Mittwoch, 14. April 2021
Donnerstag, 25. März 2021

Fragen zum Breitbandausbau in Ratssitzung auf dem Tisch

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Süptitz. In der Gemeinde Dreiheide hatten Bürger Fragen zum gegenwärtigen Breitbandausbau. Die Bürgermeisterin hat das zur Chefsache gemacht und das Thema in die Ratssitzung geholt.

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Auf der Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Gemeinderatssitzung von Dreiheide stand das Thema Breitbandausbau im Gebiet der Kommune. Danny Trodler, Projektverantwortlicher für den Breitbandausbau im Landkreis beim Landratsamt Nordsachsen, war deshalb auf Bitte von Karsta Niejaki nach Süptitz gekommen, um einen aktuellen Überblick zu geben und um Bürger- und Rätefragen zu beantworten. 

Eine Bürgerinitiative hatte diesbezüglich Fragen und sich deshalb an die Gemeindechefin mit der Bitte um Unterstützung gewandt. 

Kurz vor Einbruch des Winters im letzten Jahr begann auch in den drei Ortsteilen der Gemeinde Dreiheide der Breitbandausbau. Das Gemeindegebiet gehört gemeinsam mit Torgau, Arzberg, Beilrode, Dommitzsch, Elsnig, Trossin und Torgau zum Projektgebiet 4. Hier sind auf rund 250 Kilometern Tiefbauarbeiten notwendig. Im gesamten Landkreis sind es, laut Trodler,  rund 1300 Kilometer. In Süptitz, Großwig und Weidenhain müssen dazu 16 Netzverteilerkästen aufgebaut und angeschlossen werden. Sie sind notwendig, um rund 500 Adresspunkte an das künftige Breitbandnetz anzuschließen. 

Knackpunkt 30 MBit

„Adresspunkte, das sind sozusagen bekannte Grundstücke mit einer offiziellen Hausnummer, die registriert sind und wo derzeit eine Leistung unter 30 MBit zur Verfügung steht“, so der Projektleiter. Im Rahmen einer Markterkundungsanalyse sei vor Beginn des Projektes genau ermittelt worden, in welchen Gebieten weniger als 30 MBit anliegen. Alles zusammen erklärt, warum nicht jedes Grundstück oder Haushalt einen neuen, leistungsfähigeren Anschluss für Telefon und Internet erhält. Gründe liegen zudem in den Richtlinien der Europäischen Union zum Einsatz der nicht gerade geringen Fördermittel für den Breitbandausbau. Und so erklärt es sich fast von selbst, warum nicht überall jedes Grundstück in den drei Ortsteilen einen neuen Anschluss erhält. 

Mit Danny Trodlers Ausführungen hatte sich damit wie von selbst beantwortet, warum mancher der anwesenden Bürger zur Ratssitzung gekommen war. Fragen wurden aber dennoch gestellt. Wie etwa von Vertretern der Bürgerinitiative, die sich in Teilen der Windmühlenstraße und Breite Stücke in Großwig gebildet hat. Etwa 25 Haushalte erhalten hier keinen leistungsfähigeren Anschluss im Rahmen des Projektes. Auch andere Bereiche, wie etwa in der Betonstraße, sind betroffen.

Bauabschluss leicht verschoben

Bei Fragen anderer Anwesenden stellte sich heraus, dass vielleicht auch nicht jeder Grundstücksbesitzer nach Erhalt eines Informationsschreibens von der Möglichkeit Gebrauch machte, sich anschließen zu lassen. Mancher vielleicht auch unbewusst. Nicht verstanden wurde aber auch, warum ausgerechnet am Spielplatz ein Anschluss verlegt wurde. Trodler räumte ein, dass bei der Planung des Vorhabens die ausführenden Unternehmen vorhandenes zugängliches Kartenmaterial und Lagepläne genutzt hätten. Da sei nicht immer alles auf dem aktuellen Stand gewesen. Zudem, so auch  in einem Ortsteil Dreiheides, wäre es bei der Festlegung der Adresspunkte nach den offiziellen Hausnummern gegangen. Dabei hat sich gezeigt, dass in dem einen Fall zwei getrennte Wohngebäude und damit zwei Haushalte unter einer Hausnummer gemeldet und so zu finden waren. Folglich gibt es hier nur  einen neuen Anschluss. 

Der Fachmann vom Landratsamt informierte nach der sehr sachlichen Diskussion, dass voraussichtlich ab Juni 2021 über die leistungsstärkeren Anschlüsse verfügt werden könne. Im April sollen die Bauarbeiten erledigt und abgenommen sein. Ursprünglich war das einen Monat eher vorgesehen, doch es gibt einen kleinen Verzug. Durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr bedurfte es, so der Projektverantwortliche, aufgrund einer Straßenquerung zusätzlicher Genehmigungen. 

Übrigens nutzen 83,3 Prozent   der ausbauberechtigten Grundstücke in Dreiheide die Möglichkeit, ihre Telefon- und Internetanschlüsse hochzurüsten.


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