Samstag, 15. Mai 2021
Dienstag, 6. April 2021

2,7 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant

Landkreis Nordsachsen.Foto: Repro: TZ

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Nordsachsen erlebte 2020 einen Kostenanstieg bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Kinderheimen und Wohngruppen.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Die Kosten für den Sozialen Bereich sind ein Kernstück jedes kommunalen Haushalts. Immer wieder weisen sowohl Finanzbeigeordneter als auch Landrat auf die Unwägbarkeiten hin, die dieser Kostenblock bereithält. Von einem Drift, der Entkoppelung zwischen den realen Ausgaben und den finanziellen Zuschüssen von Bund und Land, sprach zuletzt der 2. Beigeordnete des Landkreises, Jens Kabisch. 

Wie schwer sich mit diesen Ausgaben planen lässt, zeigt ein Blick in die Unterlagen des März-Kreistags, bei dem die Räte auch über- beziehungsweise außerplanmäßigen Ausgaben der Verwaltung im Jahr 2020 zustimmten. 2,7 Millionen Euro zusätzlich gingen in jenem Jahr für die sogenannten Hilfen zur Erziehung über den Tisch. Ursprünglich geplant waren für Kinderheime und Betreutes Wohnen von Jugendlichen 8,6 Millionen Euro.

Als 2018 der Haushalt für die Jahre 2019/2020 erstellt wurde, sei dieser Sprung noch nicht kalkulierbar gewesen, sagt der für die Finanzen zuständige Jens Kabisch. Zwar rechne man sowohl steigende Fallzahlen als auch steigende Personalkosten immer mit ein, Prognosen seien aber dennoch schwierig. 

In den Kreistagsunterlagen liest sich die Begründung für den Kostensprung so: „Die Anzahl von Kindern und Jugendlichen, für die stationäre Hilfsangebote durch Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnformen (…) erforderlich sind, ist ansteigend. Dies wurde bereits bei der Aufstellung des Haushaltsplanes 2020 berücksichtigt. Allerdings prognostizieren die aktuellen Entwicklungen mit 347 laufenden und beendeten Fällen für das Jahr 2020 67 Fälle mehr, als geplant.“ 

Darüber hinaus seien auch die Entgelte in den Trägereinrichtungen gestiegen. „Gegenüber dem Planungszeitpunkt sind bei den in Rechnung gestellten Personalkosten insbesondere durch Tarifanpassungen Steigerungen von durchschnittlich 16,5 Prozent pro Fall/pro Tag zu verzeichnen. 

Während bei den 2,7 Millionen Euro der Kreistag zustimmen musste, reicht bei über- beziehungsweise außerplanmäßigen Ausgaben unter 75 000 Euro das Placet des Kreisausschusses. Der ließ für den 2020er Haushalt noch 30 000 zusätzliche Euro für die Vorbereitung auf einen potenziellen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) passieren. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt schaffte dafür Berge-Sets und Schutzausrüstung an, nachdem im September 2020 der erste ASP-Fall in Brandenburg bekannt geworden war. 

Beschäftigt hat sich der Kreisausschuss auch mit zusätzlichen rund 68 000 Euro für den Zuschuss an die Suchtberatung im Landkreis Nordsachsen. Hier gibt es zwei Gründe, die ebenfalls erst nach abgeschlossener Haushaltsplanung griffen.  Zum einen wurden die gesetzlichen Grundlagen geändert, nach denen sich der Zuschuss bemisst. Zum anderen führten Erkenntnisse aus der Rechtssprechung dazu, auf den zehnprozentigen Eigenanteil des Trägers zu verzichten, um dessen Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden. Ursprünglich waren hier rund 160 000 Euro eingeplant.

Artikel mit ähnlichen Schlagwörtern suchen:

JugendamtNordsachsenDoppelhaushalt 2019/20


Das könnte Sie auch interessieren

DER MAZDA CX-3

Mountainbikemagazin

 
KLIMA UND ENERGIE
27.05.2021, 10:30 - 11:30
Künstliche Intelligenz in der Produktion
02.06.2021, 15:00 - 16:00
Das digitale Büro - Ersetzendes Scannen
04.06.2021, 13:00 - 14:00
Gründerabend
10.06.2021, 16:00 - 18:00
Neue Absatzchancen in Österreich
22.06.2021, 09:30 - 12:30
Kunststoff trifft Medizintechnik
23.06.2021 - 24.06.2021
Webinar: Der GmbH-Geschäftsführer
30.06.2021, 16:00 - 18:00
Webinar: Der GmbH-Geschäftsführer
02.07.2021, 16:00 - 18:00

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de