Mittwoch, 5. Mai 2021
Dienstag, 13. April 2021

Stark in Form zur Halbzeit

Der Torgauer Marco Kroß, hier bei einem früheren Wettkampf in Neiden, erzielte am Wochenende beim ersten EM-Qualifikationswettkampf den 1. Platz.Foto: Foto: TZ/Archiv

Von Norbert Töpfer

Trap-Schützen-Trio bei Qualifikation sehr erfolgreich.

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Einen Glanzpunkt setzten die Nordsachsen Kathrin Murche, Marco Kroß und Paul Pigorsch am vergangenen Wochenende bei der ersten Qualifikation der deutschen Trap-Schützen für die Europameisterschaft im kroatischen Osijek (1. bis 5. Juni). Murche sicherte sich bei den Frauen den 1. Platz. Das gleiche gelang Kroß, der seinen „Landsmann“ Pigorsch auf Platz zwei verwies. Allerdings ist erst Halbzeit, denn in 11 Tagen findet der zweite Teil der EM-Ausscheidung in Suhl statt. Danach werden die getroffenen Wurfscheiben zusammengezählt.  Besser hätte das Ergebnis für das nordsächsische Trio nicht ausfallen können. Dass alle drei Schützen gleichzeitig bei einem so wichtigen nationalen Wettkampf derart stark schießen, gab es noch nie. Zumal der Druck für Murche und Kroß sehr groß ist. Während es Pigorsch noch relativ gelassen angehen kann, weil er als Angehöriger des sogenannten Top-Teams Tokio wie auch Andy Löw bereits für die Europameisterschaft gesetzt ist. 

Verkehrsunfall

Dabei hätte Kathrin Murche diesen für sie so wichtigen Wettkampf fast verpasst. Am Freitag, einen Tag vor Beginn der EM-Qualifikation, hatte sie einen Verkehrsunfall, der schlimm hätte enden können. Ein 86-jähriger Mann fuhr ihr von hinten ins Auto, als sie vor einem Kreisverkehr stand und wartete, dass sie einfahren konnte. Dazu kam es nicht. Denn der alte Herr, der sich aus ihrer Erinnerung mit relativ hoher Geschwindigkeit näherte, rammte ihr Auto. „Ich erlitt eine Prellung im unteren Rippengürtel, die auch jetzt noch schmerzt. Mehr ist mir zum Glück nicht passiert.“ Im Wettkampf hatte sie aber noch Schmerzen. „Aber ich war so aufs Schießen fokussiert, dass ich die Schmerzen ignorieren konnte.“  

Sieger nicht ganz zufrieden

Zurück zum Sport: Kroß muss in der Gesamtwertung der Qualifikation ohne Einbeziehung der Ergebnisse von Löw und Pigorsch der beste Schütze sein. Damit geht der Krankenpfleger mit der bestmöglichen Ausgangsposition in die zweite Qualifikation übernächstes Wochenende.  Pigorsch (Bärensäule Weidenhain/SGi Frankfurt/Oder) ist zufrieden mit Rang zwei. „Das war nicht ganz so einfach. Immerhin war es mein erster Wettkampf nach eineinhalb Jahren. Vor allem am ersten Tag lief es nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Am zweiten Tag habe ich mich dann gut rein gefitzt. Da lief es hervorragend. Mit den 118 Wurfscheiben kann ich leben“, erklärte der 29-Jährige, der noch immer die Chance hat, sich für die Olympischen Spiele in diesem Jahr zu qualifizieren. Das trifft auch für Andy Löw (WTC Wiesbaden, SGi Frankfurt/Oder) zu, der wie Pigorsch bereits für die EM qualifiziert ist. Der 39-Jährige blieb in Frankfurt/Oder als Sechster mit 115 Wurfscheiben aber unter seinen Möglichkeiten.  Somit geht Kroß von SSC Neiden 1997 mit der besten Ausgangsposition in den zweiten Teil der Quali. Er schoss am vergangenen Wochenende 119 Wurftauben. Der amtierende Deutsche Meister hat sich offenbar gut mit seiner neuen Waffe eingeschossen, bleibt aber bescheiden: „Von neuer Waffe kann ich nicht reden. Immerhin schieße ich schon seit einem Jahr mit ihr.“ Trotz seines Sieges ist der 28-Jährige nicht ganz zufrieden. „Der erste Tag war durchwachsen. Der zweite Tag lief ideal. Da habe ich fehlerfrei geschossen. Aber ich werde den Qualifikationsauftakt nicht überbewerten. Auch weil der Schießstand in Frankfurt/Oder mir schon immer liegt.“ In Suhl sei noch mal volle Konzentration von ihm gefordert. Immerhin hat der nun in Torgau wohnende Schütze schon einmal eine negative Erfahrung mit einer EM-Qualifikation erlebt. „Das war 2018. Die erste Quali hatte ich gewonnen. Dann ist meine Flinte kaputt gegangen und ich musste mit einer Ersatzflinte schießen. Aber es reichte im zweiten Wettkampf nur zu Rang drei. Und ich habe damit die Europameisterschaft verpasst.“ Dennoch wirkt Kroß wie immer relativ entspannt. 

Montag Spätdienst

Bereits am Montag, also einen Tag nach dem wichtigen Wettkampf, absolvierte er seine Spätschicht im Krankenhaus Eilenburg.  Kathrin Murche, mit 21 Jahren die Jüngste im Nordsächsischen Trio, wusste wie ihre männlichen Kollegen zu überzeugen. Die Sportsoldatin, die für die SGi Frankfurt/Oder aktiv ist, gewann auf ihrer Heimanlage mit 115 Wurfscheiben. Sie verwies die bereits 42-Jährige Tischlermeisterin Sonja Scheibl (Itzstedter SV/113 Scheiben) und die 23-Jährige Bettina Valdorf (SGi Frankfurt/Oder/110) auf die Plätze.  Kathrin Murche wirkte am Montag völlig entspannt. „Auch wenn es ein bis zwei Scheiben hätten mehr sein können, bin ich zufrieden. Auf der Heimanlage zu schießen, ist schwierig, weil dann auch die Erwartungshaltung größer ist.“ Froh ist die 21-Jährige natürlich auch darüber , weil sie in ihrer operierten Schulter keinerlei Schmerzen spürte. Am Sonnabend seien allerdings die äußeren Bedingungen nicht so optimal gewesen, weil es kalt war. „Ich setze dann aber auch keine Handschuhe auf. Ich halte meine Hände durch Gymnastik mit den Fingern warm.“ Mit Erfolg, weil sie gewann.

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