Samstag, 27. Februar 2021
Montag, 15. Februar 2021

Teil 5 der Rückblickserie auf die Endspiele um den TZ-Bärenpokal

Nach der Endspiel-Niederlage 2020 sitzt der enttäuschte Torgauer Kapitän Sebastian Zinke auf dem Rasen des Hafenstadions.Foto: ? Foto: Christian Kluge

Von unserem Mitarbeiter Eberhard Sowa

2019 konnte der Sieger Hartenfels Torgau gleich noch nach Mallorca fliegen. 2021 geht es höchstens noch zur Grillparty mit Abstand in den heimischen Garten.

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Nordsachsen. Im fünften Teil der Rückblickserie auf die Finalpartien des TZ-Bärenpokals unter dem Motto „Wer verspritzte alles schon Siegersekt beim Bärenpokal“ steht 2019 und 2020 der SC Hartenfels Torgau im Mittelpunkt. Fußballfachmann Eberhard Sowa berichtet von den beiden Endspielen, die für Torgau völlig unterschiedlich verlaufen sind. Und auch die Rahmenbedingungen hatten sich innerhalb eines Jahres völlig verändert.

1106 Zuschauer – ein neuer Rekord - fanden am 29. Mai 2019 den Weg ins Torgauer Hafenstadion, um das TZ-Bärenpokalfinale zwischen dem SC Hartenfels Torgau und dem LSV Mörtitz zu erleben. Pünktlich um 20.45 Uhr betrat Endspielschiedsrichter Dirk Kühne (Süptitz) mit beiden Teams den Rasen. Fans aus beiden Lagern stimmten sich mit Schlachtrufen und Gesängen auf das Geschehen ein. Hier waren die Mörtitzer Fans den Torgauern doch sehr überlegen.

Erwartet hatten es die meisten, das die Hartenfelser als Sieger den Platz verlassen würden. Aber das es einen Erfolg mit sechs Toren Differenz Höhe geben würde, hatte wohl keiner auf seinem Tippzettel. Mit dem Anpfiff der Finalpartie zeigte sich Torgau drückend überlegen. Der große Zeiger der Uhr hatte noch keine drei Umdrehungen gemacht, da schlug es schon im Kasten von Mörtitz ein. Patrick Tänzer war der Absender zum 1:0 für Torgau.

Hartenfels blieb weiter am Drücker, punktete vor allen mit langen Bällen aus der Abwehr oder dem Mittelfeld direkt auf die Spitzen. Dort lauerte Krott der in der 13. Spielminute auf so einen Pass und traf zum 2:0. Hache lochte 14 Minuten später zum 3:0 ein. Völlig überfordert war nun die Mörtitzer Abwehr, denn Tänzer gelang nur drei Minuten nach Hache das 4:0. Unmittelbar nach Tänzer trug sich Stein in die Hartenfelser Torschützenliste ein und erzielte das 5:0 (36.). Damit war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden.

Als Schiedsrichter Kühne auf die Uhr schaute, um zum Pausentee zu bitten, war gerade einer der wenigen verheißungsvollen Angriffe der Mörtitzer zum 1:5-Ehrentor abgeschlossen worden. Auf der Gästetribüne wurde gejubelt, als wenn es der Siegtreffer gewesen wäre. Es blieb allerdings das einzige Tor für die LSV-Kicker.

Hartenfels ließ es in der zweiten Halbzeit etwas ruhiger angehen, obwohl der Torgauer Trainer Jens Dehnert immer wieder forderte, nicht einzuschlafen, nach vorne marschieren und Tore zu schießen. Immerhin folgten Hache und Tänzer seiner Aufforderung und legten den Mörtitzern noch zwei weitere Treffer zum 7:1-Endstand ins Netz. Um 22.30 Uhr beendete der Schiedsrichter die einseitige, aber stets faire Partie und die Jubelfeier der Hartenfelser konnte beginnen. Wie sagte Patrick Tänzer nach der Sektdusche? „Wir feiern noch ein klein wenig und morgen früh hebt der Flieger nach Mallorca ab.“

Das letzte TZ-Bärenpokalendspiel ist erst etwas mehr als fünf Monate her. Ende August 2020 lautete die Paarung FSV Blau-Weiß Wermsdorf gegen Pokalverteidiger SC Hartenfels Torgau. Eins passte zu diesem Zeitpunkt den Organisatoren gar nicht ins Konzept - die Corona Pandemie. Die Fragen waren: Wird gespielt oder wird nicht gespielt? Mit Zuschauern oder ohne Zuschauer?

1000 Fans waren eigentlich wieder eingeplant. Am Ende der Besprechungen mit der Polizei, dem Ordnungsamt und dem Organisations-Stab gab es grünes Licht für die Durchführung. Allerdings mit Coronaregeln und einer auf 600 Fans beschränkten Zuschauerzahl. Die Karten waren schnell vergriffen. 250 Fans reisten allein aus Wermsdorf an. Und die machten auf der Tribüne auf der Gegengraden des Hafenstadions mächtig Stimmung.

Mit Spielbeginn zeigte sich Hartenfels leicht feldüberlegen, aber die Männer aus Wermsdorf setzten Nadelstiche, die nicht von schlechten Eltern waren. Angetrieben von ihren Fans versuchten sie, die Deckung der Torgauer zu durchbrechen, aber hier war man auf der Hut und störte schon vor dem Strafraum die gegnerischen Angriffe. Wenn die Schützlinge vom neuen Hartenfels-Trainer Nico Bachmann mal in Richtung Wermdorfer Tor unterwegs waren, blieb es still auf der Haupttrübüne. Von Unterstützung war hier keine Rede.

Bis zum Pausenpfiff war auf beiden Seiten nichts passiert. Beide Abwehrreihen hatten die gegnerischen Stürmer stets im Griff. In der zweiten Spielhälfte zog Torgau an den Zügeln. Näke in der 50. Minute, Gerlach in der 55. und Tänzer in der 65. Minute hatten die Möglichkeit zur Führung. Aber Abwehrchef Danny Beckedahl stand wie eine Felsmauer im Abwehrzentrum und zerstörte alle Torgauer Chancen. Die Partie endete torlos und es ging in die Verlängerung.

Diese stand im Zeichen der Hartenfelser. Jetzt wachten auch die Torgauer Fans auf und peitschten ihre Jungs lautstark nach vorne. Aber es wurde ein Anrennen gegen Beckedahl und den Wermsdorfer Keeper Benjamin Schönitz. Mit letzter Kraft rettete sich Wermsdorf ins Elfmeterschießen. Nachdem beide Trainer die Schützen benannt hatten, wurde gelost und Torgau musste beginnen.

Und schlechter hätte es für den Landesklasse-Aufsteiger Hartenfels nicht laufen können. Torjäger Patrick Tänzer - dem sonst eiskalten Vollstrecker - versagten als erstem Schützen der Torgauer die Nerven. Er jagte den Ball in den Nachthimmel. Alles andere ist schnell erzählt. Die anderen vier Hartenfelser Gerlach, Spinn, Uhl und Scaruppe trafen. Es trafen auch die ersten vier Wermsdorfer.

Als Beckedahl als letzter FSV-Schütze anlief, schickte er Keeper Florian Krost in die falsche Ecke und traf zum 5:4. Jetzt brachen alle Dämme. Die Wermsdorfer Fans stürmten den Platz und alle Spieler des Siegers begruben Beckedahl unter sich. Es dauerte Minuten, ehe sich das Spielerknäul wieder aufgelöst hatte und zur Siegerehrung schritt.

500 Euro Siegprämie - gesponsert vom Veranstalter, der Torgauer Zeitung - und der begehrte Pott traten mit den überglücklichen Wermsdorfern die Heimreise an. Ein Dankeschön gilt am Ende auch  Ex-TZ-Chefredakteur Thomas Stöber, der dieses Event im 30. Jahr durchführte. Der Wunsch für das Endspiel 2021 lautet: Alles kann passieren, nur Coranafrei muss es sein.

Im nächsten und letzten Teil seiner Serie erinnert unser TZ-Fußballfachmann an ein Vorspiel zwischen der Bügermeister-Auswahl und einem Team des Neuen Torgauer Kreisblattes in der Saison 1995/96. Das war vor über 20 Jahren eine schöne Tradition.

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