Montag, 2. August 2021
Freitag, 26. März 2021

Auf Korbjagd mit Bugs Bunny und Michael Jordan

Marcus "Locke" Scholz in der Belgeraner Sporthalle.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Marcus „Locke“ Scholz verhilft der Rolandstadt zur wahrscheinlich coolsten Sporthalle Sachsens. Und wenn es nach nach dem Unternehmer-Künstler geht, passiert in Belgern demnächst noch mehr.

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?Er war bestimmt nicht immer ein Engel, doch Marcus Scholz (33) war im Jugendalter ein verdammt guter Basketballer. Sein Traum von der Berufung ins Nationalteam blieb trotz Vorstellung aber unerfüllt. Der Erfüllung eines weiteren Traums, nämlich seine Basketballbegeisterung mit anderen zu teilen, ist „Locke“ nun ausgerechnet in Belgern  ein ganzes Stück weit näher gekommen.

Die Klickzahlen auf seinem gemeinsam mit dem Torgauer Florian Heinrich betriebenen Youtube-Kanal sind beeindruckend: Bereits 24 Stunden nachdem Marcus Scholz am Sonntag seine Helden aus dem Animationsfilm „Space Jam“ wieder in Erinnerung holte, hatte der Clip schon mehr als 50 000 Leute erreicht. Das Besondere: Scholz und Heinrich stellen darin ein soziales Projekt vor, das weit über Belgern hinaus für Aufmerksamkeit sorgt und der alten Schulturnhalle möglicherweise den Titel „Coolste Turnhalle Sachsens“ einbringen könnte.

Die Sprache verschlagen

Zwei Wochen lang haben „Locke“ mit Slider Bandits, Wok Bandits (beides Künstler der Fassadengestaltung Dresden) sowie mit dem Graffiti-Künstler  Oliver Klemm ganze Arbeit in der kleinen Halle geleistet. Selbst Dr. Michael Glaubitz, dem Leiter der Evangelischen Oberschule Belgern-Schildau, verschlug es die Sprache.

Auf einer Seitenwand sowie einem Giebel verewigten die Sprayer 25 Motive aus dem   durchgedreht-spaßigen „Space Jam“-Film. Angefangen bei den Trickfilmfiguren Bugs Bunny und Daffy Duck bis hin zu den außerirdischen Nerdlucks, die von den amerikanischen Basketballstars Charles Barkley oder beispielsweise auch Patrick Ewing das Talent stehlen. 

Zugegeben, verrückte Geschichte. Doch war es einst jener Film, der bei „Locke“ die Liebe zum Basketball wachküsste. Und wer derart heftig auf Körbejagd abfährt wie er, der garniert die legendäre Space-Jam-Truppe zusätzlich noch fast schon fotorealistisch mit den NBA-Ikonen Michael Jordan, Kobe Bryant (†) und Dennis Rodman. Alle drei Sportler hätten immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie einen unbedingten Siegeswillen besitzen. Den hat auch „Locke“. Setzt er sich einmal etwas in den Kopf, lässt er so schnell nicht mehr davon los.

Pfarrer und Freund

Marcus Scholz wollte unbedingt wieder Basketball spielen. Nur so für sich, als Ausgleich zum Alltag. Allein es scheiterte daran, dass er in Torgau als Einzelperson keine Hallenzeit mieten konnte. Über den Belgeraner Pfarrer und guten Freund Robert Neuwirt kam schließlich der Kontakt zur Belgeraner Schule zustande, deren Halle allerdings alles andere als cool war.

Cool hingegen waren die Reaktionen von Schulleitung und Geschäftsführung der Schulgemeinschaft, die ihm den Freiraum gaben, den er sich wünschte. Freilich mit einer Bedingung: „Man bat mich, den Basketball auch an die Kinder heranzutragen“, erinnert sich der Zimmerermeister an ein erstes Gespräch im Herbst des vergangenen Jahres. „Locke“ sagte zu. Für ihn ist dies neben seinem Engagement rund ums Kinderheim Walda (Großenhain) das zweite soziale Projekt, für das er brennt.  

Nicht nur, dass die beeindruckenden Graffiti der Halle einen unglaublich tollen Antlitz verleihen, hat sich „Locke“ ebenso bereiterklärt, mit Freunden das abgewetzte Parkett aufzuarbeiten (Zitat: „Darauf kannste echt nicht mehr spielen“). Zudem bekommen auch jene Wandflächen, die noch nicht mit Farbe versehen wurden, einen neuen Anstrich. 

Auf Korbjagd

„Ich würde das alles nicht machen, wenn mir der Basketball nicht so sehr am Herzen liegen würde“, begründete der einstige Center der Torgauer Red Elephants sein Tun. Das große Ziel des 1,98 großen Mannes ist die Gründung eines Vereins, in dem Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen auf Korbjagd gehen können. Ein passendes Logo ziert bereits die Halle: Bel-Air steht dort geschrieben. „Das sieht schon unfassbar geil aus“, findet „Locke“ in seinem typisch mitreißenden Ton. 

Sobald es die Corona-Regelungen wieder zulassen, will er den Startschuss für eine hoffentlich lange Basketball-Ära in Belgern geben. Was einst  im Bereich Volleyball in der Region seinen Anfang nahm, will Scholz nun auch auf den Basketball münzen. Ein Mitternachtsturnier soll es geben. Mit reichlich Beat aus den Boxen, mächtig Spaß, aber fernab jedweder Politik.

„Locke“ will den Leuten sein Idee vorstellen, in Belgern nicht nur ein Mal wöchentlich Basketball zu trainieren, sondern über kurz oder lang auch in den Spielbetrieb einzusteigen. Darüber hinaus hat er der Oberschule angeboten, ein Mal im Monat im Sportunterricht für Basketballübungen dem  Sportlehrer zur Hand zu gehen. Woher er die Zeit dafür nimmt, weiß er selbst noch nicht. Doch sein Wort steht. Es zu brechen, käme einer Niederlage gleich. Und es gibt nichts Schlimmeres für ihn, als zu verlieren.

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