Montag, 17. Mai 2021
Dienstag, 4. Mai 2021

89 Fahrzeuge, 44 Überschreitungen, keine Kinder

"Blitz for Kids" – eine Gemeinschaftsaktion der Polizei Sachsen und des ADAC Sachsen. Foto: Tim Oelbermann via www.imago-images.de

Presseinfo / Thomas Keil

Torgau/Dommitzsch/Schildau. Die Polizeiaktion "Blitz for Kids" war auch in der Region Torgau erfolgreich.

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Ob auf der anderen Straßenseite ein Freund aufgeregt winkt, die Zeit auf dem Weg zur Schule drängt oder einfach Sorglosigkeit ob des Fahrzeugverkehrs – vor Schulen muss man als Autofahrer immer mit plötzlich auf die Straße rennenden Personen rechnen, besonders Kindern. Darum sollten Autofahrer hier besonders vorsichtig und auch langsam fahren. Üblicherweise herrschen hier Begrenzungen von 30 Kilometern pro Stunde. Ob diese Vorschrift auch eingehalten wird, prüfte die Polizei vom 12. bis 25. April in ganz Sachsen. „Mit der Aktion wurden auch in diesem Jahr Fahrzeugführer insbesondere vor Grundschulen sensibilisiert, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten, um schwere Verkehrsunfälle und deren Folgen zu verhindern“, teilt die Polizei Sachsen dazu mit.

Region Torgau

Auch in rund um Torgau fanden entsprechende Verkehrskontrollen statt. „Unter anderem in Torgau an der Montessori-Schule, in Dommitzsch an der Siegmund-Jähn-Grundschule sowie in Höhe einer Kindertagesstätte in Schildau“, informiert Polizeisprecher Olaf Hoppe über die kontrollierten Schulwege. In der ersten Woche vom 12. bis 18. April 2021 habe das Revier Torgau fünf Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. „Dabei wurden 55 Fahrzeuge angehalten und 27 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Höchste Überschreitung waren gemessene 53 Kilometer pro Stunde in einer Tempo-30-Zone“, so Olaf Hoppe. In der zweiten Woche 19. bis 25. April 2021 seien zwei Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden. „Es waren 17 Geschwindigkeitsüberschreitungen zu registrieren. Höchste Überschreitung waren gemessene 51 Kilometer pro Stunde in einer 30iger Zone“, sagt der Polizeisprecher. Insgesamt wurden so in den zwei Wochen 89 Fahrzeuge angehalten und kontrolliert. „Die entsprechenden Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet“, erläuter Olaf Hoppe.

Blick auf Sachsen

Im Aktionszeitraum gab es sachsenweit an 330 Orten im Bereich der Schulwege von Kindern gezielte Kontrollen der Polizei. Dabei wurde die Geschwindigkeit von insgesamt 43 267 Fahrzeugen gemessen, wobei 2587 aller gemessenen Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren. Von diesen zu schnell fahrenden Fahrzeugen wurden 1255 direkt vor Ort angehalten. So erwartet nun 171 Fahrzeugführer ein Bußgeldverfahren. Weitere 2405 Fahrzeugführer erwartet ein Verwarngeld.

Extremfälle

Die insgesamt höchste Überschreitung wurde durch die Verkehrspolizeiinspektion Dresden in der ersten der beiden Kontrollwochen gemessen – ein Fahrzeugführer war 56 Kilometer pro Stunde zu schnell. Der Fahrer muss hier mit einem Bußgeld von 480 Euro, zwei Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg und drei Monaten Fahrverbot rechnen. In der zweiten Kontrollwoche wurde der höchste Verstoß ebenfalls in Dresden festgestellt. Dabei wurde die Fahrerin eines Renault bei erlaubten 30 Kilometer pro Stunde mit einer Geschwindigkeit von 65 Kilometer pro Stunde gemessen. Dies bedeutet ein Bußgeld von 160 Euro. Zudem drohen der Fahrerin ein Monat Fahrverbot sowie die Eintragung von zwei Punkten im Fahreignungsregister.

Ohne Kinder

Vor dem Hintergrund der Hygienebestimmungen und des Infektionsschutzes während der Corona-Pandemie hatten sich der ADAC Sachsen und die sächsische Polizei im Vorfeld darauf verständigt, die Aktion in diesem Jahr ohne Beteiligung der Kinder durchzuführen. Normalerweise begleiten Grundschulklassen in der ersten Kontrollwoche die Maßnahmen der Polizei im Umfeld der Schule und verteilen selbstgestaltete Karten entweder als Dank an die Fahrzeugführer, die sich vorschriftsmäßig verhalten, oder an die Sünder als Mahnung.

Tradition und Statisitk

Die Verkehrssicherheitsaktion »Blitz für Kids« ist seit 1995 eine traditionelle zweiwöchige Verkehrssicherheitskampagne, der sächsischen Polizei, seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem ADAC Sachsen. Damit soll auf die Verkehrsteilnehmer der Altersgruppe der Kinder von 6 bis unter 15 Jahren aufmerksam gemacht werden, um deren spezielle Schutzbedürftigkeit hervorzuheben. Im Jahr 2019 verunglückten auf sächsischen Straßen 1 405 Kinder, wovon 3 in Folge des Verkehrsunfalls verstarben, 315 schwer und 1 087 leicht verletzt wurden. Im vergangenen Jahr waren 1 069 Kinder im Freistaat in Verkehrsunfälle verwickelt, wovon 3 ihr Leben ließen, 243 schwere und 823 leichte Verletzungen davon trugen.


Dazu der Kommentar von unserem Volontär Thoams Keil:

Das Jahr hat bis zu 53 Wochen

Ob mit Kindern oder ohne sie – die Aktion „Blitz for Kids“ der Polizei und des ADAC ist ein wichtiger Baustein für mehr Verkehrssicherheit.So erinnert er doch wenigstens einmal im Jahr die Verkehrsteilnehmer an das besondere Schutzbedürfnis der Jüngsten unter ihnen. Denn Kinder sind im Bereich des Straßenverkehrs immer besonders gefährdet, egal ob auf dem Schulweg oder in der Freitzeit – sei es die Ablenkbarkeit oder das Einschätzen komplexer Situationen. Außerdem sind die Kontrollen die Zähne des Tigers mit Namen Geschwindigkeitsbegrenzung.

Allerdings würde ich mir auch wünschen, dass der Tiger nicht bloß einmal im Jahr für zwei Wochen das Gebiss einsetzt, sondern immer bissig bleibt – gerade vor Schulen und auf Schulwegen.

Wer jetzt aber denkt, er bremse doch besonders gut, dem seien hier nochmals die nackten Zahlen vor Auge geführt: Selbst bei den vor Schulen üblichen Geschwindigkeitsbegrenzungen von lediglich 30 Kilometer pro Stunde beträgt der Anhalteweg im Fall einer Gefahrenbremsung immer noch rund 14 Meter. Bei 50 Kilometer pro Stunde sind es dann schon doppelt so viel, sprich 28 Meter. Und wenn wir den gemessenen Extremwert von vermutlich 86 Kilometer pro Stunde ansetzen, sind es gar 56 Meter. Dabei gelten die Zahlen für Gefahrenbremsungen unter quasi idealen Zuständen: sprich aufmerksamer Fahrer, korrektes Bremsen, trockene Straße und ein technisch einwandfreies Fahrzeug.


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