Mittwoch, 5. Mai 2021
Dienstag, 20. April 2021

Die 250 stets vor Augen

Florian Scholz beim Training in der Gewichtheber-Halle (Welsauer Weg). Foto: Thomas Manthey

Von unserem Redakteur Thomas Manthey

Florian Scholz (SSV Torgau) gilt in der Gewichtheber-Szene als ein großes Talent. Der 16-Jährige darf in der Corona-Zeit trainieren, da er Bundeskader ist.

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Gewichtheben. Florian Scholz hat das große Glück, dass er als Bundeskader zu den Leistungssportlern za¨hlt und somit regelma¨ßig trainieren darf. Das Riesentalent des SSV 1952 Torgau schuftet derzeit vier Mal die Woche in der Sportsta¨tte des SSV-Gewichtheber im Welsauer Weg. Und dies fast immer allein, angeleitet, gecoacht und unter den Argusaugen von Vater Heiko Scholz (49 Jahre) und seinem 69-jährigen Opa Manfred. Hinter dem jungen Torgauer liegen herausfordernde Monate und eine spannende Zukunft. Die TZ-Sportredaktion sprach mit Florian über Training, Wettkämpfe und das Fehlen seiner Trainingsfreunde.

Wie trainiert ein Leistungssportler unter den aktuellen Bedingungen? Ich kann, da ich ja Kader bin, also Bundeskader, so ziemlich normal trainieren. Ich habe meine festen Trainingstage, an denen ich in der Halle bin.

Was ist anders?

Mir fehlen meine Kumpels aus der Trainingsgruppe. Mir fehlen die Trainingslager, die Wettkämpfe und die ganze Atmosphäre. Die Bundesliga-Wettkämpfe sind derzeit ausgesetzt. Momentan trainiere ich vier Mal in der Woche. Demnächst stei- gert sich das Pensum auf fünf Trainingseinheiten pro Woche und auch der Leistungsumfang wird mehr.

Da ist also nicht viel los in der Halle. Aber ist das andererseits nicht auch gut? So kannst Du Dich doch auf das Wesentliche fokussieren?

Ja, für das pure Training ist dies schon gut, so kann ich mich besser konzentrieren. Ich merke schon, dass einiges anders und auch besser beim Training geht. Aber mir fehlt der Umgang mit meinen Freunden beim Training, das Quatschen und das Rumflaxen.

Wie ist es mit den Wettkämpfen, die ja zumeist als Online-Wettbewerbe veranstaltet werden? Kommst Du damit klar?

Ich komme eigentlich ganz gut klar. Ich bin ja ein Wettkampftyp und kann mich dann voll und ganz auf den Punkt in meinem Wettkampf fokussieren. Ich finde auch, dass meine Leistungen durch die fehlenden Wettkämpfe nicht maßgeblich beeinflusst werden. Ich liefere meine Leistungen in einem Online-Wettbewerb genauso gut ab wie in einem klassischen Wettkampf, bei dem Konkurrenz live und vor Ort dabei ist. Bei den Online-Wettkämpfen muss zu jedem Versuch ein Video mit eingeschickt und alles genau dokumentiert werden. Hinzu kommt, dass der Sportler sich bei jedem Versuch vorstellen und die Höhe des Gewichts allein ansagen muss.

Dein Trainingsumfang erhöht sich demnächst!

Ja, das ist richtig. Ich werde in absehbarer Zeit zukünftig dann fünf Mal die Woche trainieren. Derzeit ist alles sehr komprimiert. Nach meiner Verletzung stand zuna¨chst die Regeneration an. Danach wurde die Intensität schrittweise erho¨ht. Mit dem erhöhten Trainingspensum bekomme dann auch neue Trainings- zyklen.

Was waren 2021 Deine bislang besten Erfolge?


Ich habe meine Technik verbessern können und habe bei der Beinkraft zugelegt. Beim Spring-Cup, der als Online-Wettkampf veranstaltet wurde, habe ich mir den 2. Platz erkämpft. Schade ist nur, dass ich keinen wirklichen Vergleich anstellen konnte und kann, da durch Corona in den letzten Monaten bei den Wettkämpfen einiges durcheinander kam und beeinflusst wurde. Beim Spring-Cup, bei dem ich hinter Topfavorit Rishabh Saini (Anm. d. Red.: 235 kg im Zweikampf) vom TB 03 Roding den 2. Platz belegt habe, kam ich im Stoßen auf 121 Kilogramm und beim Reißen auf 102 Kilogramm und dies bei einem Körpergewicht von 77,8 Kilogramm. Ich war zufrieden.

Stehen denn in diesem Jahr noch große Wettkämpfe an?
Ja, aber alle unter Vorbehalt und in Abhängigkeit der Inzidenzzahlen: In der 25. Kalenderwoche steht eigentlich der Deutsche Gewichtheber-Jugendpokal in Riesa an und in der Kalenderwoche 47 die Deutsche Jugendmeisterschaft. Da ist der Austragungsort noch offen. Ich starte jeweils im olympischen Zweikampf (Anm. d. Red.: Reißen und Stoßen).

Du wirst ja nun von Deinem Vater trainiert und angeleitet wie auch von Deinem Opa. Klappt das?
(Lacht.) Ja, warum nicht? Sie betreuen mich innerhalb der Woche und die ganze Zeit. Unterstützung bekomme ich im und beim Training auch von Ingo Steinhöfel, der ist Trainer beim Chemnitzer Athletik Club. Zudem werde ich von Bernd Grabsch aus Radebeul betreut. Der schreibt auch meine Trainingspläne. Bernd Grabsch war dazumal Trainer von Marc Huster. Und dann werde ich auch noch von Thomas Faselt aus Görlitz angeleitet. Thomas Faselt und Bernd Grabsch machen zusammen die Auswertung meiner Wettkampf- und Trainingsprotokolle.

Welche persönliche Zielstellung hast Du Dir für 2021 aufgestellt?
Ich möchte Ende 2021 beim Zweikampf auf 250 Kilogramm kommen. Die Norm für Bundeskader Eins sind 251 Kilogramm. Doch dies ist alles auch abhängig von der Entwicklung meines Körpergewichtes.

Und, zu schaffen?

Ich denke schon. Oder Vati?

(Und Vater Heiko Scholz nickt und lächelt.)

 

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