Dienstag, 3. August 2021
Mittwoch, 24. Februar 2021

Patenschaft für Orgelpfeifen 

Orgelbauer Johann-Gottfried Schmidt in seiner Werkstatt. Foto: J.-G. Schmidt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Polbitz. Torsten Freche schmunzelt. So ganz neu sei diese Idee nicht. Sie stamme auch nicht vom Förderverein der Kirche zu Polbitz. Aber sie könne tatsächlich helfen, auf kreative Art und Weise die Eigenmittel für die Fertigstellung der Orgel zu sichern.

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Polbitz. Torsten Freche schmunzelt. So ganz neu sei diese Idee nicht. Sie stamme auch nicht vom Förderverein der Kirche zu Polbitz. Aber sie könne tatsächlich helfen, auf kreative Art und Weise die Eigenmittel für die Fertigstellung der Orgel zu sichern. So einigten sich die Vorstandsmitglieder kürzlich bei der Jahreshauptversammlung darauf, Patenschaften für die einzelnen Orgelpfeifen zu akquirieren. „Beim Wiederaufbau der Frauenkirche hat es damals gut geklappt. Auch wenn man beides nicht vergleichen kann: Aber vielleicht sind wir ja ebenfalls erfolgreich“, sagt Torsten Freche voller Hoffnung. 

Stiftertafel 

In Dresden habe man Patenschaften für einzelne Steine abschließen können, die noch original waren. In Polbitz stehen 43 Zinnpfeifen zur Verfügung, auf die man sich bewerben kann. Ab einer Summe von 300 Euro besteht dazu die Möglichkeit. Später wolle man mit einer Art Stiftertafel auf die Unterstützer hinweisen. „Dann werden die Zinnpfeifen aufskizziert und es erfolgt eine namentliche Zuordnung“, schildert der Fördervereinschef die Vorstellungen. Ein Schild aus Acrylglas wäre sozusagen das Aushängeschild. 

Aktionsstart in dieser Woche

In dieser Woche soll die Aktion offiziell starten. Rund 100 Personen, einheimische Unternehmen und Institutionen, die der Kirche Polbitz sehr nahe stehen, wurden persönlich angeschrieben. Es könne aber jeder Interessierte mitmachen und mit seinem Beitrag das Projekt im kleinen Weinskedorf unterstützen. Natürlich seien auch Spenden möglich, ohne eine Patenschaft abzuschließen, fügte der Vorsitzende hinzu: „Wir werden das Ganze bis zum 30. April 2021 laufen lassen und parallel dazu wird unsere Schatzmeisterin genau mitverfolgen, was auf dem Konto eingeht. Sollte die Zahl 43 überschritten werden, muss das Los entscheiden“, erklärt Torsten Freche. 

Die 43 Zinnpfeifen ergeben das sogenannte Orgelprospekt – also die Schauseite der Orgel. Insgesamt habe das Instrument aber natürlich noch mehr Klangkörper, darunter auch eine bestimmte Anzahl von Holzpfeifen. Die 13 Mitglieder des Fördervereins der Kirche zu Polbitz blicken nun mit großer Spannung auf die kommenden Wochen und sind neugierig, wie die Resonanz ausfällt. Bislang war man bei den einzelnen Etappen der Sanierung sehr erfolgreich. Immer wieder gelang es, Fördermittelquellen ausfindig zu machen. So konnte bereits der erste Bauabschnitt mit öffentlichen Zuschüssen „gestemmt“ werden. Die Herstellung des Pfeifenwerkes gilt als größter finanzieller Posten. Fördermittel des Landratsamtes, der Sparkassenstiftung und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sicherten das Vorhaben. 

„Allerdings brauchen wir auch Eigenmittel in einer fünfstelligen Höhe, die wir in den nächsten zwei Monaten zusammenbekommen müssen“, beschreibt der Vereinschef die Herausforderung. 

Restaurator aus Rostock 

Die Orgel selbst sei derzeit in guten Händen und darüber sind die Polbitzer sehr froh. Denn kurz vor Weihnachten erreichte sie die traurige Nachricht, dass der beauftragte Orgelbauer Gerd-Christian Bochmann aus Kohren-Sahlis (Altenburger Land) verstorben sei. „Wir standen kurzzeitig im Regen. Doch dann konnten wir auf eine Empfehlung hin den Rostocker Orgelbauer Johann-Gottfried Schmidt – Historische Tasteninstrumente – für uns gewinnen“, schildert Torsten Freche. Er holte alles, was zum Bestand gehört, Anfang Januar selbst in Kohren-Sahlis ab und machte sich ans Werk. „Wir sind heilfroh, dass es so reibungslos geklappt hat“, zeigt sich der Chef des Fördervereins darüber sehr erfreut. Schon Mitte des Jahres wolle der Rostocker Fachmann mit dem Instrument fertig sein. 

Viele Veranstaltungen 

Mit der Orgel-Restaurierung geht in Polbitz ein großer und zugleich lang gehegter Traum in Erfüllung. Das Kirchengebäude selbst wurde zwischen 1999 und 2006 saniert. Der Förderverein schloss seinerzeit mit dem zuständigen Kirchenkreis Magdeburg einen Erbbauvertrag und ist somit für 40 Jahre Eigentümer. In den letzten Jahren lockten immer wieder interessante Kulturveranstaltungen viele Besucher nach Polbitz. Hin und wieder gab es natürlich auch kirchliche Festivitäten wie zum Beispiel die Sommerkirche, Trauerfeiern, Taufen, goldene oder diamantene Hochzeiten. Schon jetzt freuen sich nicht nur die Mitglieder des Fördervereins auf den Augenblick, wenn zum ersten Mal wieder die Orgel im Kirchengebäude erklingt.

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