Donnerstag, 6. Mai 2021
Dienstag, 13. April 2021

Steffen Bothendorf als Ehrenbürger?

Schloss Graditz – die jahrzehntelange Wirkungsstätte von Steffen Bothendorf. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Hinsichtlich einer möglichen posthumen Ehrung des ehemaligen Graditzer  Gestütsleiters äußerten sich die Torgauer Stadträte.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

?Steffen Bothendorf sollte Ehrenbürger Torgaus werden – das schlug der ehemalige stellvertretende TZ-Chefredakteur Frank Lehmann in seinem Nachruf auf den vor einigen Tagen verstorbenen ehemaligen Graditzer Gestütsleiter vor. Er wäre damit der vierte Torgauer Ehrenbürger nach William Robertson, Alexander Silwaschko und Hans Nadler. 

„Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die eine Stadt verleihen kann“, ordnet Oberbürgermeisterin Romina Barth ein. Nach Paragraf 26, Absatz 1, der Sächsischen Gemeindeordnung entscheidet der Gemeinderat über die Verleihung. „Personen, die sich in besonderem Maße um die Entwicklung der Gemeinde oder das Wohl ihrer Bürger verdient gemacht haben“, charakterisiert das Gesetz mögliche Kandidaten.

Hinsichtlich der Verdienste Steffen Bothendorfs für Torgau oder seine Bürger gaben auch die Stadträte und die Oberbürgermeisterin erste Stellungnahmen zu Protokoll. 

Axel Klobe, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler:
Wie viele Ehrenbürger hat Torgau eigentlich? Es wäre mal eine Grundsatzdiskussion wert, wie hoch die Trauben für die Ehrenbürgerschaft eigentlich hängen. Hinsichtlich Steffen Bothendorf sind wir gesprächsbereit, wenn da was von offizieller Seite kommt. In der Fraktion haben wir uns dazu aber noch nicht beraten. Festlegen möchte ich mich selbst jetzt nicht – ich bin nicht so der Pferdefan.

Dr. Frank Henjes, scheidender Fraktionsvorsitzender der SPD:
Das müssten wir im Stadtrat ansprechen. Dem Vorschlag selbst stehe ich offen gegenüber. Ich kannte ihn persönlich durch Führungen im Schloss Graditz. Wir haben da einige augenärztliche Fortbildungen abgehalten. Ich denke, seine Verdienste sind bedeutend genug für eine Ehrenbürgerschaft.

Peter Nowack, FDP:
Der Vorschlag ist gut, allerdings wage ich nicht zu beurteilen, ob Steffen Bothendorfs Wirken im Gestüt so bedeutsam für Torgau ist. Ich kannte ihn übrigens persönlich und habe ihn immer bewundert ob seiner Arbeit. Jedoch sind mir noch die Diskussionen um die Elbeday-Veteranen im Gedächtnis haften geblieben. Darum glaube ich nicht daran, dass es eine Mehrheit im Stadtrat für den Vorschlag geben wird.

Henry Goldammer, CDU:
Dazu kann ich momentan nichts Konkretes sagen – das müssen wir erst in der Fraktion beraten. Darüber heute zu entscheiden, empfinde ich als verfrüht. Zuerst gilt natürlich der Familie Bothendorf unser aufrichtiges Beileid. Persönlich mag ich Pferde sehr. Ich kenne als Torgauer auch das Gestüt Graditz und dessen positiven Ruf weit über die Landesgrenzen Sachsens hinaus. Um die Leistungen Steffen Bothendorfs als Einzelperson einschätzen zu können, bedarf es für mich allerdings noch ein wenig mehr Recherche. Im Rahmen der jährlichen Auszeichnung verdienter Bürger der Stadt Torgau, kann Herrn Steffen Bothendorf die entsprechende Würdigung zum gegebenen Zeitpunkt entgegengebracht werden.

Dieter Glimpel, AfD:
Weder habe ich Interesse für Pferdezucht, noch kannte ich Herrn Bothendorf persönlich und hatte weder privat noch dienstlich mit ihm zu tun. Deshalb kann ich mich nicht über ihn äußern. Was ich aber über ihn gehört habe, steht dem Vorschlag nicht entgegen. Ich kann mich also jetzt noch nicht definitiv zu dem Vorschlag äußern.

Karl-Friedrich Potzelt, Fraktionsvorsitzender Die Linke:
Wir sind dem Vorschlag sehr zugetan. Steffen Bothendorf war über 30 Jahre Gestütsleiter und hat für die Pferde gelebt. Mit seiner Arbeit hat er die Region Torgau über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Das ist gar nicht hoch genug zu würdigen. 

Romina Barth, CDU, Oberbürgermeisterin:
In der Tat ist Herr Bothendorf ein sehr geschätzter Bürger der Stadt, der weit über die Stadtgrenzen hinweg erkennbar und außerordentlich Gutes im Rahmen seiner hauptamtlichen Tätigkeit geleistet hat. Seinen Verdiensten gebührt großer Respekt und Dank. Der Gedanke an eine Ehrenbürgerschaft kann somit nachvollzogen werden. Gleichwohl können die Leistungen eines Bürgers auch ohne Ehrenbürgerschaft hochgehalten werden. Zum Beispiel zeigt die Verwaltungspraxis der letzten Jahre auf, dass die Stadt Torgau die Verdienste ihrer Bürgerinnen und Bürgern ehrt und wertschätzt, beispielsweise durch die Verleihung des Ehrenamtspreises.


Das könnte Sie auch interessieren

DER MAZDA CX-3

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de