Montag, 21. Juni 2021
Freitag, 19. März 2021

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis

Grit PoppeFoto: Verlag

Presseinfo, Christian Wendt

Torgau/Hamburg. Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau drückt der Autorin Grit Poppe die Daumen.

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Der im Dressler Verlag erschienene Roman „Verraten“ von Grit Poppe ist in der Kategorie Jugendbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021 nominiert.

In dem Buch erzählt die Autorin, wie Jugendliche in der DDR von der Stasi manipuliert wurden, um Mitschüler, Lehrer, Freunde und Familienmitglieder zu bespitzeln. Als seine Großmutter ins Altenheim muss, zieht Sebastian zu seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Nichts verbindet ihn mit diesem Mann, der eine Haftstrafe verbüßen musste und kaum mit ihm spricht. Aber immer noch besser, als wieder in diesem schrecklichen Heim zu landen. Doch eines Tages taucht ein Mann in seiner Schule auf und drängt ihn, Lehrer und Mitschüler zu beobachten. Er macht ihn zum IM der Stasi und bringt ihn dazu, seinen eigenen Vater zu bespitzeln.

Die Begründung der Jury für die Nominierung: „Grit Poppe ist es gelungen, ein bisher wenig beachtetes Thema der DDR-Geschichte für jugendliche Leser detailliert, spannend und anschaulich aufzubereiten. Der Roman schildert sowohl aus Katjas als auch aus Sebastians Sicht die perfide Rekrutierung Jugendlicher für die Stasi. Ein ergänzendes Zeitzeugeninterview samt real existierender Aktenvermerke vervollständigen den beeindruckend recherchierten Jugendroman.“

In der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau nahm man die Nominierung Grit Poppes mit Freude auf. „Schließlich greift sie auch in ihrem neuen Buch das Thema DDR-Heimerziehung und staatliche Repressionen gegen Jugendliche auf“, sagt Gabriele Beyler. Bereits mit ihren beiden vorherigen Jugendromanen „Weggesperrt“ und „Abgehauen“ sei es der Autorin gelungen, die Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder mit wunderbarer Sprache zu erzählen. „Sozialistische Umerziehung in den DDR-Heimen und das Leben der Heimkinder wird so für heutige Jugendliche nachvollziehbar und erlebbar“, fügt Beyler an. In Baden-Württemberg sei sogar methodisches Arbeitmaterial für Lehrer zur Einbindung des Romans „Weggesperrt“ in den Schulunterricht erarbeitet worden. Zahlreiche Schulklassen insbesondere aus den westdeutsche Bundesländern kamen in die Gedenkstätte, weil sie den Roman von Grit Poppe gelesen hatten. Schüler der Freien Demokratischen Schule Kapriole aus Freiburg entwickelten sogar das Theaterstück „Weggesperrt“ nach dem gleichnamigen Jugendroman von Grit Poppe. Es wurde 2017 in der Gedenkstätte uraufgeführt. „Insofern leistet Grit Poppe mit ihren Büchern einfühlsame Aufklärungsarbeit. Wir drücken die Daumen, dass es nicht nur bei der Nominierung bleibt, schließlich hat sie den Preis mehr als verdient“, meint auch Manuela Rummel, Leiterin der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der Gedenkstätte.

Der Deutsche Jugendliteraturpreis zeichnet seit 1956 jährlich herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur aus. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur ausgerichtet. Der Staatspreis will die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur fördern, das öffentliche Interesse an ihr wachhalten und zur Diskussion herausfordern.


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