Mittwoch, 14. April 2021
Donnerstag, 18. März 2021

Bürger konnten im Vorfeld sagen, wo der Schuh drückt

Wappen von Beilrode und Arzberg Foto: Quelle Gemeinde Beilrode

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode/Arzberg. Zwei Gemeinden wollen noch mehr an einem Strang ziehen. Sowohl Arzberg als auch Beilrode haben jetzt per Ratsbeschluss festgelegt, sich gemeinsam für das Städtebauförderprogramm zu bewerben.

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Zwei Gemeinden wollen noch mehr an einem Strang ziehen. Sowohl Arzberg als auch Beilrode haben jetzt per Ratsbeschluss festgelegt, sich gemeinsam für das Städtebauförderprogramm zu bewerben. Ein Bund-Länder-Programm, das vor allem den sozialen Zusammenhalt in den Regionen fördern soll. 

Zuschüsse 

Wer Aufnahme findet, darf mit zwei Drittel an staatlichen Zuschüssen rechnen. Eine verlockende Aussicht. Das Geld ist für investive Maßnahmen gedacht. Sozusagen als Voraussetzung war in den vergangenen Wochen ein Interkommunales Entwicklungskonzept (IEK) zu erarbeiten. 

„Es hat im November eine Umfrage in der Bevölkerung und etwas später auch eine Bürgerversammlung bei uns in der Gemeinde gegeben“, ging Arzbergs Bürgermeister Holger Reinboth auf den Stand der Vorbereitungen ein. 160 Personen nahmen bei der Umfrage teil und füllten einen Fragebogen aus. Dabei ging es unter auch anderem darum, wo investiert werden sollte und wo besonderer Handlungsbedarf herrscht. Am 18. Dezember war Abgabe-Schluss. 

In einer Studie brachte das Büro DSK aus Leipzig, mit dem man zusammenarbeitet, anschließend auf 47 Seiten eine genaue Analyse zu Papier. Bis in das Jahr 2028 waren Entwicklungsschwerpunkte auszuarbeiten und entsprechende Investitionen festzulegen. Arzberg und Beilrode zusammen verständigten sich auf rund 7 Millionen Euro Investitionsmittel, die bis in das Jahr 2028 ausgegeben werden sollen. Die Eigenmittel sind dann jeweils in den beiden kommunalen Haushalten einzuordnen.

„Wir haben festgestellt, dass der Investitionsstau in Blumberg am größten ist und wollen daher den Fokus direkt auf diesen Ortsteil richten“, so der Bürgermeister. 

Klare Ziele 

Vier Schwerpunkte wurden festgelegt. Zum Einen möchte man unbedingt im Dorfzentrum etwas machen, was zur Aufwertung führt. Zweitens sollen Gelder in die Schulstraße fließen. Sowohl die Straße selbst als auch die angrenzenden Immobilien sind sanierungsbedürftig oder müssen neu belebt werden. Drittens wäre die Gestaltung von Dorfkirche und Friedhof notwendig. „Es gab ja auch immer mal wieder die Überlegung, den Glockenturm wieder herzurichten“, so Holger Reinboth. Viertens sei die Modernisierung des Feuerwehr-Gerätehauses notwendig. 

René Vetter, Bürgermeister der Gemeinde Beilrode, betonte in diesem Zusammenhang nochmal, dass es für das Städtebauförderprogramm zwingend notwendig war, Gebiete territorial zu begrenzen. Während man sich also in Arzberg für Blumberg entschied, will man in der Nachbarkommune dem Ortsteil Beilrode den Vorzug geben. „Hintergrund ist auch, dass wir demnächst den Status Grundzentrum erreichen und Beilrode nunmal der größte Ort in Ostelbien ist“, führte René Vetter aus. Die territoriale Festsetzung sei zugleich die Voraussetzung, überhaupt in das Programm zu gelangen. Darüber hinaus waren schon sehr genaue Maßnahmen zu benennen. 

Kita-Ersatzneubau

Wie der Bürgermeister erklärte, soll unter anderem der Ersatzneubau für die Kita „Kleine Strolche“ in Beilrode eine wichtige Rolle spielen. Weitere große Investitionen wären ein Ersatzneubau für das Verwaltungsgebäude des Trink- und Abwasserzweckverbandes sowie Sanierungsmaßnahmen an der Grund- und Oberschule und an der Gemeindeverwaltung im Park.

„Auf den 47 Seiten im Entwicklungskonzept wird die gesamte ostelbische Region beleuchtet und dann geht es konkret um Zielvorstellungen und Handlungsfelder für Blumberg und Beilrode“, fasste René Vetter zusammen. Selbstverständlich habe man auch in seiner Kommune wert darauf gelegt, die Bevölkerung einzubeziehen. So gab es eine Expertenrunde mit Schulleitern, Vertretern der Feuerwehr, Vereinsvorsitzenden und Gemeinderäten. Außerdem folgten Befragungen via Internet und über das Amtsblatt. Auch diese Möglichkeiten, Hinweise zur Entwicklung der Region zu geben, wurden von den Bürgern intensiv genutzt. René Vetter: „Den Antrag mit den beiden Ratsbeschlüssen werden wir jetzt beim Sächsischen Ministerium für Regionalentwicklung einreichen. Wenn wir es schaffen, winkt uns bei den Projekten eine 66 prozentige Förderung, die wir in Anspruch nehmen können.“ 

Das erste Mal 

Es wäre das erste Mal, dass Arzberg und Beilrode in dieses Förderprogramm gelangen, während andere Kommunen wie Dommitzsch oder Torgau schon in der Vergangenheit profitieren konnten. Dass Beilrode nur als Dorf und nicht als Stadt gilt, spiele im Übrigen keine Rolle. Beide Bürgermeister drückten ihre Zuversicht aus, in das Fördermittelprogramm aufgenommen zu werden. 


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