Montag, 17. Mai 2021
Montag, 29. März 2021

Der Mockrehnaer SV Blau-Weiß 90 räumt komplett ab

Das Mockrehnaer Kreismeisterteam der Saison 1997/98. Von links: Co-Trainer Manfred Gerlach, Ilko Fiebig, Jens Dylus, Kapitän Harald Wensicke, Michael Jentzsch, Mario Bernetz, Ronny Gatzke, Denis Springer, Frank Albrecht (+), David Pokorny, Bodo Möritz, Dirk Strehlau, Peter Richter, Vladimir Großmann, David Taesler, Carsten Juhrich, MSV-Präsident Jürgen Richter, Trainer Jiri Löffelmann, Sponsor Hubertus Stolle. Foto: privat

Von unserem Mitarbeiter Henry Lickfeldt

Trainer Jiri Löffelmann holt mit seinem Team 1998 den NTK-Bärenpokal und steigt als Kreisliga-Meister in die Bezirksklasse auf. Gunnar Jaßmann ist der überragende Torjäger seiner Mannschaft.

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Mockrehna. Die Stimmung bei den Fans im Pumphut-Dorf Mockrehna war in der Saison 1997/98 fantastisch. In der Kreisliga Torgau/Oschatz räumte das Männerteam vom Mockrehnaer SV Blau-Weiß 90 komplett ab. Sie sicherten sich die Meisterschaft, den Pokalsieg und den Aufstieg in die Bezirksklasse. Der 43-jährige Trainer Jiri Löffelmann aus dem tschechischen Postelberg (bei Chomutov) und Co-Trainer Manfred Gerlach aus Strelln sprachen nach dem Saisonende von einem Fußball-Märchen, denn in 30 Punktspielen blieben die Blau-Weißen tatsächlich ungeschlagen.

25 Siege und fünf Remis brachten die Rekordausbeute von 80 Punkten und einen Vorsprung von zwölf Zählern auf den Vizemeister Eintracht Weßnig. Zudem knackten die Blau-Weißen die Marke von 100 Toren und stellten mit Gunnar Jaßmann den überragenden Torschützenkönig. Das begehrte Doppel wurde perfekt, als Mockrehna am 30. Mai 1998 im Torgauer Hafenstadion im Endspiel um den NTK-Bärenpokal den gleichwertigen Finalpartner FSV Oschatz II nach Verlängerung mit 1:0  besiegen konnte. Torschützenkönig Jaßmann erzielte in der 112. Spielminute den goldenen Siegtreffer. Er traf im Nachschuss eines Foulstrafstoßes, den Peter Richter zunächst nicht direkt verwandeln konnte.

Beim damaligen  Vereinspräsidenten Jürgen Richter kommt Nostalgie auf, wenn er auf das erfolgreiche Spieljahr 1997/98  zurückblickt. „In unserem kleinen Ort Mockrehna und Umgebung kam plötzlich die große Fußball-Euphorie auf“, erzählt Richter. „Insgesamt sahen 1 840  Besucher die 15 Heimspiele unserer Elf an der B 87.“ Familie Naudszus sammelte als eifrige Statistiker fleißig alle Zeitungsauschnitte der Mockrehnaer Pflichtspiele aus dem Neuen Torgauer Kreisblatt (NTK) in einem dicken Ordner. Spieler wie Gunnar Jaßmann, Torwart René Lippe und Mario Bernetz waren gefragte Interview-Partner im NTK.

Selbst die Mockrehnaer Spielerfrauen wurden am letzten Spieltag gegen Börln kreativ und gratulierten auf ihre Weise mit einem Spruchband, auf dem stand: „Wir gratulieren Euch von ganzen Herzen. Ihr habt gekämpft, gab es auch Schmerzen. Jedes Spiel fieberten wir mit, der Sieg, das ist der große Hit. Endlich ist es vollbracht, unsere Männer haben den Aufstieg geschafft. Den Titel wir nun endlich haben. Wir lieben Euch wollen wir heute sagen. Ihr braucht nicht so zu schauen, dies ist von Euren Spielerfrauen. Viel Glück für die nächste Saison!“ 

Über ein gesamtes Spieljahr in allen Pflichtspielen unbezwungen zu bleiben, das war wirklich eine großartige Mannschaftsleistung. Und es hagelte zum Halali am 30. Spieltag zahlreiche Glückwünsche und Anerkennung von allen Seiten. ALFRA finanzierte die neue Spielkleidung der ersten  Herrenmannschaft. Es war der 21. Juni 1998, der im Rahmen des letzten Heimspiels gegen den Tabellenfünften SV Börln 1954 einen würdigen Saisonabschluss mit vielen Emotionen brachte.

Rund 300 Zuschauer waren zur Meisterfeier gekommen. Es wurde ein wahres Fest, denn die Fußballer des Mockrehnaer SV Blau-Weiß 90 überrollten Börln mit 7:2 Toren. Der siebente Treffer durch Gunnar Jaßmann war genau das 100. Mockrehnaer Saisontor. Thomas Stöber, der damalige NTK-Chefredakteur, übergab die Torjägerkanone an Gunnar Jaßmann. Der MSV-Torjäger hatte mit 35 Treffern die mit Abstand meisten Tore in der Kreisliga erzielt.

Wenn Gunnar Jaßmann seinen Turbo einschaltete, war kein Gegner dem Antritt des Torjägers gewachsen. Beim Rekordsieg, dem 11:0 beim Dommitzscher SV GW II, traf der Mockrehnaer gleich fünfmal ins Netz. Legendär seine beiden Kopfballtore in Wermsdorf und sein Hackentor in Süptitz. Der erst 22-jährige Peter Richter von Blau-Weiß – sehr dribbelstark und wendig - wurde mit 22 Saisontreffern zweitbester Schütze der Kreisliga.

Beim 4:0 zu Hause gegen Merkwitz am 17. Spieltag überragte Richter mit einem Hattrick. In der Torjägerstatistik folgten 1997/98 der mannschaftsdienliche Ilko Fiebig mit 15 Treffern auf Rang fünf und Routinier Frank Albrecht (36) mit zehn Saisontoren auf Platz zehn. Albrecht war der sicherste Strafstoßschütze. Die Mittelfeldspieler Denis Springer und Dirk Strehlau machten einen großen Leistungssprung. Spielmacher der Mockrehnaer war der Tscheche David Pokorny. Als Kapitän agierte der 32-jährige Libero Harald Wensicke, der insgesamt 24 der 30 Begegnungen bestritt. Sein Vertreter war Mario Bernetz (23), der mit 26 Einsätzen glänzte.

Ausfälle gab es wegen Verletzungen, Arbeit und Urlaub. Kein Akteur des Meisters bestritt daher alle 30 möglichen Punktspiele. Die meisten Partien absolvierte Ilko Fiebig mit 28 Einsätzen. Dann folgten mit jeweils 26 Spielen Bernetz, Peter Richter, Frank Albrecht und Denis Springer. Auf jeweils 25 Punktspiele kamen Jens Dylus und Harald Wensicke. Stammspieler war auch der zweikampfstarke Carsten Juhrich mit 24 Einsätzen.

Vereinschef Jürgen Richter betonte, dass so ein tolles Spieljahr aufgrund vieler Faktoren zustande kam. „Wir hatten wenige Verletzungen. Torwart René Lippe erwischte es zwar schon am vierten Spieltag beim 2:1 in Wermsdorf. Mit dem Strellner Keeper Bodo Möritz, der auf 18 Spiele kam, und Vladimir Großmann, der zehn Einsätze absolvierte, hatten wir aber gleichwertigen Ersatz. Im Fairplay hatten wir nicht einen Feldverweis. In den beiden engen Spielen gegen den SSV 1952 Torgau sowie beim torlosen Remis beim Verfolger Eintracht Weßnig hatten wir auch Glück, denn der Gegner nutzte dort seine Torchancen nicht. Aber wann bleibt ein Meister in allen Pflichtspielen ohne Ausrutscher ungeschlagen? Das war eine wirklich großartige Serie!“

Eine gute Saison spielten auch die technisch versierten Michael Jentzsch mit 16 beziehungsweise  David Taesler mit 15 Einsätzen. Dagegen plagten sich Nachwuchsspieler Ronald Engelhard, Mike Sündermann, Rocko Genehr, der Doberschützer Maik Schubert und der Battauner Nils Goßmann mit etlichen Blessuren herum. 

Die größten Emotionen lösten bei den Fans die Spitzenspiele gegen den SSV 1952 Torgau (1:1 und 2:2) aus. In den beiden Nachbarschaftsderbys gegen den SV Strelln/Schöna (3:0 und 1:1) sahen jeweils 150 Besucher spannende Revierkämpfe. Die Mannschaft kam aus dem Feiern nicht heraus. Erst konnte Kapitän Harald Wensicke zu Pfingsten den NTK-Bärenpokal in Empfang nehmen. Das war Blau-Weiß schon in der Saison 1995/96 gelungen. Dann gab es drei Wochen später den Wanderpokal für den Meister. Mit Gunnar Jaßmann, David Pokorny und Dirk Strehlau schafften es gleich drei Mockrehnaer in die „Elf des Jahres“.

Fazit nach dieser  tollen Saison: Ein Fußball-Märchen wurde für die Blau-Weiß-Männer wahr! Übrigens nicht das erste Mal, denn es war die Wiederholung des Mokrehnaer Triumphzuges von 1976/77, damals noch im Kreis Eilenburg als BSG Traktor.

Abschlusstabelle der Fußball-Kreisliga Torgau/Oschatz 1997/98:

1. Mockrehnaer SV BW 90 (3)                   30    25 05 00      100:17       80

2. SG Eintracht Weßnig (6)                          30    21 05 04        68:19       68

3. FSV BW Wermsdorf (7)                           30    18 05 07        69:29       59

4. SV Traktor Börln 1954 (5)                        30    16 06 08        45:30       54

5. SSV 1952 Torgau (2)                                  30    15 08 07        58:39       53

6. BC Mügeln 1919  (8)                                  30    15 05 10        40:26       50

7. SV Zwethau (10)                                        30    14 07 09        50:36       49

8. SV Süptitz (12)                                            30    12 08 10        47:46       44

9. SV GW Großtreben  (4)                           30    11 10 09        44:39       43

10. FSV Oschatz II (14)                                  30    09 12 09        35:34       39

11. SV Strelln/Schöna (11)                          30    09 11 10        59:40       38

12. TSV BW Torgau II (9)                              30    08 07 15        42:50       31

13. LSV Schirmenitz (N)                                30    05 05 20        29:62       20

14. TSV 1862 Schildau II (N)                        30    04 08 18        17:75       20

15. SV Merkwitz (13)                                     30    05 02 23        24:78       17

16. Dommitzscher SV GW II (N)                30    01 00 29       16:123        3

(In Klammern die Platzierung der Saison 1996/97)

Torschützenliste:

1. Gunnar Jaßmann  (Mockrehnaer SV BW)      35

2. Peter Richter (Mockrehnaer SV BW)                22

3. Olrik Schulze (SSV 1952 Torgau)                          21

4. Ronny Wagner (SG Eintracht Weßnig)              20

5. Ilko Fiebig (Mockrehnaer SV BW)                       15

6. Rene Naumann (Weßnig)                                      14

7. Arne Schreiber (Müglen 1919)                             12

8. Sirko Werner (SV Strelln/Schöna)                      12

9. Mike Kolb (FSV BW Wermsdorf)                         11

10. Frank Albrecht (Mockrehnaer SV BW)            10

      Enrico Zahn (SV Börln 1954)                                 10

      Andreas Masermann (SV Strelln/Schöna)      10

 


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