Mittwoch, 5. Mai 2021
Freitag, 23. April 2021

Täglich Bio-Eier aus Süptitz für den Verbraucher

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Süptitz. Bei immer mehr Menschen muss es, nicht nur beim Frühstück, ein Bio-Ei sein. Bei der Bio Henne Sachsen werden solche produziert. Ein neuer Standort ist nun in Süptitz hinzu gekommen.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Ein frisches Frühstücksei gehört am Wochenende bei vielen Familien auf den Tisch. In den letzten Jahren hat sich bei vielen Menschen an diesem Ritual nicht viel verändert, bis auf einen Umstand: Ei ist für viele Verbraucher nicht gleich Ei. Bei immer mehr Menschen muss es, nicht nur beim Frühstück, ein Bio-Ei sein. Eine Entwicklung, der sich auch die Eier-Produzenten, die Geflügelzüchter- und -halter in den letzten Jahren immer mehr gestellt haben. Einer von Ihnen ist Lorenz Eskildsen, Chef der Gänsezucht Wermsdorf und auch Geschäftsführer weiterer Unternehmen, zu denen die Bio Henne Sachsen GmbH mit verschiedenen Standorten zählt. Bei der Bio Henne Sachsen werden Bio-Eier produziert. Ein neuer Standort ist nun in Süptitz hinzu gekommen.

Der Wermsdorfer ist Fachmann durch und durch. Seit 1990 konzentrierte sich Lorenz Eskildsen auf die Gänsezucht und -produktion in den Regionen Nord- und Ostdeutschland. Auf Farmen in Wermsdorf, Königswartha und Gudendorf wird die landwirtschaftliche Spezialisierung und mit ihr die Entwicklung der Eskildsen-Gans konsequent betrieben. Heute sind alle Stufen der Gänseproduktion unter einem Dach zusammengefasst – das ist einmalig in Deutschland. Aber auch in der Puten- und Hühnerhaltung war und ist er erfolgreich. Zudem hat Lorenz Eskildsen in den vergangenen Jahren eigentlich alle Höhen und Tiefen der Geflügelhaltung erlebt. Das wohl schwärzeste Kapitel dabei, als beim großflächigen Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland auch in Wermsdorf sein damaliger Tierbestand getötet werden musste. Der gebürtige Norddeutsche machte danach weiter, mit Durchhaltevermögen, Herzblut und Fachkompetenz. Auch, als er später Hindernisse zu überwinden hatte oder neue Ideen zur Vermarktung wie den weihnachtlichen Wermsdorfer Gänsemarkt auf den Weg brachte.

Durchhaltevermögen musste Eskildsen beim Vorhaben, in Süptitz eine Produktionsstätte für Bio-Eier zu errichten, beweisen. Von den ersten Überlegungen bis zum Einzug der Junghennen hat zwölf Jahre gedauert. Zehn davon allein für das Genehmigungsverfahren. Eine Zeitspanne, die geprägt war von immer wieder kehrenden Einsprüchen und Einwänden gegen den Bau einer solchen Stallanlage. Vor allem aus der Bevölkerung kamen diese. „Wir mussten immer und immer wieder diese Einsprüche entkräften und widerlegen. Das hat gedauert, weil jeder für sich ein Verwaltungsakt war“, so der Geschäftsführer. Mit den Behörden habe es aber immer eine sachliche und vernüftige Zusammenarbeit gegeben. Da auf dem Grundstück Bäume gefällt werden mussten, gab es Auflagen. „Wir haben auf zehn Hektar Ersatzaufforstung in der Region Arzberg dafür geleistet“, erzählt Lorenz Eskildsen.

Mitte März wurde der auf dem ehemaligen Muna-Gelände auf Süptitzer Flur errichtete Stallkomplex in Betrieb genommen. Die beiden Stallgebäude und der jeweils angrenzende Auslauf nehmen insgesamt eine Fläche von 12 Hektar ein. Insgesamt umfasst das Betriebsgelände 16 Hektar. 30000 Legehennen der Rassen Dekalb und LSL-White zogen bereits als Junghennen in die beiden 2000 Quadratmeter großen Ställe mit angrenzenden sogenannten Wintergärten ein. Auf einem Quadratmeter Stallfläche dürfen sechs Hennen nach der Bioverordnung gehalten werden, so schreibt es der Gesetzgeber vor. Laufhöfe und Grünflächen, teils waldartig, schließen sich an. Pro Tier sind vier Quadratmeter Auslauffläche vorgeschrieben. In Süptitz werden die eingehalten. Doch derzeit können sie von den Stallbewohnern nicht genutzt werden. Durch den Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis gilt derzeit die Stallpflicht für Betriebe.

Insgesamt 4,5 Millionen Euro wurden in den Bau der Anklage investiert. Wert wurde beim Bau darauf gelegt, sofern es möglich war, die Aufträge an regionale Firmen zu vergeben. Für Technik und Maschinen gab es auch eine Förderung der öffentlichen Hand bis zu 40 Prozent. Technik, die von der Fütterung, der Klimatechnik bis hin zum Transport der Eier in die Sortier- und Verpackungsstation und den dortigen Maschinen reicht. Immerhin legen die Süptitzer Hühner pro Tag zwischen 25000 und 27000 Bio-Eier. Die werden pro Woche mehrfach per LkW vorrangig an den Handelspartner REWE von der Bio Henne Sachsen GmbH geliefert.

Ist wirklich in Süptitz alles Bio, fragt sich vielleicht mancher Verbraucher. Er kann sich sicher sein, denn schon die Eier, aus denen die Küken schlüpfen stammen aus der Bio-Haltung. Sie erblickten und erblicken in Deersheim das Licht der Welt. „Im Alter von 17 bis 18 Lebenswochen können sie sozusagen ihre Kinderstube laut Bioverordnung verlassen und und kommen aus der Aufzucht in unsere Ställe“, erklärt Anett Wloka, Produktionsleiterin und Diplomagraringenieurin. Sie und weitere vier Mitarbeiter betreuen Tiere und Produktion. Gefüttert werden die Hühner mit Getreide aus ökologischem Anbau. Das wird einmal in der Woche angeliefert. Übrigens, es hat einige Zeit gedauert, bis die jungen Hennen sich in ihrem neuen Zuhause eingelebt hatten. Zeit, die, so die Produktionsleiterin, eingeplant wird. „Das ist nicht anders, als wenn wir Menschen an einem anderen Ort uns neu einleben müssen.“ Nach einem Jahr werden die Tiere wieder ausgestallt und gelangen in die Schlachtung.


Das könnte Sie auch interessieren

DER MAZDA CX-3

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de