Sonntag, 18. April 2021
Mittwoch, 17. Februar 2021

Kunden haben auf örtliche Einkaufschancen gewartet - Stadt will hilfreich sein

Von Bärbel Schumann

Torgau?. Seit Montag lassen die Lockerungen der Corona-Pandemie im Einzelhandel zu, über den Service „Click & Collect“ wieder für Kunden da sein. So sind Bestellungen per Mail, telefonisch in den Geschäften oder über die Online-Shops auf den von den Händlern eingerichteten Internetpräsenzen möglich. Die Waren können dann im allgemeinen vor Ort abgeholt werden. All das ist eine Chance für den Einzelhandel, nach Wochen endlich wieder geschäftlich tätig zu werden. Auch in Torgau?

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Mehr Leben im PEP

Im Prima Einkaufs-Park (PEP) am Stadtrand wollen acht Geschäfte diese Chance nutzen und werben mit diesem Service. „Die Werbegemeinschaft des PEP unterstützt das nach besten Kräften. Schade ist allerdings, dass sich unsere Textilisten daran nicht beteiligen.

Für sie ist dieser Service schwer umsetzbar“, so Center Managerin Elke Ullrich. Schon vor Montag trafen im „Expert“-Elektrocenter im PEP die ersten Bestellungen von Kunden über das Internet ein, die ab Montag im Geschäft abgeholt wurden. „Seit Montag steht auch das Telefon nicht still“, so Marktleiter Dirk Hoffmann.

Ob per Internet oder per Telefon – es wird aus allen Bereichen bestellt, besonders jedoch Dinge, die für das Homeschooling gebraucht werden. Die 20 Mitarbeiter, darunter auch die Azubis, seien froh über diese erste Lockerung, wenngleich vorerst die Kurzarbeit weiter besteht. „Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Sonnabendvormittag können bei uns die bestellten Waren abgeholt werden“, so Hoffmann weiter.

Die Telefone stehen auch im OBI nicht still, kein Wunder, ist jetzt doch die Zeit, wo Renovierungsarbeiten im Privaten umgesetzt oder das Gartenjahr geplant werden. Über die Internetplattform der Baumarktkette können die Waren gesichtet und bestellt werden, ehe es zur persönlichen Abholung im Markt kommt.

„Das freut vor allem Hobbyhandwerker und Leute, die ein Haus um- und ausbauen“, erklärt ein Mitarbeiter am Telefon. Wochentags von 8 bis 20 Uhr, sonnabends nur bis 18 Uhr, stehen die Waren dann zum Abholen bereit. Wer als Kunde in den vergangenen Tagen den Service nutzen wollte, brauchte etwas Zeit, um telefonisch zum Ziel zu kommen.

Informationsfülle in Schaufenstern

Ein Rundgang durch Geschäftsstraßen der Innenstadt verrät: Nicht jeder Ladeninhaber weist in seinen Schaufenstern auf den neuen Service, vor allem den seit der Lockerung, hin. Es ist aber zu spüren: Die Gewerbetreibenden tun ihr Bestes, um dennoch Kontakt zu Kunden zu wahren und deren Wünsche zu erfüllen.

Auf den Aushängen sind Namen der Internetpräsenzen oder auch Mailadressen zur Kontaktaufnahme und zum Bestellen genannt. Auf wenigen findet der Passant jedoch Hinweise auf Öffnungszeiten zum Abholen der Waren. Verständlich, denn nicht jeder der Inhaber kommt aus Torgau.Ein Beispiel von vielenZu den Geschäften, die schon seit Dezember auf einen Bestell- und Abholservice setzen, gehört Caroline Rabe mit ihrem Kindergeschäft „Rabenkinder“ gleich vis-à-vis dem Rathaus.

Seit 2018 hat die 37-Jährige hier ihr Geschäft. Wer eine Bestellung bei ihr aufgibt, der weiß meistens, was er haben will, der kennt auch vom Internet her das Angebot. Doch viel mehr wünscht sich die Bad Dübenerin, dass sie bald wieder Kunden im Geschäft beraten und bedienen kann. „Jede Woche neue Regelungen, die Bevormundung, das ist schon ganz schön anstrengend“, sagt die Geschäftsfrau. Am meisten ärgert sie die Bevormundung, als ob Händler nicht selbst wüssten, wie sie sich und Kunden schützen könnten.

„Es ist eine Frechheit, als ob wir nicht selbst regeln könnten, einen, maximal zwei Kunden im Laden unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen zu bedienen.“ Dabei sei es so wichtig, Ware zu verkaufen. Im Februar müssten die Kollektionen für Frühjahr und Sommer in die Regale kommen. Aber da sei noch so viel Waren vom Herbst und Winter vorhanden. Was damit tun, wie damit umgehen, wenn Kunden nicht ins Geschäft kommen können und so ihre Aufmerksamkeit auch nicht auf reduzierte Artikel fällt? Außerdem sei es jetzt schon wieder Zeit, für Herbst und Winter 2021/2022 zu ordern.

„Man muss vorsichtig sein, wir wissen ja alle nicht, wie sich die Lage noch entwickelt.“ Vorsicht auch, weil die Geschäftsinhaber beim Ordern zum Teil in Vorkasse gehen müssen oder beim Stornieren ihrer Vororder beispielsweise 30 Prozent vom Warenwert Stornogebühren entrichten müssen. All das in Zeiten, wo viele Geschäftsinhaber schon auf Rücklagen zugreifen mussten.

Torgau reagiert

Beim Gang über den Markt entdeckt jeder Passant den Aufsteller zum Service „Click & Collect“ und einige ausgewählte Waren präsentiert vom TIC Torgau. Auch auf der Internetpräsenz bietet das Tourismus- und Informationscenter diesen Service an. Per Telefon von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr können Kunden alles, was im eigenen Shop angeboten wird, ordern und später zu diesen Zeiten abholen. Besser, sicherer und günstiger noch dazu ist das, anstatt per Post die Waren geschickt zu bekommen.

Die Stadt Torgau hat reagiert und will behilflich sein, publik zu machen, welche Händler den „Click & Collect“-Service für ihre Kunden anbieten. Oberbürgermeisterin Romina Barth ruft die Händler auf, sich zu melden. Möglich werden soll das über die bereits im Frühjahr eingerichtete Homepage „Torgau hilft Torgau“. Erfahrungen gesammeltErfahrungen in Sachen Bestellen und Abholen hat die Gärtnerei. Schubert bereits gesammelt. Besonders zum Valentinstag nahmen Kunden einen solchen Service gut an.

Zu den Erfahrungen von Geschäftsinhaberin Anja Funke gehört, die Abholung zu staffeln und so die Kundenbesuche entsprechend der Hygienekonzepte zu lenken. Eine weitere gute Erfahrung: Neue Kunden nutzten den Service, weil durch Corona stärker auf regionale Produkte und Angebote gesetzt wird. Bleibt zu hoffen, dass sich dies auch auf andere Branchen nieder schlägt. Den vielen Geschäftsinhabern wäre das zu wünschen.

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