Montag, 17. Mai 2021
Dienstag, 4. Mai 2021

Etwas vom "Geist der Elbe" gespürt

Ines Kuperberg mit ihren Kindern Lena und Teo vor der Gedenkstätte. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Neun Flugstunden von der Heimat entfernt besuchte die Ex-Torgauerin Ines Kuperberg am 25. April mit ihren Kindern das Elbeday-Mahnmal auf dem Nationalfriedhof Arlington im US-Bundesstaat Virginia. 

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Auch wenn sie weit weg wohnt – Ines Kuperberg liebt ihre Heimatstadt Torgau. Hier liegen ihre Wurzeln, hier hat sie noch Familienmitglieder, viele Freunde und Bekannte. Der Elbeday ist etwas, woran sich die 49-Jährige stark erinnert. Wie gerne hätte sie am 25. April direkt vor Ort am Ufer gestanden  und der Begegnung zwischen Sowjets und Amerikaner gedacht. So kam Ines Kuperberg die Idee, an jenem Sonntag zum Nationalfriedhof Arlington zu fahren und zu schauen, was dort an den „Spirit of Elbe“, an den Geist der Elbe, erinnert. 

 

Riesiges Gelände 

Ihr aktueller Wohnort Clarksburg (US-Bundesstaat Maryland) liegt rund 60 Kilometer von Arlington entfernt. „Wir waren 2016 schon mal mit Freunden aus Torgau, darunter Bettina Klein und Beatrix Dörge, auf dem Nationalfriedhof. Wir wussten ja, dass es einen Gedenkstein für das Treffen 1945 an der Elbe gibt. Aber wir konnten es damals nicht finden. Das Gelände ist riesig und wir hatten keine Ahnung, wo wir suchen sollten.“ 

Diesmal bereitete sich die Ex-Torgauerin besser vor. Sie rief vorher bei der Friedhofsverwaltung an und ließ den genauen Standort recherchieren. „Sektion 7 A“, sagte man mir. Das ist ganz in der Nähe des Mahnmals für „Unknown Soldier“, für die unbekannten Soldaten, die in den Kriegen der Welt ihr Leben lassen mussten. Eine Ehrenwache hat hier rund um die Uhr Position bezogen. Der Wechsel rund um die Uhr ist ein Schauspiel, das täglich Besucher anlockt.

 „Viele Schilder weisen den Weg dorthin und so war es für uns nun kein Problem, anschließend auch die Gedenkstätte für den Elbeday zu finden“, sagt Ines Kuperberg. Sie spricht von einem Gänsehaut-Gefühl. Von einem beeindruckenden Erlebnis, das nicht nur sie selbst, sondern auch ihre zwei Kinder Teo (12) und Lena (10) sowie ihre amerikanischen Freunde ergriff. 

Die gelernte Kindergärtnerin, die Sozialpädagogik studiert und einige Jahre an der Heimerer Schule in Torgau unterrichtet hat, nutzte die Gelegenheit, um etwas vom Geist der Elbe weiterzugeben. Die völkerverbindende Botschaft, der Schwur: Nie wieder Krieg! „Besser kann man Geschichte und den Friedens-Gedanken nicht vermitteln“, ist Ines Kuperberg überzeugt. 

Bei den Besuchen in Torgau haben ihre Kinder die Elbe und das Denkmal erlebt. Teo durfte im Ruderverein mitmachen, dabei selbst ein Boot auf dem Fluss steuern. Auf dem Sockel des Mahnmals sind beide herumgeklettert, wie es Kinder gerne tun. „Ich hatte ihnen die Aufgabe gestellt, vor dem Besuch auf dem Nationalfriedhof selbst zu recherchieren, was es mit dem „Spirit of the Elbe“ auf sich hat“, so die zweifache Mutter. Es sei doch das beste Beispiel was passieren kann, wenn sich Menschen nicht vertragen, wenn Völker untereinander Kriege führen müssen. 

Gräberfelder 

Die Reaktion ihrer Kinder habe Ines Kuperberg  selbst beeindruckt. „Sie standen in Torgau an der Elbe, sie knieten diesmal vor dem Mahnstein in Arlington, sie konnten beides verbinden und sie haben intensiv darüber nachgedacht“, sagt die 49-Jährige stolz, die auch in ihrem aktuellen Job als Erzieherin in Clarksburg so viel wie möglich von ihren Friedensgedanken weiterreichen möchte. Die Gräberfelder in Arlington seien ein unvergessliches Erlebnis gewesen. Bis zum Horizont weiße Säulen aus Stein. 

Ruhestätte für Kennedy 

Jährlich finden hier  auf dem 252 Hektar großen Parkgelände knapp 5400 Beerdigungen statt. Mit über 260 000 Gräbern ist der Nationalfriedhof in Arlington  der zweitgrößte Friedhof der USA. Hier liegt übrigens ganz in der Nähe auch Präsident John F. Kennedy begraben. „Ich gehe davon aus, dass es am 25. April kurz vor unserem Eintreffen eine kleine Zeremonie am Elbeday-Mahnstein gab. Hier standen Kränze ehemaliger Sowjet-Republiken und auch amerikanische Veteranen hatten Blumen abgelegt. Nur von deutscher Seite fehlte eine Ehrenbezeugung“, bemängelt Ines Kuperberg, die ernsthaft erwägt, sich mit dieser Kritik an die dortige Botschaft  zu wenden. Der Elbeday-Mahnstein, der wohl zum 50. Jahrestag der Begegnung aufgestellt wurde, sei mittlerweile stark verwittert. Vielleicht wäre auch hier etwas machbar. 

Ansonsten fand die Ex-Torgauerin den Tag in Arlington, zirka neun Flugstunden von der Heimat entfernt, super beeindruckend. 

Falls es die Corona-Lage zulässt, will Ines Kuperberg spätestens im August wieder sechs Wochen nach Torgau kommen. 2019 war sie das letzte Mal da. Danach ließ die Pandemie alle Reisepläne platzen. In der Elbestadt ist sie als ehemalige Promoterin für das Brauhaus Torgau und Weltenbummlerin noch gut bekannt. Durch Dia-Shows ließ sie damals auch andere an ihren Reisen nach Indien, Südafrika, Australien, Neuseeland oder Vietnam teilhaben. Ihr Ex-Mann Harry arbeitete einige Zeit als Stadtführer in Torgau. Das Paar sei aber inzwischen getrennt. Ines Kuperberg, geborene Reitmajer, lebt seit 17 Jahren in den USA.


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