Sonntag, 18. April 2021
Donnerstag, 8. April 2021

"Unser Interesse ist groß, den ersten Abschnitt bald freizugeben"

Holger Reinboth im Interview Foto: TZ-Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Stehla/Köllitsch. Deichverteidigungswege dürfen allgemein nicht als Radwege genutzt werden. Es sei denn, sie werden öffentlich gewidmet. Die Torgauer Zeitung sprach mit Arzbergs Bürgermeister Holger Reinboth über die Problematik. 

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Die vielen neuen Pflasterwege an den Deichen könnten den Radtourismus in Ostelbien enorm beflügeln. Wie sieht man das in Arzberg?

Wir haben das Thema schon vor zwei Jahren im Gemeinderat intensiv besprochen. Damals waren auch zwei Vertreter der Landestalsperrenverwaltung anwesend, die den Entwurf eines Gestattungsvertrages präsentierten. Als Kommune haben wir großes Interesse, Abschnitte im Gemeindegebiet zu übernehmen.

Welche wären das?

Insbesondere das fertig gewordene Teilstück zwischen Stehla bis zur Elbfähre und weiter bis nach Köllitsch. Dann auch Abschnitte bei Kathewitz bis Pülswerda, die teilweise noch gebaut werden. Wenn alles fertig ist, könnte die Widmung erfolgen. Bis zur Fertigstellung dauert es aber noch einige Zeit. 

Also müssen sich Fahrradfreunde weiter gedulden? 

Das erwähnte Teilstück zwischen Stehla und Köllitsch würden wir gerne schon eher in Obhut der Gemeinde übernehmen. Die Arbeiten sind fertig. Man könnte die Strecke als eine mögliche Route im Elbradweg auf ostelbischer Seite integrieren. 

Was kommt da auf die Kommune an Kosten zu? 

Eine exakte Kostenermittlung gibt es bislang nicht, aber ich denke, dass sich die Ausgaben in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Wir müssten im Winter die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten und auch Schäden beseitigen, die womöglich durch Vandalismus entstehen. Inwieweit wir auch für bauliche Schäden zuständig sind, die an den neuen Wegen auftreten, dass müssten wir nochmal im Detail mit der Landestalsperrenverwaltung klären. Ich hoffe, dass in Kürze weitere Gespräche mit der LTV möglich sind und dass wir vielleicht rasch eine Unterzeichnung der Dokumente hinbekommen. Unser Interesse ist groß, den ersten Abschnitt vielleicht schon bis zu Beginn der Radfahrersaison freigeben zu können. Die Strecke ist etwa fünf bis sechs Kilometer lang. Die Touristen auf dem Elberadweg müssten dann nicht mehr auf der viel befahrenen S 25 unterwegs sein. 

Werden die Schranken an den Deichwegen künftig abmontiert?

Auch dazu müssten wir uns noch intensiv mit der LTV verständigen. Vielleicht werden künftig Poller aufgestellt, um andere Fahrzeuge von diesen Wegen fern zu halten. Wie sieht es mit der Beschilderung aus? Dazu sind Gespräche mit dem Landkreis notwendig. Der ostelbische Radweg wurde ja erst vor fünf Jahren neu ausgeschildert. Wir waren damals bei der Übergabe in Köllitsch übrigens sehr stolz, dass unsere Region mit in das gesamte Netz des Elberadweges aufgenommen wurde. 

Nico Wendt 


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