Mittwoch, 14. April 2021
Sonntag, 14. März 2021

Lieber virtuell, statt abgesagt!

Virtueller Messestand der Azubi-EXPOFoto: Repro: TZ

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Positive Nachrichten sind zur Zeit leider rar gesät und dabei so dringend von vielen Menschen ersehnt. Dass die Azubi-EXPO in diesem Jahr digital stattfindet, ist eine gute Nachricht. 

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Denn wäre nicht alles möglich gemacht wurden, um die bekannte Ausbildungsmesse in diesem Jahr erstmals rein virtuell durchführen zu können, hätte die beliebte Veranstaltung aufgrund der aktuellen Infektionslage und der bestehenden Kontaktbeschränkungen ausfallen oder gegebenenfalls verschoben werden müssen.

Dank der Online-Variante kann die Azubi-EXPO Digital nun glücklicherweise doch wie geplant durchgeführt und vom 18. bis 27. März unter dem Link www.azubi-expo-digital.de abgerufen werden. Schon 21 Schulen dabei Das Interesse bei Schülern und Lehrern ist definitiv da, wie der Moderator der Messe, Stefan Bräuer, verrät. Er fungiert als Ansprechpartner für die Schulen, wenn es um Fragen rund um die Ausbildungsmesse geht, steht in engem Kontakt und regem Austausch zu Schülern und Lehrern. Zum jetzigen Zeitpunkt haben bereits insgesamt 21 Schulen ihre Teilnahme zugesagt.

Dabei sind Schulen aus Brandenburg – Herzberg und Falkenberg – und viele weitere Schulen aus Sachsen, davon allein drei aus Torgau: das Johann-Walter-Gymnasium, die Katharina-von-Bora Oberschule und die Freie Schule Montessori.

Ist virtuell die Zukunft?

Die hohe Nachfrage zeigt: das digitale Konzept funktioniert. Allgemein sind virtuelle Events derzeit in aller Munde. Zum einen situationsbedingt, da die aktuellen Einschränkungen in der Corona-Pandemie keine größeren Präsenzveranstaltungen zulassen, zum anderen aber auch verbunden mit der Frage, ob die digitalen Versionen von Veranstaltungen nicht vielleicht die Zukunft sind und irgendwann vielleicht die persönlichen Veranstaltungen zum Teil ersetzen werden – zumindest angesichts der Tatsache, dass nach wie vor unklar ist, wie ein zukünftiges Leben mit dem Virus aussehen wird.

„YouZubi“ und digitale Tage der offenen Tür

Mitte Dezember 2020 legte bereits die digitale Zukunfts- und Berufsmesse „YouZubi“ der Oberschule Taucha einen erfolgreichen bundesweiten Start hin. 38 Unternehmen und Einrichtungen nutzten die Gelegenheit, um vor 28 Schulen ihr Angebot zu präsentieren und es waren rund 800 Einwahlen zu verzeichnen. Genau beziffern kann man die Besucherzahlen der Tage der offenen Tür der Oberschule Nordwest in Torgau am 30. Januar sowie des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) am 6. März zwar nicht – auf TZ-Nachfrage ließen die Schulleitungen jedoch verlautbaren, dass das Interesse definitiv da gewesen sei und einige Besucher sich die virtuellen Rundgänge und weitere Angebote angesehen hätten.

All diese Beispiele zeigen: digitale Events sind als Alternative durchaus geeignet. Nicht umsonst lautete das Motto des Tags der offenen Tür am BSZ: digital, statt abgesagt.

Am Puls der Zeit

Fakt ist, die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Auch in Nordsachsen wird derzeit selbst in ländlichsten Regionen am Breitbandausbau gearbeitet. Wer wenig oder gar nicht online unterwegs ist, wird – ob es einem gefällt oder nicht – in absehbarer Zeit den Anschluss verlieren.

Schon schließen immer mehr Bankfilialen und verlagern ihr Geschäft damit zusehends in den Online-Bereich und auch vor dem Ausbildungs- und Arbeitsmarktmacht macht die Digitalisierung nicht halt. Postalische Bewerbungen waren gestern und werden kaum noch verlangt, in den meisten Fällen soll die Bewerbung als Datei per E-Mail eingereicht werden. Da ist es nur folgerichtig, dass die Azubi-EXPO mit der digitalen Variante ebenfalls mit der Zeit geht. Ob nun notgedrungen durch Kontaktbeschränkungen oder nicht – so oder so kommt man am technischen Fortschritt nicht mehr vorbei.

Wichtig zur Informationsvermittlung

Als wichtiger Vermittler und Berater bei der Wahl von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen macht sich auch die Agentur für Arbeit Gedanken zu diesem Thema: Cordula Hartrampf-Hirschberg, Chefin der Arbeitsagentur Oschatz, äußert sich wie folgt: „Virtuelle Messen sind derzeit ein wichtiges Mittel, um Informationen zu übermitteln, beispielsweise zur Berufswahl. Sie sind kein 1:1-Ersatz für die bewährten und beliebten Präsenzveranstaltungen. Aber sie helfen, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Sicherlich werden einzelne Elemente des virtuellen Formats in künftige Präsenzformate einfließen.“

Aus Gelerntem einen Nutzen ziehen

Die Quintessenz daraus: Den persönlichen Kontakt, das unmittelbare Gespräch von Angesicht zu Angesicht ersetzen, kann eine virtuelle Messe natürlich nicht. Eine Präsenzveranstaltung, sobald sie in Zukunft wieder stattfinden kann, sinnvoll ergänzen hingegen schon. Was sie in jedem Fall leistet, ist, Möglichkeiten zu schaffen, Veranstaltungen selbst unter Pandemie-Bedingungen stattfinden zu lassen.

So muss oder sollte selbst nach einem zu erhoffenden Ende der Pandemie die virtuelle Veranstaltung nicht als Übergangslösung wieder in der Versenkung verschwinden. Vielmehr sollte man versuchen, aus den Dingen, die man während der Krise notgedrungen lernen, ändern und neu einführen musste, etwas zu lernen und für die Zukunft daraus einen Nutzen zu ziehen.

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