Mittwoch, 14. April 2021
Donnerstag, 1. April 2021

Die Äcker sind in den letzten Jahren bunter geworden

Die Frühjahrsbestellung läuft auf Hochtouren. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Bei frühlingshaften und teilweise sogar sommerlichen Temperaturen herrschte in der Woche vor Ostern reichlich Bewegung auf den landwirtschaftlichen Flächen der Region.

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Bei frühlingshaften und teilweise sogar sommerlichen Temperaturen herrschte in der Woche vor Ostern reichlich Bewegung auf den landwirtschaftlichen Flächen der Region. Die Frühjahrsbestellung lief vielerorts auf Hochtouren. Die Bedingungen waren sehr gut.

Gut befahrbar 

„Es gab für die Betriebe kaum irgendwelche Einschränkungen. Die Felder sind befahrbar, das Wetter hat gepasst“, gab Christine Richter, Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Torgau/Oschatz, eine Einschätzung. Größtenteils sei das Sommergetreide inzwischen ausgebracht worden. Die Drillarbeiten sind fast überall beendet. Als nächstes geht es mit Zuckerrüben und Kartoffeln weiter, die ebenfalls in die Erde zu bringen sind. Später – wenn sich die Böden schon etwas erwärmt haben – wäre der Mais an der Reihe. Das könnte so ab Mitte April der Fall sein, so Christine Richter. 

Insektenschutz 

Gute Nachricht für Naturfreunde: Die Äcker sind im Altkreis Torgau in den vergangenen drei Jahren etwas bunter geworden. Die Bauern legen verstärkt Blühstreifen und Blühflächen an, bringen sich damit für den Insektenschutz ein und befördern den Klimaschutz. Natürlich zeigen hier verschiedene Förderprogramme ihre Wirkung. Die eingesetzten Blühmischungen sind vielfältig. Teilweise bestehen sie aus verschiedenen Sorten Sonnenblumen, Klee, Phacelia, Wildkräutern etc. 

Reichlich Regen 

Ansonsten sorgten auch die ausgiebigen Niederschläge zu Jahres-Beginn für gute Bedingungen in der Region. „Es gab zur Freude der Landwirte immer mal wieder Regen. Bodenproben zeigten allerdings, dass in einer Tiefe ab 50 bis 60 Zentimetern immer noch Trockenheit herrscht“, machte die Vorsitzende ein Dilemma deutlich. Schuld seien die Dürre-Jahre, die intensiv nachwirken. „Wir würden uns also durchaus mal wieder über ein nasses und kühles Frühjahr freuen“, schmunzelt die Verbandschefin, wohl wissend, dass sie damit nicht den Nerv der übrigen Bevölkerung trifft. 

Schnee half 

Den strengen Winter selbst hätten die Kulturen bestens überstanden. Als die klirrende Kälte auftrat, waren die Äcker bereits von einer dicken Schneeschicht überzogen. Das hat geholfen. Bekanntlich werden etwa zwei Drittel der Bestände im Herbst ausgebracht. Die übrigen Kulturen kommen im Frühjahr in den Boden. 

Nach einer Statistik des Regionalbauernverbandes besteht die Anbaufläche in Nordsachsen etwas zu 55 Prozent aus Getreide, wobei hier auch Körnermais eingerechnet ist. Rund 9 Prozent der Flächen sind Silomais, 14 Prozent Raps, 3 Prozent Zuckerrüben, 4 Prozent Stilllegungs- und Blühflächen, der Rest Erbsen und Lupinen. Der Zuckerrübenanbau sei vor allem im Raum Torgau nach der Schließung der Zuckerfabrik in Brottewitz bei Mühlberg spürbar zurückgegangen. 

Gülle ausgebracht 

Inzwischen sind die meisten Betriebe auch mit dem Ausbringen von Dünger fertig. Die Ausfuhr der Gülle konzentrierte sich zumeist auf ein schmales Zeitfenster von Ende Februar bis Mitte März. Jetzt sind die meisten Bestände schon zu hoch für den Einsatz der Technik. 

„Hoffen wir mal, dass es nicht wieder wie in anderen Jahren späte Fröste womöglich noch im Mai gibt und dass es in den kommenden Wochen reichlich regnet. Eine gute Ernte wäre den landwirtschaftlichen Unternehmen in der jetzigen Situation sehr zu wünschen“, so Christine Richter abschließend. Die Getreidepreise seien derzeit recht gut. Man drücke die Daumen, aber bis zum Sommer könne eben noch viele passieren.


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