Montag, 20. September 2021
Donnerstag, 6. Mai 2021

Nicht in ein enges Korsett zwängen

Umweltminister Wolfram Günther (3. von links). Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Köllitsch. Die Elbe soll wieder mehr Raum bekommen. Somit lobte Umweltminister Wolfram Günther am Donnerstag bei seinem Besuch in Köllitsch die erste Deichrückverlegung im Freistaat. 

 

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Eigentlich sind die Bauarbeiten schon längere Zeit beendet. Doch wie sehr Sachsens Umweltminister Wolfram Günther die erste Deichrückverlegung an der Elbe am Herzen liegt, spürte man am Donnerstag bei seinem Besuch in Köllitsch.

Somit gilt das Millionenprojekt nunmehr auch als: von höchster Stelle abgenommen und für gut befunden. Rund 45 Hektar Überschwemmungsfläche – sogenannte Retentionsfläche – sind das Ergebnis. Etwa 1,8 Kilometer Deich entstand neu, der Altdeich wurde auf 1,5 Kilometer Länge zurückgebaut.

„Die extremen Hochwasser der letzten 20 Jahre haben uns gelehrt, dass wir unsere Flüsse nicht in ein Korsett zwängen sollten. Die zusätzliche Fläche gibt dem Fluss bei Hochwasser mehr Raum, anstatt das Hochwasserproblem nur zu verschieben. Das entlastet die anliegenden Orte wie auch die Unterlieger“, so Wolfram Günther.

In den letzten  200 Jahren seien durch Menschenhand – also durch Begradigungen – 120 Kilometer Elbe verschwunden. 80 Prozent Retentionsfläche gingen durch Besiedlung und durch Flächenversiegelung verloren. Man würde gerne wieder neue  Überschwemmungsflächen schaffen. Aber es sei nicht so einfach, sich mit Landnutzern und Eigentümern zu einigen. Dennoch soll Köllitsch nur ein Auftakt, quasi ein Mosaikstein, sein. Insgesamt fünf große Polder könnten einmal an der Elbe entstehen. Aber das sei eine Generationenaufgabe.

Das hiesige Projekt brachte neben dem Hochwasserschutz auch große Vorteile für die Umwelt. Durch den Rückbau des alten Sielbauwerkes wird die Altarmstruktur des Naturschutzgebietes „Alte Elbe Kathewitz“ mit dem Flächennaturdenkmal »Pfaffenloch« wieder durchgängig an die Elbe angeschlossen.

Ebenfalls ökologisch bedeutsam seien die Verlegung von 6500 Quadratmetern wertvoller Rasensoden auf den rückverlegten Deich und der Erhalt eines 250 Meter langen Altdeichabschnittes mit geschützten Flachlandmähwiesen.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8,5 Millionen Euro.

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