Mittwoch, 14. April 2021
Sonntag, 7. März 2021

Siegerentwurf steht für Erholung im Kleingarten

Von unserem Redakteur Bärbel Schumann

Torgau. Die Sieger im Wettbewerb für die Gestaltung der Mustergärten auf der Laga stehen fest. Fünf Stunden brauchte die Jury dazu. Sechs Arbeiten wurden eingereicht.

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Der Geschäftsführer des Regionalverbandes der Kleingärtner Torgau-Oschatz,   Andreas Zschau erklärt, an einer großen Übersichtskarte vom künftigen Gelände der Landesgartenschau, wo die beiden Musterkleingärten sich einmal befinden werden. Seit wenigen Tagen stehen die Preisträger des vom Landesverband Sachsen der Kleingärtner initiierten Wettbewerbes zur Gestaltung der beiden Mustergärten auf der Landesgartenschau in Torgau fest. Sechs Studententeams von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden haben sich daran beteiligt. Am Ende der fünfstündigen Jurysitzung standen Melanie Heinrich und Danilo Beyer als Sieger fest. 

Der Wettbewerb

„Der Grundgedanke des Wettbewerbes  war bereits im Vorfeld lange  klar, wir müssen uns mit der Thematik Kleingärten im Klimawandel intensiver beschäftigen“, so Tommy Brumm, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen der Kleingärtner (LSK). Die Planung der Ausführung wird von Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden in Form eines Wettbewerbes realisiert. Hierzu wurde im Oktober des vergangenen Jahres eine Videokonferenz mit den teilnehmenden Studenten und den Verantwortlichen des LSK und der Laga-Geschäftsführung durchgeführt. Den Studenten wurden die ersten Vorstellungen zur Umsetzung des Themas vermittelt, aber genügend Raum für eine kreative Interpretation gelassen. Wichtig war zudem, die Kleingärten ökologisch zu entwickeln und zu bewirtschaften.

Torgauer Traditionen 

Dass Geschichte und Traditionen Torgaus sich auch in einem neu angelegten Kleingarten widerspiegeln können, das vermutet kaum einer. Doch beim Betrachten der studentischen Arbeiten und besonders des Siegerbeitrages lassen sich Parallelen erkennen. Torgau ist Stadt der Renaissance. Typisch für diese Zeit sind Gärten mit Wasserelementen, Pflanzen die Verwendung als Nahrungsmittel und Heilkräuter finden, aber auch Einfluss auf die ornamentale Gestaltung eines  Gartens haben. 

Im Entwurf der Erstplatzierten sind die Kleingärten  als Rückzugsort aus dem Alltag und zum Anbau von eigenem Obst, Gemüse und Kräutern angelegt. Unter Beachtung des Bundeskleingartengesetzes beträgt die gärtnerische Nutzfläche ein Drittel des Gartens. Auch Hochbeete kommen dabei zum Einsatz.

Prägende Renaissance

In der Renaissance wurden Pflanzen zur Raumbildung und Begrenzung eingesetzt. Auch in den Musterparzellen wird das zu sehen sein, wobei die Pflanzen zugleich auch wie an einer Pergola als Sichtschutz und zur Beschattung eingesetzt werden. So können offene sonnige Flächen teilweise beschattet werden, das Mikroklima verbessert sich und ermöglicht Pflanzen unterschiedlicher Standortansprüche zu etablieren. 

In den Gärten der Renaissance spielten kunstvolle Wasserspiele eine große Wolle. Elemente wie eine Grotte, ein Wasserbecken und ein Teich haben deshalb einen zentralen Platz in den Entwürfen. Sie werden nicht nur zu Blickfängen in den jeweiligen Gärten, sondern leisten im Hochsommer auch einen Beitrag für ein angenehmes Mikroklima durch Verdunstung. 

An das Morgen denken

Kleingärten haben auch eine wichtige Funktion im Rahmen der Diversität. Sie sind auch Rückzugsort, Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Und das ganzjährig. Bei den Entwürfen wurden deshalb Plätze für Blühpflanzen geschaffen. Aber auch Pflanzen, die Samen und Früchte ausbilden, bieten im Herbst und im Winter den Vögeln Nahrung. 

„Die Parzellen sind später einmal mitten in der Anlage des Kleingartenvereins Wolffersdorff zu finden“, so Andreas Zschau, Geschäftsführer des Regionalverbandes der Kleingärtner Torgau –Oschatz.  Zschau schaut sich die vor ihm auf dem Schreibtisch liegenden Unterlagen der Wettbewerbsteilnehmer noch einmal an. „Wenn ich mir alle betrachte, dann findet man in jedem Beitrag gute Ideen. Das wichtigste aber ist für mich, dass die Mustergärten nach den Richtlinien des Bundeskleingartengesetzes angelegt werden.“  Nach fünf Jahren, solange hat der Landesverband seine Hand auf den Mustergärten, sollen diese in den Kleingartenverein Wolffersdorff überführt werden. 

Tauglich für die Laga

Die beiden Mustergärten liegen zentral auf dem Laga-Gelände. Das bedeutet, so Tommy Brumm, dass während der Landesgartenschau  mit einem hohen Besucheransturm zu rechnen ist. Durch die in den Mustergärten parallel angelegten Wege lassen sich Besucherströme gut lenken und leiten. Zudem können die Aufenthaltsbereiche im Garten optimal integriert werden. Ausstellungsfläche bietet zudem die Terrasse. „Wichtig ist aus den Erfahrungen vorangegangener Landesgartenschauen, dass die Kleingärten stressfähig sind. Ich glaube, bei dem Siegerentwurf ist das gegeben“, so der Landesvorsitzende.


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