Samstag, 27. Februar 2021
Mittwoch, 10. Februar 2021

Teil vier der Rückblickserie auf die Endspiele um den TZ-Bärenpokal

Der Pokalsieger 2014 war der SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna.Foto: TZ/Archiv

Von unserem Mitarbeiter Eberhard Sowa

Im Mittelpunkt des vierten Teils der Rückblickserie auf die Finalpartien des TZ-Bärenpokals unter dem Motto „Wer verspritzte alles schon Siegersekt beim Bärenpokal“ steht zwischen 2014 und 2018 der SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna

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Nordsachsen. Trotz Dauerregen und kühlen Temperaturen pilgerten 800 Zuschauer im Jahr 2014 ins Hafenstadion zum TZ-Bärenpokalendspiel. Die Ansetzung hieß SV Mügeln/Ablaß 09 gegen SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna. Schiedsrichter Mörschke (Krostitz) war mehrmals vor der Begegnung über den Platz gegangen, um die Bespielbarkeit zu überprüfen. Nach Absprache mit beiden Teams entschied er sich für die Austragung des Finales. Die Partie war von der ersten Minute bis zum Schlusspfiff der Verlängerung von einer hohen Intensität und Einsatzfreude gekennzeichnet.

Beide Fanlager wurden nicht müde, lautstark durch Gesänge und Trommeln ihren Mannschaften den Rücken zu stärken. Die ganz großen Torchancen blieben allerdings aus. Stattdessen prägten viele Zweikämpfe das Geschehen. Die Offensivkräfte beider Mannschaften wussten nicht, wie man die gegnerische Abwehr knacken könnte. Die erste Hälfte blieb torlos. Im zweiten Spielabschnitt schwanden auf dem tiefen und aufgeweichten Rasen die Kräfte. Nach 90 Minuten ging es in die Verlängerung.

Bereits in der 92. Minute passierte dann das: Der Mügelner Janke attackierte Knorr, dieser stürzte  und es gab Strafstoß. Sachse schritt zum Punkt und verwandelte zum 1:0, was nach 120 Minuten auch Endstand bedeutete. Sekt und Bierdusche im Doberschützer Lager, Niedergeschlagenheit bei den Mügelnern.

Ein Spieljahr später und bei gutem Fußballwetter spielte 2015 der Pokalverteidiger SV Frisch Auf  Doberschütz/Mockrehna gegen SV Laußig. Wieder war eine stattliche Kulisse von 760 Zuschauern ins Hafenstadion gepilgert. Die sahen 90 Minuten lang eine überforderte Laußiger Vertretung. Die konnte in der ersten Halbzeit noch einigermaßen mithalten, war dann aber im zweiten Abschnitt weit unterlegen. Aber - und das musste man anerkennen - sie versuchte, die Niederlage in Grenzen zu halten. Lohn dafür war immerhin das Ehrentor. Schiedsrichter Thänert erlöste mit seinem Schlusspfiff die Laußiger, während die Patommel-Elf mit dem 6:1-Sieg ihren zweiten Pokalerfolg in Folge feierte.

820 Zuschauer waren 2016 dabei, als die Patommel-Elf endgültig Bärenpokal-Geschichte schrieb. In der Endspielpaarung SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna gegen FSV Krostitz II sahen die Zuschauer wieder ein halbes Dutzend Tore der Doberschützer. Und weil es ein Tripple war, nahm bei der Siegerehrung Frisch-Auf-Kapitän Marc Sachse nicht nur den Siegerscheck in Empfang, sondern um 22.40 Uhr auch den Pokal, der nun für immer im Doberschützer Vereinshaus steht. Sekt und Bierdusche durfte natürlich nicht fehlen.

Mit Kampf, Leidenschaft und dem Willen, das Spiel zu gewinnen, zeigten beide Seiten eine ansprechende Partie. Die erste Torchance in dieser Partie hatte allerdings die Krostitzer Reserve in der zweiten Spielminute. Aber der Ball ging knapp neben den Torpfosten. Doberschütz war nun gewarnt und übernahm die Intiative. Krostitz wurde immer mehr in der eigenen Hälfte eingeschnürt.

In der 29. Minute dann der erste Torjubel der Doberschützer Fans. Flögel hatte den Torreigen eröffnet und Günther erhöhte bis zum Pausenpfiff auf 2:0. Mit dem Wiederbeginn in der zweiten Halbzeit konnte erneut Flögel auf 3:0 erhöhen und hier zeichnete sich schon ein klarer Sieg für die Patommel-Elf ab. Die Kräfte der Krostitzer Reserve ließen nach, was Doberschütz knallhart ausnutzte. Drei weitere Treffer bis zum Endstand von 6:0 konnten die Fans noch bejubeln. Dann folgte der  Schlusspfiff durch Schiedsrichter Patrick Schalkowski und die Sekt- und Bierdusche.

670 Zuschauer - darunter Prominenz aus der Stadt- und Landkreispolitik - waren 2017 erschienen, um das Endspiel SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna gegen FSV Wacker Dahlen zu erleben. Zum vierten Mal in Folge stand die Elf von Trainer Patommel im Endspiel um den TZ-Bärenpokal. Als Walther nach elf Minuten zum 1:0 für Frisch Auf einlochte, waren die Fans größtenteils der Meinung, dass Doberschütz auch sein viertes Endspiel gewinnen würde. Doch es sollte anders kommen.

Ungesunde Härte zog ins Spiel ein - allerdings auf beiden Seiten. Auch Reklamationen nahmen zu. Hier aber ließ sich Schiedsrichter Wüste (Zschortau) auf nichts ein. Und damit lag er goldrichtig. Bis zum Pausenpfiff war es ein Spiel auf Augenhöhe mit der Erkenntnis, dass Doberschütz hätte höher führen können, aber auch Dahlen zwei Treffern sehr nahe war.

Nach dem Seitenwechsel blieb Wacker am Drücker. Es wurde um jeden Ball gekämpft und das Spiel nahm an Härte zu. In der 68. Spielminute kam der Dahlener Toni Wahrig ins Spiel. Das sollte sich als Glücksgriff des Wacker-Trainers herausstellen, denn in der 86. Minute erzielte er den Ausgleich und es ging in die Verlängerung. Diese verlief in der ersten Hälfte noch sehr spielstark. Aber dann agierten beide Teams sehr vorsichtig und spielten aufs Strafstoßschießen hin.

In der 119. Minute Hektik auf dem Platz, als der Doberschützer Walther das 2:1 erzielte. Doch alle Dahlener bedrängten Schiedsrichter Wüste und zeigten auf den Linienrichter, der ganz klar Abseits anzeigte. Das Tor fand keine Anerkennung und es ging ins Strafstoßschießen.

Dieses Nervenspektakel ist schnell erzählt. Alle Dahlener trafen, auch die Doberschützer - bis auf Volland. Dessen Elfmeter hielt Dahlens Keeper Föllner. Danach brachen alle Dämme. Die Wacker-Spieler lagen sich in den Armen, weinten vor Glück und wurden von ihren Fans, die den Platz stürmten, mit Getränken bespritzt, die eigentlich getrunken werden sollten. Eine faire Geste gab es  von Frisch-Auf-Trainer Patommel. Er gratulierte Wacker-Coach Enrico Ueberschär und wünschte ihm viel Erfolg.

Ein Jahr später hatte es im Mai 2018 wieder 600 Zuschauer zum Endspiel ins Hafenstadion gelockt. Die Paarung lautete SV Zwochau gegen SV Frisch Auf Doberschütz-Mockrehna. Zum fünften Mal im Endspiel, wollte Frisch Auf die Schmach der Niederlage des Vorjahres gegen Dahlen vergessen machen und den vierten Sieg holen. Nach fünf Minuten sah es auch danach aus, denn Prause traf zum 1:0. Und als Walther per Strafstoß auf 2:0 für Doberschütz erhöhte (16.), da war der Weg zum Sieg geebnet – glaubten die Fans zumindest. Aber das Spielgeschehen wendete sich.

Ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten brachte Zwochau wieder ins Spiel. Zwei Freistöße, die in den Doberschützer Strafraum segelten, vermochte die Patommel-Abwehr nicht zu entschärfen. Das nutzten zuerst Jericke und danach Hecht zum 2:2. Danach wurde mit harten Bandagen weiter gekämpft. Es gab Nicklichkeiten auf beiden Seiten, die Schiedsrichter Niklas Trybusch aber konsequent ahndete.

Die Partie näherte sich dem Ende und die Verlängerung drohte. Doch daraus wurde nichts. Walther bediente Prause, den Torschützen zum 1:0, in der 82. Spielminute so maßgerecht, dass dieser nur noch einlochen musste. Der vierte Sieg im fünften Endspiel für Doberschütz-Mockrehna war nach dem Schlusspfiff Geschichte. Etwas, dass in der langen Geschichte des TZ-Bärenpokals bisher einmalig ist.

Im fünften Teil konzentriert sich unser TZ-Fußballfachmann auf die beiden Pokalendspiele 2019 und 2020. In beiden war der SC Hartenfels Torgau dabei. Allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Die am Fußball interessierten Leser werden auch diese spannenden Geschichten in einer der nächsten Lokalsport-Ausgaben finden. Und danach geht es noch weiter, denn Eberhard Sowa erinnert auch an ein Vorspiel zwischen der Bügermeister-Auswahl und einem Team des Neuen Torgauer Kreisblattes in der Saison 1995/96. Das war vor über 20 Jahren eine schöne Tradition.

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