Donnerstag, 5. August 2021
Donnerstag, 4. März 2021

Digitaler Alltag

Foto: Gedenkstätte

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau 
setzt auf „Fernunterricht“ und fährt gut damit.

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Mit dem Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzeichnete auch die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau massive Einschnitte in der alltäglichen Arbeit. Während die Dauerausstellung noch bis Ende Oktober 2020 zumindest für Individualbesucher geöffnet war, konnten Bildungsveranstaltungen zeitweise nur in kleinen Gruppen und mit erheblichen Einschränkungen stattfinden. Als im November der zweite Lockdown begann, mussten erneut alle geplanten Bildungsveranstaltungen in der Gedenkstätte abgesagt werden.

Mit dem Online-Gedenkkonzert im November des vergangenen Jahres (die TZ berichtete bereits) gelang der Aufbruch in die digitale Welt allerdings kurz und schmerzlos. Nach wie vor kann die Veranstaltung in Ausschnitten auf der Website der Gedenkstätte nachgehört werden. Die ersten Bildungsveranstaltungen via Videokonferenzanlage folgten. Mittlerweile gehören Online-Vorträge und digitale Zeitzeugengespräche zum Repertoire des Bildungsbereichs der Gedenkstätte. Manuela Rummel, wissenschaftliche Referentin der Gedenkstätte, konnte auf diese Weise bereits mehrere von ihr betreute  Hochschulseminare und Projekttage trotz Lockdown realisieren. Sie zeigt sich zufrieden mit der schnellen Umstellung: „Für Zeitzeugengespräche ist der direkte Austausch unerlässlich. Durch die Möglichkeit, Videochats zu nutzen, können wir zumindest digital zusammenkommen.“ 

Auch vonseiten der Teilnehmer wird diese Alternative mittlerweile sehr gut angenommen. „Ich habe sehr viel für mich  mitnehmen können“, meldete sich beispielsweise Elena Joos von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart im Nachgang eines mehrstündiges Formats zur Geschichte des repressiven DDR-Heimsystems. Von Studierenden der MSB Medical School Berlin kam die Rückmeldung: „Vielen, vielen Dank! Es war ein wahnsinnig bereicherndes und berührendes Seminar.“ 

Für einige FSJler (Teilnehmer eines Freiwilligen Sozialen Jahres) aus Radebeul und Umgebung war eine von der Gedenkstätte durchgeführte Online-Veranstaltung der Höhepunkt ihrer Seminarwoche: „Es hat mich gefesselt und zum Nachdenken angeregt. Gerne mehr solcher Beiträge, die einen nicht nur informieren, sondern einem auch ein Leben lang im Gedächtnis bleiben“, sagte eine Teilnehmerin. Ab diesem Monat wird es mindestens zwei Online-Veranstaltungen pro Woche geben.

Auch die Bildungsarbeit mit Schülern konnte digital fortgeführt werden. Jugendliche aus Sachsen und Berlin, die derzeit ihre Facharbeiten über den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau schreiben, konnte bereits im Januar ein gemeinsamer Termin für ein digitales Zeitzeugengespräch mit Alexander Müller angeboten werden. Der Mann aus Plauen ist seit vielen Jahren in der Gedenkstätte als Zeitzeuge tätig und war einst im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau untergebracht. „Mit einzelnen Schülern aus verschiedenen Schulen wäre das vor Ort ein weit größerer Organisationsaufwand gewesen. So konnten wir digital in die Gedenkstätte einladen“, betont Gedenkstättenmitarbeiterin Juliane Weiß. 

Das digitale Angebot wird in den kommenden Monaten noch deutlich erweitert: Ein  digitaler 360-Grad-Rundgang durch die Dauerausstellung wird demnächst auf der Website der Gedenkstätte installiert. Hinzu kommt ein Audioguide, der via App abrufbar ist. So besteht die Möglichkeit, von zu Hause oder unterwegs die wichtigsten Inhalte aufzurufen. Sobald die Dauerausstellung wieder für Individualbesucher geöffnet werden kann, können die Gäste zudem ihre eigenen Smartphones als Audioguide nutzen.

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