Mittwoch, 5. Mai 2021
Dienstag, 27. April 2021

Sanfte Abreibung für Schönas Orgelpfeifen

Die ausgebauten Pfeifen sind in der Kirche aufgereiht.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Schöna. „Kein Problem. So etwas gehört bei uns zur Routine“, sagt einer, der sich mit fein verteiltem  Sand bestens auskennt. Der Mann mit dem markanten Kinnbärtchen heißt auch noch ausgerechnet Sandmann.

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Sein Vorname: Thomas. Er und seine vier Mitstreiter aus der südbrandenburgischen Orgelwerkstatt A. Voigt nahmen sich am Montag der verdreckten Schönaer Kirchorgel an. Ein Sandsturm hatte hier im vergangenen Jahr für Ungemach gesorgt und dem Instrument mächtig zugesetzt. Auch der ortsansässige Sanitär- und Heizungsbaubetrieb von Lars Goldammer stellte einen Mann zur Unterstützung ab.

 

Eine Woche zu tun

 

Eine Woche lang haben die Orgelbauer – die ursprünglich Anfang Mai loslegen wollten – zu tun, bis von der kleinsten, gut 5 Zentimeter großen Pfeife, bis zur 2,40 Meter messenden größten Pfeife alles gereinigt und dort wieder eingebaut wurde, wo es hingehört. 

Damit bei den insgesamt 482 Pfeifen nicht der Überblick verloren geht, geben kleine Zettel ausreichend Hilfestellung, obgleich die Orgelprofis in Schöna keine Probleme hätten, sämtliche Teile auch ohne Zettel wieder an Ort und Stelle zu befördern. „Bei größeren Orgeln sieht das schon ein wenig anders aus“, wollen Sandmann und sein Team deswegen dennoch nicht auf das liebgewonnene Papier verzichten.

 

Mit dem feuchten Lappen

 

Schon vor dem Frühstück warteten am Montagmorgen die ersten ausgebauten Register auf eine sanfte Abreibung. Für die war René Schönberger vom Gemeindekirchenrat zuständig. Mit einem feuchten Lappen wurde so der grobe Schmutz von den Pfeifen entfernt. Im Inneren riss hingegen komprimierte Luft auch die letzten Sand- und Staubpartikel mit fort, was Zuhörern letztlich ein ungewohntes zischend pfeifendes Hörerlebnis vor dem Kircheneingang bescherte. 

Für Thomas Sandmann ist es die zweite Orgel, die er in diesem Jahr reinigt. Übers Jahr verteilt komme da schon ganz schön was zusammen. Dass aber ein Sandsturm der Auslöser für die Arbeiten in Schöna war, sei aber auch für ihn eine neue Erfahrung gewesen.

René Schönberger und der gesamte Gemeindekirchenrat sind froh über die Arbeit der Brandenburger, wartet doch nach derzeitiger Planung am 29. August im Zuge der Sommerkirche das große aus dem vergangenen Jahr verschobene Glockenfest. Zu dem sind sämtliche Mitwirkende eingeladen, die mit der Sanierung einer der ältesten sächsischen  Kirchglocken zu tun hatten. Auch die frischgereinigte Orgel wird dann zeigen, zu welchen Leistungen sie ohne verdreckte Pfeifen im Stande ist. 


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