Freitag, 7. Mai 2021
Dienstag, 30. März 2021

Das sind die Pläne für den Festival-Sommer im Entenfang

Veranstaltungsplakat.Foto: Repro: TZ

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Zwischen riesiger Vorfreude, Hoffen und Bangen – so könnte man wohl den Gefühlszustand beschreiben, in dem sich momentan sowohl die Veranstalter als auch die Fans von Festivals befinden. Hoffen darauf, dass die geliebten und heiß ersehnten Open Airs tatsächlich stattfinden können, bangen davor, dass diese Corona-bedingt eventuell verschoben werden müssen. 

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Sich von der Krise nicht entmutigen lassen und nach vorn schauen. Das trifft die momentane Einstellung von Thomas Richter, seines Zeichens Organisator bekannter regionaler Festivals wie „In Flammen“ oder seines neuesten Projekts „Stella Nomine“, wohl am besten. Auch wenn jetzt bereits feststeht, dass das geplante neue Festival „Restless Summer“ in diesem Jahr Corona-bedingt leider verschoben werden muss, blickt der Veranstalter dennoch voller Zuversicht in die Zukunft.

Für alle, die sich schon auf das neue Festival gefreut haben, gibt es außerdem ein Trostpflaster: Restless Summer, bei welchem KingStar Hamburg in Zusammenarbeit mit unseren Leipziger Freunden als Veranstalter verantwortlich zeichnet, fällt nicht komplett aus, sondern wird Corona-bedingt auf 2022 verlegt. Hier sollte man sich also den 14. bis 17. Juli 2022 vormerken, unter anderem werden Publikumsmagneten wie die DROPKICK MURPHYS oder die BROILERS auftreten. 

„Pfingstrock Open Air“

„Ich bin guter Dinge, dass das Pfingstrock Open Air in diesem Jahr trotz der aktuellen Einschränkungen vom 21. bis 23. Mai stattfinden kann. Denn wir haben ein hochwertiges Hygienekonzept entwickelt. Dass dieses funktioniert und wirksam ist, hat schließlich WOLFSZEIT im letzten Jahr bewiesen.“ Auf die Frage hin, ob er sich denn keine Sorgen mache, weil es  bei einer Veranstaltung mit so vielen Menschen schwierig sei, die Kontrolle beziehungsweise Übersicht darüber zu behalten, dass die Hygieneregeln wie Abstandhalten, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und ähnliches auch wirklich eingehalten werden, antwortet er ebenso optimistisch: 

„Je mehr und besser man nach außen hin kommuniziert, desto stärker halten sich die Leute auch dran.“ Die Menschen seien einfach nur froh, wenn endlich wieder solche Events stattfinden und wären deshalb bereit, sich an die Regeln zu halten, wenn sie dafür ein Konzert besuchen. „Im übrigen setzen wir nach wie vor auf ein hohes Maß an Eigenverantwortung der Leute.“ Davon abgesehen zählt das Pfingstrock Open Air mit einer anvisierten Besucherzahl von 400 bis 800 Personen eher zu den kleineren Festivals, die eine höhere Chance haben, stattfinden zu können. 

Ein kleiner Preis

Manch einer könnte diese Einstellung womöglich für ein wenig blauäugig halten. Aber bedenkt man, über wie viele Monate hinweg nun bereits schon wieder Veranstaltungen über Veranstaltungen verschoben werden oder ausfallen müssen, ist es für Kultur- und Musikliebhaber doch vergleichsweise ein recht kleiner Preis, eine Maske tragen zu müssen oder einen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 24 Stunden sein sollte, wenn man dafür endlich mal wieder seine Lieblingsband live sehen kann. Und Lieblingsbands wird es an jenem Wochenende eine Menge geben, zum Beispiel AKIDES & FRIENDS, die 30-köpfige Blaskapelle DIE TIERE und der Künstler LORD BISHOP, dessen Musikstil den klangvollen Namen Hendrixian Motor Funk, eine Mischung aus Rock, Blues und Funk, trägt. 

Optimismus in der Krise

Allgemein seien sie bei der Planung ihrer Veranstaltungen von Grund auf zuversichtlich, anders könne man an dieses Thema auch nicht herangehen, betont er. Mit „sie“ sind neben ihm selbst auch Karl-Friedrich Potzelt, Besitzer des Torgauer Gasthauses „Am Entenfang“, der nun schon seit vielen Jahren sein Gelände für die Festivals zur Verfügung stellt und Christina Gaudlitz, Vorstand des Jugendteams Torgau, die – selbst ein großer Festival-Fan – Thomas Richter aktiv der Organisation und Planung unterstützt. 

Es sei allerdings nicht immer einfach, in der Krise positiv zu bleiben und die positive Einstellung an die Fans zu vermitteln, denn die Stimmung im Netz sei aufgrund der Pandemie zur Zeit sehr negativ, sind sich alle drei einig. Aber sie geben nicht auf. Natürlich gebe es auch viel Unterstützung und positive Rückmeldungen von Besuchern – manche Gäste hätten beispielsweise neue Tickets gekauft, obwohl sie die früheren aus den ausgefallenen Veranstaltungen von 2020 noch da und bereits  bezahlt hatten – „einfach nur, um uns zu unterstützen“, berichtet Christina Gaudlitz. 

„In Flammen“

Geplant für den 8. bis 10. Juli, steht die Auswahl der auftretenden Bands für das Festival „In Flammen“ noch nicht hundertprozentig fest. „In der Besetzung ist noch Bewegung“, erklärt Richter. Insgesamt seien 39 Bands geplant, davon seien nur etwa fünf bis sechs aus Deutschland und die restlichen aus anderen Ländern, was die Planung nicht unbedingt einfacher mache. Fest steht aber bereits jetzt, dass die Fans sich auf bekannte und internationale Größen wie PARADISE LOST (England), VLTIMAS (Amerika), SAMAEL und MOD freuen können. „Da ist vom klassischen Heavy Metal bis zum derbsten Gescherbel alles dabei“, berichtet der Organisator lachend und die Vorfreude ist ihm deutlich anzusehen. 

Ohnehin ist Begeisterung für die Sache etwas, dass man mitbringen muss, wenn man sich neben dem Job um solch ein zeitintensives Hobby wie das Organisieren von Festivals kümmert. Dass sich das Dranbleiben lohnt, zeigt aber die Tatsache, dass es Thomas Richter, Christina Gaudlitz und Karl-Friedrich Potzelt geschafft haben, zunächst unbekannte Festivals in einer ländlichen Region zu beliebten und gut besuchten Events mit Besuchern aus aller Welt zu etablieren. „Wir sind auch guter Hoffnung, dass wir gerade deshalb die Torgauer Bevölkerung hinter uns haben und uns die Behörden nicht von vorneherein mit überstiegenen Auflagen überziehen“, merkt Karl-Friedrich Potzelt an. 

„Stella Nomine“

So konnte  für das vom 19. bis 21. August geplante neue Gothic-Festival „Stella Nomine“ – obwohl in diesem Jahr erstmalig durchgeführt –  bereits jetzt eine Riege populärer Bands gewonnen werden, als da wären DAS ICH, TIAMAT oder die Schwedin LIV KRISTINE. „Das Billing ist grandioser, als wir es uns hätten erträumen können“, freut sich Richter. Auch was das Publikum betrifft, zeichnet sich schon jetzt eine gewisse Internationalität ab. Tickets wurden beispielsweise an Gäste aus Belgien, der Schweiz oder auch Irland verkauft.

„Geplant ist ebenfalls, dass die Tickets zugleich als Eintrittskarten für die Torgauer Museen verwendet werden können. Parallel dazu wollen wir einen Bus-Shuttle-Service anzubieten, welcher die Gäste zu den verschiedenen Kultureinrichtungen bringt. Das betrachten wir ein Stück weit auch als Regionalmarketing. In jeden Fall machen wir mit jeder weiteren erfolgreichen Veranstaltung unser Torgau bekannter und liebenswerter über Grenzen hinaus“, so Potzelt. 

Hoffen auf Impfungen

Was auch an den drei Kulturschaffenden nicht spurlos vorbeigeht, ist die Besorgnis um die Zukunft der Branche. Besonders angesichts der nun schon so lange währenden Corona-Krise, bei der nach wie vor auf absehbare Zeit kein Ende in Sicht ist. Welche Hoffnungen sie in die Schutzimpfungen setzen? „Eine sehr große“, sagt der Entenfang-Betreiber, „sind aber mit der momentanen Impf-Situation nicht zufrieden. Der Staat hatte jetzt ein Jahr lang Zeit, sich auf das Impfen der Bevölkerung vorzubereiten. Die Vorbereitung verlief jedoch nicht so, wie wir sie uns vorgestellt hatten – stattdessen gibt es einen Verordnungsdschungel. Wir müssen lernen, irgendwie mit dem Virus zu leben. Man kann nicht ständig die Kultur herunterfahren.“ 

Eine gute  Möglichkeit sähen sie beispielweise in der von Rapper Smudo von den Fantastischen Vier mitentwickelten Corona-App „Luca“, welche das Identifikationsverfahren auf Veranstaltungen digitalisieren und somit wesentlich vereinfachen solle. 

„Glücklicherweise sind die Künstler, die wir für unsere Festivals gebucht haben, zum größten Teil ebenso optimistisch wie wir, dass unsere Festivals tatsächlich stattfinden können. Wir hatten nur wenige besorgte Nachfragen diesbezüglich und nur eine Band, die ihren Auftritt auf 2022 verschoben hat. 

 

Hinweis: ?Aufgrund der aktuell sehr unsicheren Lage im Rahmen der Corona-Krise ist derzeit noch nicht absehbar, welche Veranstaltungen letztendlich tatsächlich stattfinden können und welche leider verschoben oder abgesagt werden müssen. Aus diesem Grund erfolgen jegliche Veranstaltungsankündigungen lediglich unter Vorbehalt. Programmänderungen sind jederzeit möglich.

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