten lagen unter Schnee und Eis begraben. Es dauerte, bis sie nutzbar waren. Der Eigentümer gab der Feuerwehr die Schuld dafür, dass der Schaden groß war. Das kratzte an der Feuerwehr-Ehre.

Alte und Junge überlegten gemeinsam, wie man künftig schneller an die Hydranten kommen kann. Die Idee wurde geboren, Hydrantenhäuschen zu bauen. Das übernahm die Jugendwehr unter Anleitung und ist seitdem verantwortlich dafür. Übrigens müssen die Jugendlichen fast jedes Jahr neue Häuschen bauen, weil diese als Unterschlupf für Katzen oder als Futterplatz, zum Beispiel für Igel, gern entwendet werden.

Auf der Dorfrunde wird immer wieder Halt gemacht und gedreht. Das bemerken auch Anwohner und drehen mit ihren Handys mit. „Unserer Ortsfeuerwehr in Süptitz gehören 41 Kameradinnen und Kameraden an. Diese untergliedern sich in 29 Einsatzkräfte und 12 Mitglieder in der Alters und Ehrenabteilung. Wir haben außerdem eine Jugend- und eine Kinderfeuerwehr, in der wir 34 Mädchen und Jungen für unser ehrenamtliches Engagement begeistern wollen“, zählt Bäßler auf. In der Gemeinde, so der Gemeindewehrleiter weiter, gibt es insgesamt 91 ehrenamtliche einsatzbereite Retter.

Im Anschluss geht es nach Weidenhain und Großwig zum Dreh bei den Ortswehren. Die Schlacht bei TorgauAm Nachmittag dreht ein Team in der Heimatstube in Süptitz. Klar, die Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen am 3. November 1760 muss in den Beitrag. Am Modell der Schlacht, mit hunderten Zinnsoldaten, putzt die gute Seele der Heimatstube Erika Süptitz in der Corona-Zeit öfter Staub, als dass sie Gäste empfängt und wissenswertes berichtet.

Es gibt viel, worüber sie noch erzählen kann: vom Maler Volker Polenz, der historische Bilder aus einem Gasthaus nachmalte, weil es die Menschen wünschten, vom Arzt und Erfinder Dr. Anton Bernhardi, von einer Sprintolympiasiegerin mit Wurzeln in Süptitz und manchem mehr. Erika Süptitz, seit kurzem im Ruhestand, berichtet, dass sich öfter einmal Familien die Heimatstube anschauten. Aber jetzt, durch Corona, käme keiner. Aber abgestaubt muss trotzdem werden.

Am nächsten Morgen muss das Drehteam zeitig raus, egal wie das Wetter ist. Am Waldrand nahe Großwig versorgen Martin und Konrad Weber eine ihrer Schafherden. Jeden Morgen müssen die Tiere versorgt und auch Stroh als Unterlage auf dem Schlafplatz zum Beispiel gestreut werden. Eigentlich ist Konrad Werber schon im Ruhestand, doch einmal Schäfer immer Schäfer, und so unterstützt er seinen Sohn weiterhin. Bevor gegen Mittag alle Arbeiten getan sind, nimmt sich Konrad Weber auch mal einige Minuten Zeit, um Streicheleinheiten an die Hunde zu verteilen. Aber nicht nur die bekommen welche. Der Alt-Schäfer hat da noch einen besonderen Liebling. Ziegenbock Harry und seine Kollegin wollen gekrault werden.

Im Anschluss wird auf dem Hof gedreht. Martins Zwillingsbruder Robert ist extra aus Dresden angereist und wird in der Werkstatt helfen. Die Webers sind gut aufgestellt, erledigen viele Arbeiten in ihrem Landwirtschaftsbetrieb selbst. Muss man auch, wenn auf 120 Hektar Ackerland Getreide und anderes mehr als Futter für die Schafe angebaut werden.

Ab Sonnabendnachmittag hat Familie Schmidt in Weidenhain Zeit, um mit ihren drei Kindern zu zeigen, was sie in ihrer Freizeit unternehmen. Am morgen schleppte Familienvater André noch Möbel bei einer befreundeten Familie. „Das ist eben auf dem Dorf so, da unterstützt man sich“, erklärt er. Unterdessen hat seine Frau die Zwillinge Annelie und Alexander (6) und den kleinen Benjamin fertig gemacht. Los geht es zur Turnhalle der Grundschule.

Ein Ort, wo die Schmidts mehrfach in der Woche, wenn Corona es nicht verbietet, zu finden sind. Hier hat der Faschingsverein seinen Sitz und die einzelnen Gruppen trainieren hier. Die ganze Familie ist dabei, kein Wunder, gehört André Schmidt doch zu den Gründern vor 20 Jahren. Auch bei den Radartisten „Die Cornellis“ steigt er auf das Einrad. Tochter Annelie genießt an diesem Tag, auf Papas Schultern durch die Halle mitzufahren.

Zudem sind die Schmidts im Sport-, Angel- und Kleintierzüchterverein aktiv. Im Film kann man sie auch dabei erleben. Im Focus der Dreharbeiten stehen auch die Bockwindmühle von Großwig und ihr Mühlenvater. Gedreht wird an idyllischen Fleckchen wie den Teichen. Nicht nur wer das Team durch die Dörfer ein Stück begleitet hat, darf nun gespannt auf den Film sein. Einschalten nicht vergessen: 21. Februar, 9 Uhr im MDR-Fernsehen. Wer da keine Zeit hat, kann sich den Beitrag auch in der Mediathek ansehen.

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