Freitag, 24. September 2021
Montag, 12. April 2021

Operation an der "Lebensader" 

Alte und neue Rohrleitung nebeneinander. Beide mussten verbunden werden. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch/Drebligar. Am Montag erfolgte die Umbindung der neuen Trinkwasserhauptleitung in der Nähe von Drebligar/B 182. Dafür musste die Region Dommitzsch komplett vom Netz genommen werden. 

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Schief gehen darf nichts. Denn das hätte fatale Folgen. Von diesem Stück Leitung hängt die Wasserversorgung einer ganzen Kleinstadt und mehrerer umliegender Orte ab. Deshalb sind die Mitarbeiter der Schulz Bau GmbH besonders konzentriert, als sie sich am Montag früh 6.30 Uhr in der Nähe von Drebligar unmittelbar an der B 182 ans Werk machen, um die neu verlegte Trinkwasser-Transportleitung an den alten vorhandenen Strang anzuschließen.

Puffer eingeräumt 

Firmenchef Hans-Detlev Schulz ist persönlich vor Ort. Auch der Geschäftsführer des Trink- und Abwasserzweckverbandes, Uwe Fiukowski, kommt hinzu, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Bis 14 Uhr, so die ehrgeizige Vorgabe, soll die Umbindung erfolgt sein. Gegen 16 Uhr soll wieder Wasser durch das Versorgungsnetz fließen. Etwas Puffer sei eingerechnet, damit man Zeit zum Reagieren hat. Denn passieren kann viel. 

„Man muss behutsam vorgehen“, betont Hans-Detlev Schulz. Der alte Strang in Richtung Dommitzsch ist in den Morgenstunden gekappt worden. Die Leitung wurde entleert, dafür ist jetzt Luft drin. Das muss sich später wieder ändern. „Die Luft muss raus, dafür darf das Wasser nicht mit zu viel Druck in das Rohr gebracht werden. Das Befüllen muss langsam vonstatten gehen“, beschreibt Uwe Fiukowski. 

Nicht auszudenken, wenn es bei der Inbetriebnahme einen Schaden gibt – dann wäre Dommitzsch noch länger ohne Trinkwasser. Dann müssten die Männer der Schulz Bau GmbH und des Zweckverbandes wohl eine Nachtschicht einlegen. 

Kita und Schule dicht 

Die Vorbereitungen für die große Aktion am Montag liefen schon länger. Abstimmungen waren zum Beispiel auch mit der Vandemoortele Dommitzsch GmbH zu treffen. Das Werk habe, wie der ZV-Geschäftsführer bestätigt, eigens die Produktion für diesen Tag runtergefahren. Bürgermeisterin Heike Karau wiederum entschloss sich in Absprache mit den zuständigen Fachämtern und Leitern der Kindereinrichtungen, sowohl die Grundschule als auch die Kita für den Montag komplett zu schließen. Ohne Trinkwasser in der Zeit von 7.30 bis 16 Uhr seien insbesondere die hygienischen Anforderungen nicht mehr gewährleistet, weil die Sanitärbereiche ja nicht funktionieren. 

Viele Abschnitte 

Schon seit mehreren Jahren lässt der Zweckverband die Trinkwasser-Hauptleitung zwischen Torgau und Dommitzsch Abschnitt für Abschnitt sanieren. Bei früheren Umbindungen konnten immer andere Lösungen gefunden werden. „Wir haben die Wasserversorgung beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH über Querverbindungen aufrecht erhalten. Diesmal ging das nicht“, so Uwe Fiukowski. 

Die Trinkwasser-Transportleitung ist für die Gänsebrunnenstadt eine Art Lebensader. Pro Stunde fließen im Normalbetrieb etwa 20 Kubikmeter und in Spitzenzeiten sogar über 60 Kubikmeter Wasser hindurch. Als großer Abnehmer gilt wie erwähnt die Vandemoortele Dommitzsch GmbH als Hersteller von Tiefkühlbackwaren. Darüber hinaus hängen neben Dommitzsch auch noch die Ortsteile Wörblitz, Greudnitz, Proschwitz und Commende am Netz. Die Arbeiten am 9. Bauabschnitt laufen seit März. Während die Reif Baugesellschaft Schkeuditz die Verlegung von rund 1100 Metern Rohrtrasse zwischen Vogelgesang und Abzweig Drebligar übernahm, ist die Firma Schulz Bau GmbH vor allem für das Umverlegen der Leitung im Kreuzungsbereich, das Anbinden der Ortslage Drebligar und für den Anschluss der neuen Leitung an den alten Strang zuständig. Rund 300 Meter Rohr musste man dazu selbst neu verlegen. Dabei handelt es sich um duktilen Guss. Das bedeutet, dass sich das Material unter Schwerbelastung lediglich plastisch verformt und nicht gleich bricht. 

Aus Stahlbeton 

Die alte Hauptleitung, die parallel verläuft, wurde 1956 in die Erde gebracht und besteht aus Stahlbeton, deren rohrverbindende Stahlmanschetten mit der Zeit korrosionsanfällig geworden sind. Im Zuge dieser Maßnahme wird für den weiteren Bauabschnitt auch die Vorarbeit geleistet, um später ohne erneute Unterbrechung die Sanierung der Hauptleitung fortzuführen. Dabei wird der 2.50- Meter-Abstand, der zwischen alter und neuer Trasse liegt, nach dem Einbau eines Schieberkreuzes und mittels eines Rohrleitungspassstückes provisorisch überbrückt. Hier soll dann die Sanierung der Hauptleitung bis Dommitzsch im nächsten Jahr weitergehen. Klappt alles, erfolgt am 15. April die vorläufige Bauabnahme des Rohrleitungsbaus. Das wäre gleichzeitig die Freigabe für den folgenden Ausbau der Kreuzung bei Drebligar und für die Anbindung der Gewerbestraße an die B 182 durch das Bauunternehmen EZEL.

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