Sonntag, 19. September 2021
Freitag, 16. April 2021

Statt Getreide sprießen Eichen, Hecken und Obstgehölze 

Olaf Kroggel, Stiftung Wald für Sachsen, Bürgermeisterin Heike Karau und Stadtförster Christian Kurth. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Am Freitag wurde eine weitere Erstaufforstung im Stadtwald Labaun abgeschlossen. Auf rund 1,4 Hektar Ackerland wächst künftig Mischwald heran. 

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Normalerweise wäre am Freitagvormittag im Stadtwald Labaun ein großer Menschenauflauf gewesen. Vertreter der Stiftung Wald für Sachsen, von Sponsoren wie der MITGAS GmbH, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, verschiedene Ehrengäste, eine Dommitzscher Schulklasse – sie alle hätte man vor Ort begrüßen können. 

Bäume und Sträucher

Doch in Zeiten von Corona führten Bürgermeisterin Heike Karau, Stadtmitarbeiter Christian Kurth und Olaf Kroggel von der Stiftung Wald für Sachsen den Abschluss der groß angelegten Pflanzaktion alleine durch. Das Setzen des sogenannten Symbolbaumes beendete offiziell die Arbeiten, die rund eine Woche gedauert hatten. Mit einer kleinen Stechpalme wurde der Baum des Jahres 2021 in die Erde gebracht. Davor hatte man gemeinsam noch zehn Vogelkirschen – die Urform unserer heutigen Hauskirsche – gesetzt. Zufrieden schaute man anschließend auf die ehemalige Ackerfläche, die sich bald in eine „grüne Lunge“ verwandelt.  Auf rund 1,4 Hektar wachsen demnächst die unterschiedlichsten Bäume und Sträucher heran. Der regionale Energieversorger MITGAS trug mit fast 2100 Bäumen, darunter Stieleiche, Winterlinde, Hainbuche und Vogelkirsche sowie 76 Sträuchern, wie Wildapfel, Schlehe, Weißdorn und Haselnuss, erheblich zum Gelingen des Gesamtprojekts bei. Außerdem brachte sich auch der Verein PRIMAKLIMA finanziell bei dieser Erstaufforstung mit ein. 

Fünf Jahre Pflege 

„Das Projekt beinhaltet zugleich eine fünfjährige Pflege. Denn es droht für die Jungbäume Gefahr unter anderem durch Trockenheit und durch Begleitvegetation, an diesem Standort wahrscheinlich Gräser, noch im Boden befindliches Getreide oder durch Brombeere“, zählte Olaf Kroggel auf. Zweimal im Jahr sei die Fläche folglich unter die Lupe zu nehmen. Gegebenenfalls sind auch Nachpflanzungen erforderlich. 

Bürgermeisterin Heike Karau und Stadtmitarbeiter Christian Kurth freuten sich, dass es im Vorfeld wieder eine Einigung mit der Landwirtschaftlichen Eigentümergemeinschaft gegeben hatte. Der Dommitzscher Agrarbetrieb war viele Jahre Pächter des Feldes. Schon 1996 und 1997 sowie 2007 konnten benachbarte Flächen in Wald umgewandelt werden. Die betreffenden Stieleichen, Hainbuchen, Winterlinden, Robinien sowie verschiedene Obstgehölze und Sträucher haben inzwischen eine stattliche Größe erreicht. „Bis zum Jahre 2021 haben wir insgesamt schon 8,2 Hektar erstmalig wieder aufgeforstet“, erklärte die Bürgermeisterin stolz und dankte dabei Förster Christian Kurth, der sich sehr dafür einsetzt und gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst die Bewirtschaftung übernimmt.

Große Bedeutung 

Heike Karau ließ nicht unerwähnt, dass man den Stadtwald „Labaun“, der zur Dübener Heide gehört, nicht nur aus wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten sehr zu schätzen weiß. Der Labaun habe auch aus touristischer Sicht und als Erholungsgebiet für die Einwohner der Gänsebrunnenstadt eine große Bedeutung. Olaf Kroggel wiederum betonte, dass der Freistaat noch das Ziel aus den 90er Jahren vor Augen hat, die Waldflächen in Sachsen auf 30 Prozent zu erhöhen. Allein im ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig soll der Waldanteil von etwa 12 Prozent auf 19 Prozent steigen. „Das bedeutet, dass wir rund 6000 Hektar zusätzliche Waldfläche erzeugen müssen“, verdeutlichte er. Und das falle zunehmend immer schwerer, weil der Grund und Boden sehr begehrt ist und viele andere Interessengruppen ebenfalls um Flächen streiten. Sei es für Besiedelung, Naturschutz oder Landwirtschaft. 

Die nunmehr eingeweihte Erstaufforstung am Labaun umfasst rund 8000 Bäume. Die Kosten schätzte Olaf Kroggel gestern auf rund 24 000 bis 25 000 Euro. Alle Beteiligten lobten gestern zudem das Engagement von MITGAS. Seit 2006 entstanden aus der Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieerzeuger und der Stiftung Wald für Sachsen bisher rund 21 Hektar neue Waldflächen in dreizehn Einzelprojekten, überwiegend im Großraum Leipzig.

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