Montag, 17. Mai 2021
Donnerstag, 29. April 2021

Michael Schmetzer: "Altes neu entdecken"

Michael Schmetzer vertreibt CBD-Produkte im Hanfhäuschen in Elsterwerda.Foto: privat

Von unserem Redakteurin Anna Thiere

Michael Schmetzer über Cannabis, Vorurteile und Horizonte

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Elsterwerda. In dieser Woche spricht Michael Schmetzer, Inhaber des Hanfhäuschens in Elsterwerda, über ursprüngliche Arten zu heilen, die Vorurteile gegenüber Cannabis und wie toll es ist, Altes neu zu entdecken.

 

SWB: Herr Schmetzer, Sie vertreiben als Erster im Landkreis CBD-Produkte.
Michael Schmetzer: Richtig. Ich habe im Februar dieses Jahres das Hanfhäuschen gegründet. Durch meinen Freundeskreis bin ich darauf gestoßen, mich für CBD-Produkte zu interessieren.


Erklären Sie uns das.
Nun ja, es hat ja fast jeder so seine Wehwehchen und die klassische Schulmedizin ist nicht immer die favorisierte Wahl. Ich habe ein bisschen recherchiert und stieß dann auf die CBD-Produkte. Hanf ist seit Jahrhunderten eine Heil- und Nutzpflanze. Die Verwendung ist unheimlich vielfältig, das hat mich fasziniert.


Wofür kann man die Hanfpflanze medizinisch verwenden?
Sie wurde bereits früh als natürliche Heilpflanze eingesetzt. Das CBD oder Cannabidiol ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze. Es gehört zu den sogenannten Phytocannabinoien. Die Herkunft ist in diesem Fall rein pflanzlich.  Sowohl im Körper von Säugetieren als auch bei Weichtieren und Fischen befinden sich natürlicherweise Cannabinoide, die an verschiedenen biochemischen Prozessen im jeweiligen Organismus beteiligt sind. Diese Wirkungsweise macht man sich zunutze.


Klingt spannend.
Ja sehr. Forscher fanden heraus, dass wir im Besitz spezieller Rezeptoren sind, an die sowohl unsere körpereigenen als auch die pflanzlichen Cannabinoide andocken können. Bei den Rezeptoren handelt es sich um Proteine, die an der interzellulären Kommunikation beteiligt sind. Die dem Endcannabinoid-System zugehörigen Rezeptoren nehmen demzufolge maßgeblich Einfluss auf unsere Gesundheit und Genesung.


Bei welchen gesundheitlichen Problemen könnte CBD denn helfen?
Die Liste ist fast endlos. Häufig wird Cannabis bei chronischen Schmerzen, Multiple Sklerose, Tourette-Syndrom, depressive Störung und ADHS verwendet. Auch Epeleptiker vermelden gute Erfahrungen damit. In der Krebstherapie ist CBD schon seit einigen Jahren etabliert. Gerade auch weil die Nebenwirkungen im Vergleich zu einigen Medikamenten der Schulmedizin gering sind. Natürlich gibt es auch Gründe, auf den Gebrauch von Cannabis zu verzichten. Völlig unbedenklich ist auch CBD nicht, selbst wenn es rein pflanzlich ist.


Cannabis – dieses Wort wird stets mit einer Droge gleichgesetzt.
Wir sprechen hier nicht von Cannabis als Droge. Wir sprechen von Nutzhanf. Die Konzentration von THC ist um ein Vielfaches geringer als bei Cannabis, welches als Droge verwendet wird. Der Nutzen steht ganz klar über dem Missbrauch. Hanf wird – völlig zu Unrecht – unterschätzt und hat ein negatives Image. Dem wollen wir entgegenwirken.  


Die Pflanze ist nicht nur als Medizin zu verwenden?
Alles, was mit Fasern produziert wird, kann man aus Hanf herstellen. Die Pflanze wächst sehr schnell, das heißt, zwei Ernteperioden im Jahr sind gut machbar. Hanf ist sehr robust und kommt mit Trockenheit, Hitze und widrigsten Umständen gut klar. Es werden keinerlei Pflanzenschutzmittel benötigt, da Hanfpflanzen keinen Schädlingsbefall haben. Sogar die Bodenqualität kann nachhaltig vom Anbau profitieren. In der Uckermark wird bereits sehr erfolgreich Hanf angebaut und mit speziellen Maschinen geerntet. Wir verwerten die Blüten und Blätter, langfristig möchten wir es allerdings ermöglichen, die komplette Pflanze zu verwerten. Man kann mit Hanf nicht nur das bekannte Hanfseil, sondern auch Papier oder Pappprodukte, Verpackungsmaterialien und noch einiges mehr produzieren.


Welche Vision haben Sie für Ihr junges Unternehmen hier in Elsterwerda?
CBD-Produkte sind im Kommen. Wir haben eine große Ladenfläche von Jak Peters gemietet, dort bauen wir momentan unsere Produktion auf.  Zu diesem Zweck haben wir auch ein Crowdfunding gestartet unter startnext.com/hanfhaeuschen. Wir möchten Tees, Salben, Kosmetik und Öle herstellen, ein Café ist angedacht mit verschiedenen Backwaren und kleinen Gerichten. Wir möchten Workshops und Vorträge für verschiedene Verwendungen von CBD anbieten und Cannabis den Stempel der Droge nehmen. Mein Wunsch ist es, unseren Horizont zu erweitern und Altes neu zu entdecken. Das Klischee der Droge hat Hanf völlig zu Unrecht. Wenn Sie neugierig geworden sind, sprechen Sie uns gerne an.


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