Mittwoch, 14. April 2021
Mittwoch, 24. März 2021

Bürgermeister setzen sich beim Ministerpräsidenten für Eltern und Kinder ein

Die Bürgermeister Nordsachsens mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (unten links). Foto: Eileen Jack

Presseinformation

Dresden/Nordsachsachen. Wenn Nordsachsens Bürgermeister einen Ausflug nach Dresden machen und dazu noch viele alte, zu kleine Schuhe mitnehmen, dann ist es keine touristische Reise. 

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Gut eine Stunde dauerte das Gespräch der 15 nordsächsischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister mit dem Ministerpräsident Michael Kretschmer heute im sächsischen Landtag. Im Gepäck hatten die Stadt- und Gemeindeoberhäupter symbolische Botschaften von Eltern und Kindern aus ihren Orten, die vergangenes Wochenende vor den Rathäusern abgelegt wurden. Sie alle sprachen sich gegen eine anhaltende Schließung ihrer Kindereinrichtungen und Schulen aus, plädierten dafür, die Kinder wieder Kinder sein zu lassen und zu schützen. Und dazu gehört eben auch der regelmäßige Besuch von Kindergarten und Schule.

Modellregion Nordsachsen?
Um das zu erreichen boten die Bürgermeister dem sächsischen Landesvater an, sich als Modellregion zur Verfügung zu stellen. „Das heißt, wir würden gern die Testaktivitäten generell verstärken, vor allem aber auch in Schulen und Kitas. Die Erzieher/innen sollen ebenso einer Testpflicht unterstehen wie die Lehrer. Für die Kinder sollte man das Angebot machen, dass sie zwei Mal pro Woche getestet werden und Eltern bitten dieses Angebot wahrzunehmen, um so eine reguläre Öffnung der Kitas zu erreichen. Dazu müssen natürlich zusätzliche kinderleicht anzuwendende Selbsttests zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel ein sogenannter Lollitest oder auch ein Spucktest. Verbunden mit den Hygienekonzepten, die es in sämtlichen Einrichtungen gibt, könnten die Einrichtungen dann auch wieder geöffnet werden“, erläutert Oberbürgermeisterin Romina Barth, die den Besuch beim Ministerpräsidenten für sich und ihre Amtskollegen organisiert hat.
Ihnen allen ist klar, dass auch sie als kommunale Verwaltungen ihren Anteil leisten müssten, damit eine solche Modellregion funktioniert. „Dazu sind wir bereit“, erklärte eine kämpferische Bad Dübener Bürgermeisterin Astrid Münster und erntete zustimmendes Nicken von den Kollegen aus Beilrode, Torgau, Doberschütz, Naundorf, Laußig, Krostitz, Cavertitz, Taucha, Mügeln, Wermsdorf, Liebschützberg, Dommitzsch, Rackwitz und Dreiheide. Sie alle zeigten sich gegenüber Ministerpräsident Michael Kretschmer dankbar für dessen Gesprächsbereitschaft und sagten ihm im Kampf gegen die Pandemie ihre Unterstützung zu. „Aber wir als die Menschen an der Basis müssen in die Entscheidungen eingebunden werden. Es kann nicht sein, dass unsere Bürger oftmals schneller informiert sind als wir“, so die einhellige Kritik der Bürgermeister, die auch die zunehmende Unverständlichkeit der immer wieder neuen Regelungen und Verordnungen anprangerten. „Die Bürger können vieles nicht mehr nachvollziehen. Das sind Aufklärung und Fingerspitzengefühl ganz wichtig“, brachte Lothar Schneider aus Laußig zum Ausdruck.

Noch keine Entscheidung
Die Gemeinde- und Stadtoberhäupter plädierten auch für eine differenziertere Betrachtung, eine genauere Wichtung von Hotspots vor allem auch mit Hinblick auf die Größe des Landkreises Nordsachsen. Bezüglich des Angebots, Nordsachsen zur Modellregion zu machen, konnte Ministerpräsident Kretschmer im Ergebnis des Gespräches noch keine Aussage treffen. Er bat die Bürgermeister, die Notbetreuungen in den Kindereinrichtungen noch bis zum 12. April restriktiv durchzuhalten. Danach bestünde Hoffnung, dass Schulen und Kindereinrichtungen bei einer intensiven Teststrategie wieder geöffnet werden können. Zudem werde sich auch die Impfsituation in Nordsachsen in der nächsten Zeit verbessern. „Sie bekommen in Nordsachsen zusätzliche Impfdosen, die wir für die Hotspots erhalten haben“, kündigte der Ministerpräsident abschließend an.


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