Samstag, 16. Oktober 2021
Sonntag, 28. März 2021

"Unbedingt erhaltenswert, aber seit circa 40 Jahren nicht mehr bespielbar"

Dieter Petersohn, Olaf Zenker und Fritz Beck vor der historischen Flemming-Orgel von 1796..Foto: Nadine Huber

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Klitzschen. In der Evangelischen Dorfkirche in Klitzschen soll die historische Flemmingorgel restauriert werden. Mit diesem Projekt hat es der örtliche Förderverein in das Finale von "Wir Packen'S an!" geschafft. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

„Die Flemmingorgel in Klitzschen ist? nach Aussage des Orgelsachverständigen der Landeskirche ein unbedingt zu erhaltendes Denkmal.“ Mit diesem Satz bewarb sich der Förderverein der Evangelischen Dorfkirche bei „Wir Packen’S an!“, der gemeinsamen Aktion der Torgauer Zeitung und der Sparkasse Leipzig. Die historische Orgel in der Dorfkirche zu erhalten und zu restaurieren, hat er sich auf die Fahnen geschrieben.

Umso glücklicher waren die Mitglieder, dass sie es nun mit ihrem gemeinnützigen Projekt ins Finale der Aktion geschafft haben und sich bereits jetzt auf einen Gewinn aus dem PS-Zweckertrag der Sparkasse Leipzig freuen können. Wie hoch dieser ausfallen wird, liegt in der Hand der Unterstützer, die beim heute startenden Telefonvoting für den Förderverein Evangelische Dorfkirche Klitzschen e.V. abstimmen. 

20-jähriges Jubiläum

Gegründet 2001, kann der Verein in diesem Jahr bereits auf sein 20-jähriges Bestehen und eine lange Tradition zurückblicken. Ob es im Juni aber tatsächlich eine Feier anlässlich des Jubiläums geben kann, ist im Moment aufgrund der aktuellen Gegebenheiten noch völlig ungewiss. So oder so wird der Klitzschener Förderverein mit seinen derzeit 15 Mitgliedern jedoch auch trotz der schwierigen Umstände in der Corona-Krise nicht müde, sich für die Erhaltung und Entwicklung der geschichtsträchtigen Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert einzusetzen. Dabei gehe es sowohl um die Bausubstanz als auch um die wertvolle Innenausstattung und natürlich um die historische Flemmingorgel.

Schon einige Projekte umgesetzt

So konnten 2020 in diesem Zusammenhang bereits einige Projekte rund um die Kirche umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr erfolgte neben der Unterstützung von Sanierungsarbeiten sowohl die Einweihung einer Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkriegs als auch eine Erinnerung an das Erbe des bekannten ehemaligen Klitzschener Dorfpfarrers und Schriftstellers Paul Schreckenbach, dem zu Ehren auf einer Veranstaltung im September eine kleine Gedenkstätte eingeweiht wurde. „Zur Zeit stehen das Orgelprojekt und die zugehörige Spendenaktion im Mittelpunkt der Arbeit“, erklärt Vereinsvorsitzender Dieter Petersohn. 

Bereits 1789 erbaut

„Die Orgel wurde etwa 1789 vom Torgauer Orgelbaumeister Johann Christian Friedrich Flemming gebaut. Seit etwa 40 Jahren ist das Instrument nicht mehr bespielbar“, erklären Dieter Petersohn, stellvertretender Vereinsvorsitzender Fritz Beck und Olaf Zenker, Vorsitzender des Kirchenspiels Audenhain, zu welchem auch Klitzschen gehört, bei einem Rundgang durch die Kirche. Diesen Zustand wolle man nun natürlich schnellstmöglich ändern. Aus diesem Grund habe der Förderverein Evangelische Dorfkirche Klitzschen e.V. das Projekt Orgelrestaurierung initiiert und das Ausschreibungsverfahren federführend durchgeführt. Vier renommierte Orgelbauer aus Sachsen beziehungsweise Sachsen-Anhalt hätten die Orgel besichtigt und entsprechend der Vorgaben des Orgelsachverständigen Roland Hentzschel qualifizierte Angebote für die Restaurierung abgegeben.

70 795 Euro Kosten veranschlagt

Das Angebot der Firma Orgelbau Rühle aus Moritzburg sei schließlich durch den Gemeindekirchenrat ausgewählt und dem Kreiskirchenamt zur Bestätigung und gegebenenfalls Auftragserteilung vorgeschlagen wurden. Das Kreiskirchenamt habe nun die weitere Durchführung übernommen. Der Förderverein sei dabei jedoch weiterhin der Ansprechpartner vor Ort für das Projekt, zeichne verantwortlich für die Spendenkampagne und werde die Ausführung der Arbeiten verantwortlich begleiten. Grundlage für die Umsetzung des Kirchenprojekts sei die Kalkulation der Restaurierungskosten in Höhe von 70 795 Euro.

Insgesamt 30 000 Eigenkapital benötigt

Zu den Aufgaben des Kreiskirchenamts gehören unter anderem die Klärung aller denkmalschutzrechtlichen Fragen sowie die Beantragung der staatlichen und kirchlichen Fördermittel. „Eine Beantragung der Fördermittel macht aber erst dann Sinn, wenn wir das erforderliche Eigenkapital erbringen können“, erklärt Olaf Zenker. Im Moment betrage dieses dank verschiedener Spendenaktionen circa 16 000 Euro, 30 000 Euro benötige man insgesamt. Hier habe es die aktuelle Krise dem Verein – wie vielen anderen auch – schwer gemacht, an Spenden zu kommen, da Corona-bedingt leider viele Veranstaltungen ausfallen mussten, bei denen man sonst hätte Spenden sammeln können. 

Kreative Spendenaktionen

Die Mitglieder ließen sich davon jedoch nicht entmutigen, sondern sich stattdessen etwas einfallen und planten für den 20. Dezember eine Flyeraktion mit einem Spendenaufruf. Davon erfuhren Sandra Ziesche und Daniel Wendt, die eigentlich den Corona-bedingt abgesagten Weihnachtsmarkt mit organisieren wollten und führten bereits am 19. Dezember eine spontane Sammelaktion durch. Unter dem Weihnachtsbaum vor der örtlichen Gaststätte „Sonneneck“ warben sie mit einer Orgelpfeife als ’Spendenbox’ für das Projekt. Vorbeikommende Kinder konnten Kugeln und Glocken an den Weihnachtsbaum hängen und erhielten dafür als Geschenk Schokoladen-Weihnachtsmänner. Die Familien konnten dann auch eine Spende für die Orgelrestaurierung hinterlassen. „Die 900 Euro, die so gesammelt wurden, waren ein sehr gelungener Auftakt für weitere Erfolge der Spendenaktion“ berichtet Fritz Beck.

Orgelpfeife

Solch eine spezielle Spendenbox findet man auch in der Evangelischen Dorfkirche selbst wieder. Gleich am Eingang steht eine ausrangierte Orgelpfeife, in welche Besucher einen Betrag ihrer Wahl einwerfen können. „Auch die Nachkommen Schreckenbachs unterstützen unsere Spendenaktion sehr aktiv, wofür wir ihnen ganz herzlich danken möchten. Nun würden wir uns über eine ebenso aktive Beteiligung unserer Unterstützer bei ’Wir Packen’S an!’ freuen“, zeigen sich die drei Vereinsmitglieder hoffnungsvoll. 

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien


Giroflex3

Mountainbikemagazin

Torgau Druck

AKTIONEN

Newsletter

Wirtschaftsmagazin

Riesenmagazin

Oschatz-Magazin

Azubi-Expo-Digital

Festtagszeitung

TZ-Probelesen

Torgau-Plus

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga