Montag, 17. Mai 2021
Donnerstag, 29. April 2021

Sabina Richter: "60 Jahre - und wir machen weiter!"

Sabina Richter (li.) räumt mit einem Mythos auf: „Wer in der Pubertät scheinbar makellose Haut hat, kämpft später oft mit Trockenheit und hoher Sensibilität. Nichts, worauf junge Akne-Patienten neidisch sein müssten.“Foto: SWB/JS

Von unserem Redakteurin Julia Sachse

Sabina Richter sucht nach stolzen Worten für ihr Jubiläum und einer Kosmetikerin

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Riesa. Eine mehrere Jahrzehnte, zwei Generationen und zwei Orte umspannende Unternehmensgeschichte erzählen zu können – das erfüllt Sabina Richter und ihre Mutter Ursula Jahn dieser Tage mit Stolz. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch geht es deshalb diesmal um ein großes Jubiläum, an dem zu jeder Zeit hart und mit viel Leidenschaft gearbeitet wurde und das soll, geht es nach den beiden Damen, auch weiterhin so sein.

 

SWB: Frau Richter, Sie führen das Kosmetikinstitut und die Parfümerie Vitalis in Riesa seit 1992. Diese Geschichte  reicht aber viel weiter zurück – werfen Sie mit uns einen Blick darauf!
Sabina Richter:
Aber sehr gern! Meine Mutter gründete das Unternehmen 1961, nachdem sie sich in Dresden an der Charlotte-Meentzen-Schule zur Diplom-Kosmetikerin hatte ausbilden lassen. Diese Einrichtung ist schon seit 1930 darauf spezialisert, die Heilkraft natürlicher Wirkstoffe zu ergründen und für die Kosmetik nutzbar zu machen. Ihr ganzheitliches Konzept hat meine Mutter als Statut in den Aufbau ihrer eigenen Firma aufgenommen und es ist bis heute einer unserer Grundpfeiler bei der Auswahl von Produkten und der Aufnahme von Behandlungsmethoden in unser Portfolio.


Seit wann haben Sie beide schon dieselbe Mission, wirkungsvolle Naturkosmetik zur Entfaltung echter Schönheit anzubieten?
Nachdem ich meine Ausbildung an der Medizinischen Akademie Dresden als staatlich geprüfte Kosmetikerin abgeschlossen hatte, habe ich meine berufliche Laufbahn 1970 im Geschäft meiner Mutter begonnen.  1978 habe ich mich dann mit einem eigenen Geschäft in Nünchritz selbstständig gemacht. Wir haben gemeinsam mit unseren zeitweilig bis zu 14 Mitarbeiterinnen unglaublich viel erlebt und auch durchgemacht. Zu DDR-Zeiten war es ja um einiges schwieriger, eine vielseitige Produktpalette anzubieten. Dafür sind wir schon mal selber Apotheken und die einschlägigen Institute in Berlin, Halle und Dresden abgefahren und haben überall genau das besorgt, was wir für die Kabinenbehandlungen und unser Verkaufssortiment brauchten. Diese Einkaufstouren betrachten wir heute mit einem stolzen Lachen, aber damals war es natürlich neben der großen Leidenschaft fürs Thema auch eine existenzielle Frage. Die Kosmetikbranche war noch im Wachstum und nicht – wie heute –  weit verzweigt und gut vernetzt.


Dann kam die Wende und für viele damit die Möglichkeit, mit ihrem Geschäft zu expandieren. Wie sah das bei Ihnen aus?
Erst mal ging es uns wie den meisten Kleinunternehmen: Große Unsicherheit auf der einen und große Erwartungen auf der anderen Seite. Neue Währung, neue Produkte und viele Vertreter, die alle etwas verkaufen wollten. Die große Frage war: „Wie gestalte ich Angebot und Preise, um den Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden?“ Wir haben es angepackt, das Haus in der Hauptstraße 18 in Riesa, in dem sich unser Geschäft befand und befindet, erworben und ausgebaut. Auch da haben meine Mutter und ich viel Kraft und Nerven gelassen – aber letztlich hat es sich gelohnt, denn die Räumlichkeiten ganz dem Anspruch an ein Kosmetikinstitut folgend einrichten zu können, war ein großer Traum, der endlich wahr wurde – Komplikationen beim Bau inbegriffen.


Wann konnten Sie die als gemeistert betrachten?
Ostern 1994 konnten wir dann Kunden und Kundinnen dort zur Neueröffnung begrüßen und bis heute kommen  sie in normalen Zeiten fernab der Pandemie gern und zahlreich zu uns. Eine ehrliche Hilfe war und ist bis heute auch unsere Mitgliedschaft in der „Beauty Alliance/Ypr“, besonders auch im Rückblick auf die Eröffnung der Parfümerie Vitalis in der Elbgalerie im Jahr 1999.


Kosmetik ist, wie Sie gern sagen, Vertrauenssache. Woran merken Sie im täglichen Miteinander, dass sich das Vertrauen mit Ihrer Übernahme des Riesaer Geschäfts 1992 genauso auf Sie übertragen hat, wie die Verantwortung für die Hautgesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Kunden?
Daran, dass manche schon seit den 70er-Jahren zu uns kommen. Wir haben bisher ja jeden Meilenstein mit ihnen zusammen gefeiert und ihr zahlreiches Erscheinen zu diesen Anlässen sowie die vielen in manchen Fällen bis hin zu freundschaftlichen Beziehungen, die aus einer langjährigen Kundschaft entstanden sind, bestätigen uns das bis heute. Die Haut ist die letzte haptische Barriere zwischen unserem Innersten und unserer Umwelt sowie anderen Menschen. Jemanden da „ran“zulassen, bedeutet anfangs für viele eine Überwindung – dessen sind wir uns bewusst. Und umso dankbarer für all unsere treuen Kundinnen und Kunden!


Weil es auch eine zeitliche Frage ist, ob Mann oder Frau sich eine Behandlung gönnt, haben Sie „Speed-Behandlungen“ entwickelt. Wie funktionieren die?
Diese 30- bis 45-minütigen Treatments bieten sich für Kunden ab 17 Jahren an, da wir nach einer Reinigung der Haut einen speziell auf die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmten Wirkstoffmix einarbeiten. Der lässt sich je nach Typ und Alter anpassen und wird mittels Ultraschall in die Hautschichten „eingeschleust“.  


Wirkt das auch nachhaltig?
Aber ja, wenn man sich auch nach der Behandlung zu Hause gut um die Haut kümmert, auf jeden Fall. Auch dafür, eine passende Pflegeroutine zu entwickeln, stehen wir gern mit Rat und Tat zur Seite!
Gibt es noch etwas Neues im Angebot?
Ja, meine Kollegin Jana Heimbold wird künftig auch Nagelmodellage an einem eigens dafür eingerichteten Platz hier im Institut anbieten. (siehe Foto, Anm. d. Red.)


Wird das 60-jährige Jubiläum eigentlich gefeiert?
Wir hoffen sehr, am 1. Juni eine kleine Party machen zu können und unseren Kunden auch mit kleinen Überraschungen etwas für ihre Treue zurückgeben zu können.


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