Mittwoch, 5. Mai 2021
Sonntag, 11. April 2021

Illegaler Müll sorgt immer wieder für Ärger 

Gefunden in der Nähe Belgerns: Eine Kiste mit Erotik-DVDs. Foto: privat

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Eine Kiste Pornos ist schnell im Wald entsorgt. Doch ebenso wie sorglos dort abgelagerter Grünschnitt ist dies kein Kavaliersdelikt.

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Zuletzt waren es Grünabfälle und mit Restmüll versetzter Hundekot – immer wieder muss Bernd Tinter Müll von seinen Feldern räumen, den  gedankenlose Zeitgenossen dort illegal entsorgt haben. Und nein, mit dem Hundekot sei keine zusätzliche Düngung des Bodens verbunden.  „Klar, Hundekot kann in Maßen auf dem Misthaufen landen und dann mit als Dünger eingesetzt werden“, erläutert der Mehderitzscher. Es solle aber jeder mal überlegen, wie ihm der Gedanke gefällt, die Kartoffeln im heimischen Garten mit den Tierexkrementen zu behandeln.

260 000 Euro fürs Sammeln

Der Unrat auf Tinters Flächen ist kein Einzelfall. Illegale Müllablagerungen kommen nahezu täglich vor. Deshalb ist die Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz mit ihrer Umweltwacht regelmäßig unterwegs, um diese Ablagerungen zu beseitigen. „Beliebt sind immer wieder abgelegene Stellen wie Parkplätze, Wald- und Feldwege und sonstige versteckte beziehungsweise nicht einsehbare Plätze“, berichtet Dr. Eckhard Rexroth. Der ist Umweltdezernent in der Kreisverwaltung, in deren Auftrag die A.TO den Müll einsammelt. Doch die regelmäßigen Kontrollen reichen längst nicht mehr aus.

„Im Raum Torgau-Oschatz wurden 2020 zusätzlich zur Routinetour der Umweltwacht der A.TO 221 Aufträge wegen illegalen Ablagerungen ausgelöst“, so Dr. Rexroth. Dass es 2020 wegen zeitweise geschlossener A.TO-Betriebshöfe zu vermehrten illegalen Ablagerungen gekommen sei, würden die Zahlen nicht zeigen.

„Im Haushaltsentwurf für den Doppelhaushalt 2021/22 des Landkreises Nordsachsen sind insgesamt 260 000 Euro für die Entsorgung von illegalen Müllablagerungen vorgesehen“, so Eckhard Rexroth. Die Erfahrungen der zurückliegenden Jahre zeigen: Dieses Geld wird komplett gebraucht. Für die kreative Abfallentsorgung Einzelner zahlen am Ende also alle, denn „diese Ausgaben muss jeder Bürger über seine Müllgebühren refinanzieren“, sagt der Umweltdezernent.

Dabei ist es offenbar oft Unwissenheit gepaart mit einer gewissen Bequemlichkeit, die dem Umweltfrevel den Boden bereitet. Grünabfälle in Plastiksäcken sind laut Eckhard Rexroth am ärgerlichsten. „Unabhängig davon, dass Plastiksäcke für die Umwelt besonders schädlich sind, bietet der Landkreis Nordsachsen flächendeckend die kostenfreie Annahme von Laub, Grün-, Baum- und Strauchschnitt auf seinen Wertstoffhöfen an“, macht er klar. 

Im schlimmsten Falle droht Haft

Eine weitere beliebte Ablagerungsstelle für illegale Abfallablagerungen seien auch die zahlreichen Glascontainerstandplätze. „An diesen Plätzen werden oftmals Pappe und Papier abgelagert“, so der Umweltdezernent verständnislos. Denn auch Pappe und Papier holt die A.TO kostenlos ab. Gleiches gilt für alte Elektrogeräte. „Diese können ganzjährig kostenfrei auf den Wertstoffhöfen des Landkreises abgegeben werden. Darüber hinaus werden sie im Rahmen der Straßensperrmüllsammlung durch die A.TO  abgeholt.“ 

Die illegale Entsorgung von Müll ist kein Kavaliersdelikt.  „Ergeben sich Hinweise auf den Verursacher, eröffnet der Landkreis das Verwaltungsverfahren“, so Eckhard Rexroth. Verwarn- und Bußgelder seien die Folge. Bei gefährlichen Abfällen, wie zum Beispiel Öl oder Asbest, drohe sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Allerdings ist die Aufklärungsquote überschaubar. „Im Jahr 2020 wurden in 13 Ablagerungen Hinweise auf den Verursacher gefunden“, berichtet der Umweltdezernent. Um künftig mehr Verursacher ausfindig zu machen, sei auch die Mitwirkung der Bevölkerung wichtig.


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