Dienstag, 27. Juli 2021
Freitag, 7. Mai 2021

Erfolgreich turnende Reiterin

Erfolgreich im Dressur-Viereck: Maxi Lob aus Liebersee. Foto: privat

Von unserem Redakteur Norbert Töpfer

Maxi Lob aus Liebersee ist sportlich gesehen zweigleisig unterwegs - als Turnerin und als Dressurreiterin. Die TZ besuchte die 18-Jährige in Liebersee.

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Turnen/Pferdesport. Maxi Lob ist eine hochmotivierte Sportlerin. Die 18-Jährige aus Liebersee bei Belgern gilt als eine hochtalentierte Dressurreiterin. Zugleich ist sie im Oschatzer Turnverein aktiv. „Nebenbei“ hat sie noch erfolgreich das Abitur abgelegt und absolviert derzeit das sogenannte Freiwillige Soziale Jahr. 

Die junge Frau betreut ihre Pferde auf dem Hof ihrer Eltern und startet für den Reitverein Liebersee. Dessen Chef ist ihr Vater Ulf Lob (61), der als selbstständiger Metallschlossermeister tätig ist. Die Mutter Annett (56) ist Lehrerin. Das Trio hat sich dem Reitsport verschrieben. Alles passiert in ihrer Freizeit. Gemeinsam mit den Eltern trainiert Maxi die elf Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Und dies alles in hoher fachlicher Qualität, denn die Lobs sind alle ausgebildete Trainer. Trotzdem sind sie sportliche Amateure. „Der Reitverein ist für uns Hobby. Jeder Tag ist für uns mit zwölf Stunden Arbeit verbunden“, erklärt die Pädagogin Annett Lob. Das Problem in  diesen Corona-Zeiten: „Auch jetzt müssen die Pferde nicht nur gefüttert, sondern auch bewegt werden, auch wenn es keine sportlichen Höhepunkte gibt“, sagt Tochter Maxi. 

Ihr sportliches Engagement ist überdurchschnittlich. Denn sie wirkt im Oschatzer Turnverein mit. Das ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Oschatz ist 35 Kilometer entfernt. „Beide Sportarten zusammen gerechnet, trainiere ich siebenmal in der Woche. Das ist manchmal zwar stressig, doch ich mache das gern.“ Das Turnen ist für sie der Ausgleich. „Das Training in dieser Sportart ist für Koordination und Kondition gedacht, weil dies auch im Dressurreiten wichtig ist. Was wiederum wichtig ist, um die Wettkämpfe mit einer guten Körperhaltung  absolvieren zu können“, erklärt Maxi Lob und fügt an: „Manchmal ist Reiten und Turnen doch ein hoher Aufwand für mich.“ Aber daran gedacht, möglicherweise eine der Sportarten aufzugeben, hat sie nie. Übrigens, ihr Lieblingsgerät beim Turnen ist der Stufenbarren. 

Der Sport ist nicht das einzige Hobby. Sie besucht auch die Musikschule, wo sie Saxophon spielt. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr an der Grundschule Belgern möchte Maxi ein Studium absolvieren. Die Richtung ist klar: Lehrerin. Wie die Mutter.  

Trotz ihres beachtlichen Talents als Reiterin will Maxi Lob den Amateurstatus beibehalten. Sie hatte auch schon ein Angebot, das Dressurreiten als Profi in einem renommierten Dressurstall zu bestreiten. „Doch dazu müsste ich mich voll auf den Sport konzentrieren. Ich will aber einen vernünftigen Berufsabschluss in der Tasche haben. Schließlich möchte ich später einen krisensicheren Job haben.“  

Um in der internationalen Spitze mitzuhalten, müsste Maxi Lob ein Pferd reiten, was nicht ganz billig ist. Preise im sechsstelligen Bereich für die Pferde der Männer und Frauen der nationalen Elite sind in dieser Sportart normal. Auch das dürfte bei Maxi zur Entscheidung beitragen haben, dass sie sich für eine Amateurkarriere entschieden hat. 

Trotzdem ist ihre Entwicklung im Dressurreiten beachtlich. Sie startet für  den Reit- und Fahrverein Waldhof, der in Thüringen beheimatet ist. In der Rangliste Thüringens der Altersklasse U21 belegte sie im vergangenen Jahr Rang zwei. In der bundesweiten Rangliste schaffte sie es auf Platz 21. Sie wurde bereits viermal Landesmeisterin in den Altersklassen U16, zweimal U18 und einmal U21. Ein beachtlicher Erfolg für die junge Frau aus Liebersee war der 6. Platz in der U16 bei der Süddeutschen Meisterschaft und mehrmalige Qualifikationen für deutsche Jugendmeisterschaften. 

Maxi Lob schaffte bereits Spitzenplätze bei Wettkämpfen, die mit Geldprämien verbunden sind. „Bei den Vergleichen geht es um Ranglistenpunkte, dazu gibt es eine Ehrenschleife und manchmal auch Geldprämien, je nach Klasse. Meist bin ich bei solchen Wettkämpfen die Jüngste. Aber ich habe in Chemnitz schon mal 200 Euro Prämie erhalten. Auch ein Elektroroller war einmal der Lohn für einen Sieg“, verrät die junge Frau. Ich hätte auch Profi-Reiterin werden können. Dazu hätte ich aber in den Westen ziehen müssen. Das will ich nicht. Ich mache weiter so wie bisher, als Leistungssportlerin, aber ohne Einstufung als Profi.“ Und Maxi Lob gibt zum Schluss des Gespräches zu: „Ja, ich bin reitsüchtig.“ Ihre Mutter hat sie zu diesem Sport animiert. „Ich habe Maxi aufs Pferd gesetzt, als sie sitzen konnte. Aber ich möchte auch, dass sie studiert, möglichst in Leipzig oder Halle. Das Reiten soll sie dennoch weiter betreiben.“

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