Montag, 21. Juni 2021
Montag, 19. April 2021

Bundestagwahl 2021: Aus sechs können noch neun Kandidaten werden

Der Wahlkreis 151.Foto: Quelle: Bundeswahlleiter

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Nordsachsen. Seit gestern wissen wir: Annalena Baerbock will Kanzlerin werden. Doch während die Grüne bei ihrem Ziel die gesamte Partei hinter sich weiß, ist die Union weiter uneins. Immerhin: die längste Zeit hat ihre Entscheidungsfindung gedauert. Deutlich schneller waren da die Parteigremien auf Nordsächsischer Ebene – und zwar bei (fast) allen Parteien.

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Nur die Freien Wähler fehlen noch. Deren Sachsen-Vizechefin Denise Wendt kündigte gegenüber der TZ aber an, dass in den nächsten acht Wochen mit einer Entscheidung zu rechnen ist. „Wer werden definitiv nominieren.“ Sich selbst ins Spiel gebracht hat zudem der Audenhainer Sandro Oschkinat. Er will als Einzelkandidat antreten und muss dafür 200 Unterstützerunterschriften sammeln. Das gilt auch für den Tauchaer Karsten Gutjahr. Der will für die Satire-Partei "Die Partei" in den Bundestag.

Bis zum 19. Juli, 18 Uhr müssen alle Unterlagen beim Kreiswahlleiter im Schloss vorliegen. Dort fällt die endgültige Entscheidung, wer für die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September zugelassen wird.

SPD

Am schnellsten einig über ihren Kandidaten für Nordsachsen waren die Sozialdemokraten. Bereits Ende September 2020 nominierten sie Rüdiger Kleinke. Der erfolgreiche Unternehmer aus Delitzsch war bereits 2017 für die SPD in den Ring gestiegen. Damals holte er 14 Prozent der Erststimmen und damit 1,5 Prozentpunkte mehr als die Partei im Wahlkreis erringen konnte. Seine erneute Kandidatur begründete Kleinke mit den Worten, es komme darauf an zu handeln, „weil wir in einer Zeit leben, in der unsere Gesellschaft auseinander fliegt und die Demokratie beerdigt wird, wenn wir nicht aufstehen und für unser Land, unsere Werte kämpfen – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.“

CDU

Einige Wochen nach der SPD kürte die CDU Nordsachsen ihren Kandidatin. Dr. Christiane Schenderlein, im Jahr zuvor noch Bernd Merbitz im Kampf ums Direktmandat für den Landtagswahlkreis Torgau-Oschatz unterlegen, dann aber über die Listen in den Landtag eingezogen, sah sich erneut mit einer Kampfkandidatur konfrontiert. Dr. Jörg Burmeister, aus Leipzig stammender Richter am Torgauer Amtsgericht bewarb sich ebenfalls ums Mandat. Am Ende stimmten 89,7 Prozent für die Tauchaerin. Sie machte klar: „Wir sind nicht abgehangen, sondern eine Region mit Zukunft.“ Nordsachsen werde vom Wachstum Leipzigs profitieren. Zusätzliche Dynamik hatte die CDU-Nominierung bereits im Vorfeld erhalten, als Amtsinhaber Marian Wendt seinen zeitweisen Rückzug aus der Bundespolitik angekündigt hatte.

Grüne

Denis Korn heißt der Hoffnungsträger der Grünen in Nordsachsen. Die Partei nominierte den  Unternehmer aus Lonnewitz bei Oschatz im November 2020. Natürlich hoffen die Grünen auch in Sachsen den Schwung des Bundestrends mitzunehmen. „Ich strebe 30 000 Stimmen und ein Direktmandat an. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Aber ich denke, mit dem Fokus auf grüne Themen und der Unterstützung der anderen Mitglieder ist das zu schaffen“, erklärte Denis Korn seine Marschrichtung. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 holten die Grünen 3070 Erst- und 3028 Zweitstimmen. Die damals siegreiche CDU kam auf 38 207 Erst- und 34 321 Zweitstimmen.

AfD

Noch im alten Jahr nominierte auch die AfD ihren Kandidaten. Am 19. Dezember schickte der Kreisverband den Eilenburger René Bochmann ins Rennen. Bürgernähe und keine „Basta“-Politik von „oben“ stehen, hat der sich auf die Fahne geschrieben. Erreichen will er das durch, „konstruktive Sachvorschläge für unseren Heimatkreis und die konsequente Umsetzung möglicher Projekte zur Stärkung unserer ländlichen Region“, sagte er anlässlich seiner Nominierung. René Bochmann hat bereits bei der Landtagswahl 2019 gezeigt, dass er Stimmen ziehen kann. Im nordsächsischen Wahlkreis 35 kam er mit 30,6 Prozent der Erststimmen knapp hinter Sebastian Gemkow (CDU) mit 34,3 Prozent ein.

FDP

Seit 17. März ist klar, dass die Freien Demokraten in Nordsachsen mit  Martin Richter antreten. Der Bundeswehr Oberstleutnant engagiert sich seit 2018 in FDP, getragen vom eigenen Anspruch, nicht nur die Zukunft für seine Kinder zu gestalten, sondern auch die Lebenswirklichkeit aller Mitmenschen im Auge zu haben. Als Bundestagsabgeordneter will er Befindlichkeiten und Ideen aus Nordsachsen nach Berlin tragen und dort durchkämpfen. „Martin ist geschätzt als gut strukturierter Macher, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Flexibilität und Erfahrungen der Jahre im Einsatz bilden eine willkommene Basis, sich speziell den Themen des ländlichen Raumes in Nordsachen anzunehmen“, gab ihm seine Partei zur Nominierung mit auf den Weg.

LINKE

Als vorerst letzter stieß am 28. März der Leipziger Philipp Rubach zum Kandidatenkreis. Nominiert hat den parteilosen Lehramtsstudenten die LINKE. Philipp Rubach ist Begründer der Initiative Aufbruch Ost. „30 Jahre Ungleichheit sind genug. Ich wünsche mir mehr Rebellion, gerade unter jungen Ostdeutschen. Es liegt an uns, den Aufbruch im Osten zu wagen! Auf Wahlversprechen können wir lange warten. Nur wenn es uns gelingt, Druck von unten aufzubauen, wird es politische Veränderungen geben. Das hat die Geschichte gezeigt“, erklärt er dazu auf der Website wirsindderosten.de. 100 Prozent Zustimmung bekam er von den LINKE-Delegierten. „Der Osten braucht definitiv eine positive Auflösung nach vorn. Wenn er denn schon immer Testfeld war, dann aber richtig mit innovativen Ideen und kreativen Projekten“, formuliert Kreisvorsitzende Luise-Neuhaus Wartenberg die Erwartungen an den Kandidaten.


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