Sonntag, 18. April 2021
Montag, 5. April 2021

Weidenhainer Karnevalisten feiern Jubiläum

Die Weidenhainer Karnevalisten.Foto: privat

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Weidenhain. Sie haben für Tränen vor Lachen gesorgt, mit ihren Veranstaltungen den Menschen den Alltag versüßt, sind eine starke Gemeinschaft und stehen dafür, dass Dorfgemeinschaft auf spezielle Weise gepflegt wird. Sie sind die Mitglieder des Weidenhainer Faschingsclubs. Am 1. April vor 20 Jahren wurde der Verein gegründet.

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Das sollte in diesen Tagen zünftig mit Einwohnern, Freunden und Unterstützern gefeiert werden. Stattdessen erlebte ganz Weidenhain am Abend des 1. April ein eindrucksvolles Feuerwerk am Himmel und jeder im Dorf konnte daheim ganz individuell auf die Karnevalisten anstoßen, feiern oder in das Osterwochenende starten. Ungewöhnlich, doch Corona lässt derzeit mehr in Sachen Feiern nicht zu. Zuvor gratulierte und überraschte Bürgermeisterin Karsta Niejaki den 1. Vorsitzenden des Faschingsclubs Rene Vetter nicht nur mit einem selbst gedichteten Gruß, sondern auch mit einer finanziellen „Spritze“. Sie freute sich, über die „Ehrenamtspauschale“ den Verein mit 1000 Euro unterstützen zu können. 

Die Idee, so die Karnevalisten zu fördern, kam nicht von ungefähr. Neben den normalen Faschingsveranstaltungen sorgt der Verein gemeinsam mit Feuerwehr, Petrijüngern und anderen für ein abwechslungsreiches Leben im Dorf, unterstützt den Mühlenverein bei Veranstaltungen an der Großwiger Mühle, arbeitet mit Kirchgemeinde, Schule und Kindereinrichtungen in Weidenhain eng zusammen. „Vieles ist hier über die Jahre gewachsen, bereichert das Leben und wir wollen darauf auch künftig nicht verzichten. Wie viele hoffen wir, dass zukünftig bald ein normales Vereinsleben wieder möglichsein wird. Und dazu zählt in Weidenhain der Faschingsverein“, so die Bürgermeisterin. Genau genommen hat der Weidenhainer Faschingsclub zwei Paten. 

Das ist auf der einen Seite der ehemalige Jugendclub und auf der anderen der Dorfclub. Rene Vetter, einst zum Jugendclub gehörend, heute Vorsitzender des Faschingsclubs, erinnert sich: „ Damals haben wir im Jugendclub zünftig Fasching gefeiert. Mehr als einmal. Das blieb dem Dorfclub nicht verborgen. Man trat an uns heran, um gemeinsam Fasching zu feiern.“ Kurze Zeit später wurde daraus schließlich der Weidenhainer Faschingsclub. Genau am 1. April 2001 traf man sich zur Gründungsversammlung im Eiscafé „Karin`s Einkehr“. „Was aus einer fixen Idee, jugendlichem Leichtsinn und einer gehörigen Portion Einsatzbereitschaft werden kann, sieht man,...“, hatte Rene Vetter zum 10-jährigen Bestehen trefflich formuliert. 

Inzwischen auf das 20-jährige Bestehen schauend, gab es im Verein nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen zu meistern. Doch das Positive überwiegt. Dem FC Weidenhain gehören heute rund 70 Mitglieder an. Dazu zählen auch viele Kinder und Jugendliche Dank der guten Zusammenarbeit mit Grundschule und Kita im Ort. Sie trägt auch dazu bei, dass das Durchschnittsalter im Verein bei rund 35 Jahren liegt. Bei den wöchentlichen Treffen der Nachwuchsgruppen, aber auch bei den erwachsenen Akteuren, wird Gemeinschaftssinn auch außerhalb der Faschingssaison gepflegt. Gemeinsame Ausfahrten, Treffen mit den Eltern der Kinder, Ideen zur Gestaltung persönlicher Jubiläen von Mitgliedern und Förderern wie zu Hochzeiten oder runden Geburtstagen, das Zempern oder die Unterstützung des Mühlentages zu Pfingsten in Großwig sind Beispiele dafür. 

Vieles habe sich seit der Gründung verändert, auch im Ort. So hat der Faschingsverein manches vom Dorfclub übernommen. Die Vereinsfahne gehört dazu. Kurios hier, dass die über ein auf Papier gemaltes Logo verfügt und so nicht nass werden darf. Ein Grund, warum sie noch nie von den Faschingsfreunden bei ihren Teilnahmen an Veranstaltungen in Leipzig oder Eilenburg mitgeführt wurde. 

Glücklich ist der Verein, dass er mit der Einweihung des Turnhallenanbaus in Weidenhain nicht nur über gute Trainingsbedingungen für die Gruppen, sondern auch über eigene Vereinsräume verfügt. Das erleichtert vieles, denn beim FC Weidenhain ist alles selbst gemacht. Von den Kulissen angefangen bis hin zu der Deko und den Kostümen. Da braucht man auch ein Lager.  Das Ausbremsen durch Corona hat auf der einen Seite viele Veranstaltungen ausfallen lassen, gemeinsame Treffen und Training unmöglich gemacht. Doch es hat zum Glück andererseits noch nicht dem Zusammenhalt geschadet. Training findet individuell daheim statt. 

Alle hoffen und planen eine würdige Jubiläumsfeier für den September, wenn Corona es zulässt. Damit das Gründungsdatum jedoch nicht in Vergessenheit geriet, gab es am Gründonnerstagabend ein Höhenfeuerwerk für alle. Für die Mitglieder, die Geschichte und Vorreiter des Vereins, für die Dorfgemeinschaft und alle anderen. Zugleich wurde ein Zeichen gesetzt: Wir lassen uns nicht unter kriegen und machen weiter, trotz Corona.

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