Mittwoch, 14. April 2021
Dienstag, 23. März 2021

"Wir versuchen, aus bescheidenen Mitteln das Optimale herauszuzaubern."

Jana Wittenbecher erklärt, wieso die alte Beleuchtung im Arbeitsgruppenraum zu dunkel ist und wie sich der Verein die neue vorstellt. Foto: Nadine Huber

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Neue LED-Leuchten für Gruppenarbeitsräume: Torgauer Kunst- und Kulturverein „Johann Kentmann“ e. V. mit nachhaltigem Projekt im Finale von „Wir Packen’S an!“

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Der langgezogene Raum wirkt gemütlich mit seinen Holzelementen in warmen Brauntönen. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass die sieben Arbeitsgruppen des Torgauer Kunst- und Kulturvereins „Johann Kentmann“ e. V. sich hier wohlfühlen und in verschiedenen kreativen Kursen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Zahlreiche kreative Werke von Tonarbeiten über Zeichnungen in Tupfentechnik auf Keilrahmen, Fotoarbeiten und vieles mehr – mit viel Liebe zum Detail und Fleiß erstellt, dekorieren das Zimmer. Hier liegt wirklich Kreativität in der Luft. Ein Manko hat der Arbeitsgruppenraum jedoch: Die aktuell vorhandene Beleuchtung ist mittlerweile doch sehr in die Jahre gekommen.

Glücklicher Finalist

Aus diesem Grund hat sich der Verein bei „Wir Packen’S an!“ beworben, um sich von dem Preisgeld eine neue, modernere Beleuchtung anschaffen zu können und ist mit diesem gemeinnützigen Projekt unter die letzten sechs Finalisten gekommen. Von der Teilnahme erhofft sich der Verein laut Geschäftsführerin Jana Wittenbecher „genügend Geld zu gewinnen, um uns die neue Beleuchtung leisten zu können. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, umso besser, denn wenn wir die Beleuchtung im Arbeitsgruppenraum erneuert haben, möchten wir nach und nach mit den Räumen der Galerie weitermachen. Wir haben uns wirklich sehr gefreut, dass wir unter die sechs Finalisten gekommen sind.“ Seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten organisiert der Kunstverein Feste, Musikabende, Schriftstellerlesungen, Vorträge und Diskussionen und natürlich vor allem Ausstellungen, von welchen im Juni 2020 bereits die 320. stattfand. 

15 Jahre in Gebrauch

Bereits am früheren Standort in der Leipziger Straße nutzte der Verein die riesigen Deckenlampen. Von 2006 bis 2016 waren sie dort 10 Jahre lang in Gebrauch. Beim Umzug im Jahr 2016 in die Pfarrstraße wurden die Lampen schließlich mitgenommen und sind bis heute in Gebrauch. Das Problem daran: für die früheren Räumlichkeiten lieferten sie ausreichend Licht, denn sie wurden extra passend zu den dortigen Lichtverhältnissen ausgewählt. 

Der Arbeitsgruppenraum für die Mitglieder des Kentmann-Vereins in der Pfarrstraße jedoch bietet andere räumliche Voraussetzungen. Für diesen Raum sind die Leuchtmittel nun zu dunkel. Nach nunmehr fünf Jahren im neuen Domizil häuften sich nun die Anmerkungen, dass das Licht zu dunkel zum Arbeiten sei. „Das ist natürlich gerade beim künstlerischen Arbeiten ein Problem, weil man hierbei optimale Lichtverhältnisse benötigt, erklärt Jana Wittenbecher. “Hier werden Kinder und Erwachsene an die Kunst herangeführt und können sich kreativ verwirklichen und bereits vorhandene Talente werden gefördert. Umso wichtiger ist es, dass unsere Mitglieder hier gute Arbeitsbedingungen vorfinden. 

Zu den sieben Arbeitsgruppen verschiedenster Altersgruppen zählen eine Foto-, Töpfer, Keramik- und eine Kinderzeichengruppe sowie eine Schreibwerkstatt, die Literaturgruppe sprachgewandt und unsere überregional bekannten Renaissance-Tänzer, die allerdings in unserem Räumlichkeiten leider keinen Platz mehr gefunden haben und aus diesem Grund einen Proberaum im THW nutzen können, bei welchem unser Verein Mitglied ist. 

Bessere Bedingungen für Arbeitsgruppen

Inzwischen führe die Lichtsituation bereits zu einigen Unannehmlichkeiten: „Als die Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen noch regelmäßig stattfinden konnten, haben wir die Kinder schon extra auf die Seite des Raumes gesetzt, in die mehr Tageslicht einfällt, damit sie wenigstens ein wenig bessere Lichtverhältnisse haben. Aber gerade wenn es draußen dunkel oder dämmrig ist, merkt man sehr deutlich, dass es in diesem Raum zu dunkel ist. 

Das habe schon so weit geführt, dass der Verein regelmäßig zusätzliche Standleuchten im Raum aufstellen müsse, damit es hell genug sei. „Das viele Hin- und Herräumen führt zu einem sehr hohen Aufwand. Deswegen möchten wir nun mit unserer Teilnahme an „Wir Packen’S an!“ endlich bessere Bedingungen für unsere kreativen Arbeitsgruppen schaffen. 

Nachhaltig wirtschaften und wiederverwerten

„Wir legen in unserem Verein Wert auf Nachhaltigkeit. Im Prinzip besteht fast die ganze Einrichtung unseres Arbeitsgruppenraumes aus wiederverwerteten gebrauchten oder aussortierten Sachen, die wir geschenkt bekommen haben. Da wir häufig nur bescheidene Mittel zum Wirtschaften zur Verfügung haben, sind wir mit unseren Ausgaben sehr zurückhaltend. Aber wenn wir uns etwas anschaffen, dann soll es eine gute Qualität haben und dauerhaft nutzbar sein.“ 

Ziel des „Wir Packen’S an!“-Projekts sei es nun also, die alte, unwirtschaftliche Beleuchtungsanlage in den Bereichen durch eine neue moderne LED-Beleuchtung mit Lichtmanagementsystem und Tageslichtcharakter zu ersetzen. Ein Angebot und Kostenvoranschlag seien bereits beim Elektro-Anlagenbau Torgau eingeholt wurden. „Für die Übernahme der Kosten wären wir sehr dankbar“, so Wittenbecher. Durch den Einbau der LED-Beleuchtung werde nicht nur der Energieverbrauch gesenkt. Die Beleuchtung sei zudem dimmbar und könne  präsenz- und tageslichtabhängig geschalten werden. 

Aktuelle Vorhaben

Wie sehen die Pläne des Johann-Kentmann-Vereins für die nähere Zukunft angesichts der momentanen Pandemiesituation aus? „Aktuell bauen wir gerade mit Hilfe unserer Bundesfreiwilligen eine neue Dauerausstellung über Samuel Hahnemann und Johann-Kentmann auf. Die Ausstellungen haben wir schon längere Zeit in den Räumen der Kleinen Galerie eingerichtet, wir wechseln aber immer mal wieder die Exponate, um den Besuchern etwas Neues zu bieten. 

In diesem Zusammenhang möchten wir uns ganz herzlich bei den Bundesfreiwilligen-Dienstlern für  ihre tolle Unterstützung bedanken“, betont die Geschäftsführerin. Darüber hinaus haben wir unseren Hof bereits österlich geschmückt. Sowohl das Schmücken als auch die  neue Dauerausstellung über Samuel Hahnemann dienten der Vorbereitung unseres geplantes Hoffests anlässlich der Europäischen Tage des Kunsthandwerks, welches ursprünglich vom 9. bis 11. April stattfinden sollte, aber nun Corona-bedingt leider ausfallen muss. Nun hoffen wir, unsere Ausstellungen möglichst bald wieder für das Publikum öffnen zu können.“

 


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