Donnerstag, 6. Mai 2021
Donnerstag, 22. April 2021

Überraschung bei Hülskens

Das Kieswerk HülskensFoto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Liebersee. Kommt jetzt die Versöhnung mit Stadtrat und Anwohnern des Kiestagebaus?

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Der geplante Kauf der ehemaligen Zuckerrübenfabrik im brandenburgischen Brottewitz sorgte im Belgern-Schildauer Stadtrat für große Überraschung: 

Wie die Torgauer Zeitung in der vergangenen Woche berichtete, plant der Kiesproduzent Hülskens aus Liebersee die stillgelegte Fabrik samt Verladebahnhof im Mai von Südzucker zu übernehmen. 

Zentrale Rolle

Vor allem der Verladebahnhof spiele in der strategischen Ausrichtung der Sachsen eine zentrale Rolle, bestätigte in dieser Woche nochmals Geschäftsführer Oliver Simon im Gespräch mit der Torgauer Zeitung. Man sei bestrebt, im gesamten Hülskens-Firmenverband CO2-bewußt zu handeln. Brottewitz biete demnach die Möglichkeit, Rohstoffe künftig über den eigenen Bahnanschluss zu liefern, um so den steigenden Frachtkosten auf der Straße etwas entgegenhalten zu können.

Doch eben jenes „CO2-Bewusstsein“ sorgte nach Bekanntwerden der Brottewitz-Pläne für spitze Ohren bei Belgern-Schildaus Bürgervertreter. Hatten diese doch im vergangenen Jahr im Zuge des Raumordnungsverfahrens zur Erweiterung des Kiestagebaus nach einer emotionalen Diskussion in der Stadthalle mit Ex-Hülskens-Geschäftsführer Steffen Müller mit einem klaren Nein reagiert. Müsse der Kauf nun als Zeichen gewertet werden, dass es  mit den Abbauplänen in der Elbaue in Siebenmeilenstiefeln vorangeht? 

Hülskens war gegenüber der Landesdirektion mit knapp 300 Hektar ins Rennen gegangen, woraufhin besonders in den Ortsteilen Staritz und Liebersee eine Interessengemeinschaft besorgter Anwohner ihre Arbeit aufnahm. Deren Angst vor Lärm, Staub und zusätzlichen Lkw-Verkehr paarte sich mit Sorgen der Stadträte rund um den Elberadtourismus oder beispielsweise dem Risiko, dass dem Treblitzscher Park  das Grundwasser abgegraben werden könnte.

Größe noch unklar

Die Bedenken blieben bei Hülskens offensichtlich nicht unerhört. Wie Simon gegenüber der Torgauer Zeitung  erklärte, gehe das Unternehmen mittlerweile von einer deutlich kleineren Abbaufläche aus. Wie groß könne er derzeit noch nicht sagen. Aber man rücke deutlich von der Wohnbebauung sowie vom Treblitzscher Park in östliche Richtung des ursprünglich geplanten Abbaufeldes weg. 

Doch erst einmal müsse die Stellungnahme der Landesdirektion im Raumordnungsverfahren – diese entspricht einer Empfehlung – abgewartet werden. Simon rechnet im dritten Quartal des kommenden Jahres damit. Das letzte Wort habe dann das Oberbergamt in Freiberg, dessen Entscheidung dann noch einmal drei bis vier Jahre dauern  kann.

Kostengünstige Schiene

Der Kauf der Brottewitzer Zuckerrübenfabrik mit deren Schienenanbindung sei jedoch auch ohne die Erweiterungspläne von großer wirtschaftlicher Bedeutung für das Unternehmen, betonte Simon. „Mit Stand heute lagern noch für sieben Jahre Rohstoffe in und um Liebersee“, sagt der Geschäftsführer. Selbst diese könnten somit kostengünstiger auf der Schiene transportiert werden.


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