Montag, 21. Juni 2021
Freitag, 7. Mai 2021

Wo sonst Trubel herrscht, ist derzeit "tote Hose"

Keine Gäste da! Annett Muth an der Rezeption. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Auch auf dem Campingplatz in Mahlitzsch ist die Stimmung getrübt: Corona verdirbt das zweite Jahr in Folge den Saisonstart. 

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Der vergangene Freitag in den späten Vormittagsstunden: Auf dem Campingplatz Lindenmühlenberg im Dommitzscher Ortsteil Mahlitzsch herrscht „tote Hose“. Es ist still und leer. Keine Gäste, keine Besucher. Normalerweise wäre zu dieser Zeit Anfang Mai schon ordentlich Betrieb. Annett Muth, Geschäftsführerin, des Campingplatzes, legt die Stirn in Falten und blickt sorgenvoll. 

Das zweite Jahr in Folge, dass die Corona-Pandemie ihre Auswirkungen zeigt. Und das schlimme ist, dass sich die Situation für die kommenden Wochen und Monate überhaupt nicht einschätzen lässt. „Ich habe keine Erwartungen. Ostern ist für uns schon ins Wasser gefallen, ich rechne nicht damit, dass wir Himmelfahrt öffnen dürfen. Wir können nur abwarten und hoffen.“

Die Campingplatz-Chefin wirft schon einen Blick voraus auf die Pfingsttage in der zweiten Mai-Hälfte. Denn wenn bis dahin keine großen Lockerungen eintreten, wäre das für den kleinen Familienbetrieb in Mahlitzsch wirklich bitter. Pfingsten gilt als eine der Haupteinnahme-Quellen. Trotzdem will Annett Muth nicht zu sehr „schwarz“ malen. „Wir haben ja das Glück, dass unsere Dauercamper anreisen dürfen. Außerdem ist es ein riesiger Vorteil, dass uns der Grund und Boden gehört und dass wir keine Miete oder Pacht bezahlen müssen“, so die Betreiberin. Es gäbe Branchen, die von der Corona-Pandemie weitaus schlimmer betroffen seien. Insofern versucht Annett Muth, ihren Optimismus zu behalten und das Gute zu sehen.

Auch mit der Saison 2020 habe sie sich arrangiert und sei rückblickend sogar zufrieden. Obwohl es damals erst zwei Monate später losging. „Es war klar, dass wir diesen Verlust nicht aufholen konnten. Aber im Sommer war es dann doch recht voll. Zwar fehlten die ausländischen Gäste – von einigen Holländern abgesehen. Dafür reisten viele Deutsche an, die sonst vielleicht weggeflogen wären“, zieht Annett Muth Bilanz.

Eigentlich wollte sie die Saison noch verlängern. Aber Mitte Oktober musste man abbrechen, weil die zweite Welle kam und auch das Wetter nicht mehr mitspielte. So erreichte man über die gesamten Monate nur – oder immerhin – 70 Prozent der normalen Auslastung. Je nach Sichtweise.

Dass die Saison nun wieder so bescheiden anläuft, nervt die Mahlitzscher. Wochentags war von den Dauercampern zuletzt niemand auf dem Lindenmühlenberg zu sehen, am Wochenende kamen vielleicht um die zehn Personen. Dabei ist seit Ende April geöffnet. Rund 60 Dauercamper sind regulär auf dem fünf Hektar großen und weitläufigen Gelände registriert. „Und dann stand da noch irgendwo in der Zeitung, dass sogar Wildcampen für kurze Zeit wieder erlaubt sei. Für Wohnmobile gilt das ja schon länger“, befürchtet Annett Muth Einbußen gerade im Bezug auf den Elberadweg. 

Die Campingplatz-Chefin legt ihre großen Hoffnungen nun schon auf die Landesgartenschau 2022 in Torgau. Vielleicht bringe das den großen Schub und vielleicht helfe es dabei, die finanziellen Löcher zu stopfen, die Corona gerissen hat. Dommitzsch liegt nicht weit entfernt und der Platz in Mahlitzsch befindet sich mitten in der Natur. Möglichereise gewinnt bis dahin das Familien-Camping und das „Urlaub -in-Deutschland-machen“  noch mehr Zuspruch. „Bei uns ist selbstverständlich jeder zu jeder Zeit willkommen“, lacht Annett Muth und wirkt dabei schon wieder sehr zuversichtlich.


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