Mittwoch, 5. Mai 2021
Montag, 26. April 2021

Ausweg Wroclaw?

Marius Soldner will unbedingt Hausarzt werden.Foto: privat

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Marius Soldners Hoffnung auf einen Medizin-Studienplatz in Deutschland schwindet.

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Er gibt nicht auf. Noch nicht. Für Marius Soldner ist der Traum, Hausarzt zu werden, noch nicht vorbei. Erneut hat der  Belgeraner einen Anlauf unternommen, wenigstens im kommenden Wintersemester einen Studienplatz zu ergattern. Seine Hoffnung ruht wiederholt auf dem  Modellstudiengang Humanmedizin der medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden. Doch die 50 Plätze sind heiß begehrt.

 

Erfolgloses Anrennen

 

Die Geschichte des mittlerweile 22-Jährigen hallte nach ihrer Veröffentlichung in der Heimatzeitung noch lange in den Sozialen Medien nach: Am 27. Februar berichtete die Torgauer Zeitung vom bisher erfolglosen Anrennen des Belgeraners auf deutsche Universitäten. Knackpunkt war sein Notendurchschnitt auf dem Abiturzeugnis von 1,9. Für viele ein Traum, für einen Mediziner in spe jedoch ein Albtraum. Grund ist das komplizierte Vergabeverfahren für die Studienplätze.

Um die Wartezeit nicht nutzlos verstreichen zu lassen, hatte sich der junge Mann nach dem Schulabschluss deswegen für eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Elblandklinikum Meißen entschieden, die er mit Bravour und einem 1,0er Abschluss samt Auszeichnung durch den Freistaat beendete. Doch eine handfeste Unterstützung auf der Suche nach einem Studienplatz gab es für den hochmotivierten Mann aus Dresden bisher nicht. Appelle an Landtagsabgeordnete verliefen zumeist gänzlich im Sand. „Die hatten vielfach nur ein Achselzucken für mich übrig“, sagt Marius. Auch beim Kultusministerium und dem Sozialministerium sei er mit seinem Anliegen auf Granit gestoßen. „Dabei will ich doch unbedingt in meinem Heimatort Hausarzt werden“, sagt Marius, der weiß, dass sich die Hausarztsituation mit dem Verabschieden von Dipl.-Med. Silvia Schurig in den Ruhestand noch verschlimmern wird.

 

Ausweg Wroclaw

 

Sein Studienglück sucht er nun im polnischen Wroclaw. Ihm bleibe angesichts Tausender Bewerber auf jene 50 Studienplätze des Modellstudiengangs in Dresden/Chemnitz wohl nichts weiter übrig. Doch auch für Polen ist die Zusage zum Studium noch längst nicht gewiss. Zudem warten Studiengebühren von 80000 Euro. „Für mich in meiner jetzigen Situation kaum zu stemmen“, sagt Marius, der neben seiner Arbeit in der Belgeraner Arztpraxis Albrecht in seiner Freizeit  regelmäßig im Belgeraner Impfzentrum zur Spritze greift und darüberhinaus hofft, dass das Corona-Virus die Kulturbranche bald aus seinen Klauen entlässt. Denn neben seiner Schlagzeugarbeit bei den Rolandstädter Blasmusikanten und den Torgauer Synkopenmuffeln hofft er auch auf weitere Auftritte seiner eigenen Rockband „Noise from Garret“, die im vergangenen Jahr ihr Fünfjähriges feiern konnte.

 

Große Motivation

 

Kaum zu verstehen, warum  jemand mit einer derart großen Motivation und einer Ausbildung in der Tasche in Deutschland auf derart große Hürden bei der Studienplatzsuche stößt... Diese Aussage fasst in etwa die vielen Kommentare zusammen, die zu der Geschichte bereits auf der Facebook-Seite der Torgauer Zeitung gepostet wurden.


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