Dienstag, 27. Juli 2021
Montag, 10. Mai 2021

Energie für Elektroautos aus sechs Ladeepunkten

Einfach und schnell aufgeladen: Kay Richard mit dem E-Golf der Stadtwerke Torgau. Foto: Stadtwerke Torgau

Presseinfo

Torgau. Über ein Jahr sind die Ladesäulen der Stadtwerke Torgau in Betrieb. Zeit für eine Bilanz.

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Die Stadtwerke Torgau haben vor etwas mehr als einem Jahr drei Elektro-Ladesäulen mit sechs Ladepunkten in Torgau errichtet und versorgen damit Elektro-Autos mit umweltfreundlicher Energie. Darüber hinaus will der kommunale Versorger die private Ladeinfrastruktur weiterentwickeln und den eigenen Elektro-Fuhrpark erweitern.

Die Säulen

Fahrer von E-Autos können aktuell die öffentlichen Ladestellen der Stadtwerke Torgau auf dem Torgauer Marktplatz und am Parkplatz Rosa-Luxemburg-Platz ansteuern. Jeder Standort ist ausgestattet mit einer Ladesäule und zwei Ladepunkten, die über eine maximale Leistung von 22 Kilowatt verfügen. Diese sind rund um die Uhr zugänglich. Für rund 30 Cent pro Kilowattstunde können Autofahrer ihr Elektrofahrzeug über einen Typ-2-Stecker aufladen. Dabei ist der Preis teilweise abhängig vom Vertrag der Ladekarte. Die Bezahlung erfolgt über eine RFID-Ladekarte von NewMotion oder über eine von mehr als 80 anderen Ladekartenanbietern. NewMotion ist Europas größter Ladeverbund mit etwa 155 000 Ladepunkten. Auch die Freischaltung über eine App, zum Beispiel „Shell Recharge“, oder das Ad-hoc-Laden durch Einscannen des an der Ladesäule befindlichen QR-Codes ist möglich. Die Ladestation auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Torgau im Fischerdörfchen steht vordergründig den Betriebsfahrzeugen zur Verfügung. Geschäftspartner und Kunden können ihr E-Fahrzeug aber während der Dauer ihres Besuchs bei den Stadtwerken kostenlos aufladen.

Ein Blick in die Statistik

„An allen Ladepunkten der Stadtwerke wurden im letzten Jahr etwas über 3000 kWh Strom getankt“, sagt Kay Richard, Ansprechpartner für Neue Energien und Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Torgau. „Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts“, ordnet Kay Richard die Zahl ein. Dabei lag die Ladesäule auf dem Hof der Stadtwerke mit 115 Ladungen ganz vorn, gefolgt von den Stationen am Rosa-Luxemburg-Platz (49 Ladungen) und am Marktplatz (35 Ladungen). Auch wenn E-Autos immer beliebter werden, ist die Entwicklung noch recht überschaubar, gerade in ländlichen Regionen wie Torgau bzw. Nordsachsen. Laut dem sächsischen Statistischen Landesamt waren am 1. Januar 2020 in Nordsachsen 115 487 Pkw zugelassen, davon 101 E-Autos und 809 Hybrid- Autos. Das entspricht 0,8 Prozent der zugelassenen Pkw in Nordsachsen. In Leipzig lag der Anteil mit 1,8 Prozent etwas höher (Dresden 1,9 Prozent, Chemnitz 1,3 Prozent). Deutschlandweit ist die Anzahl der zugelassenen Elektroautos von 2020 auf 2021 jedoch um mehr als 126 Prozent gestiegen.

Die ganz private Säule

Immer wichtiger wird deshalb die Entwicklung der privaten Ladeinfrastruktur, denn ein Großteil der Ladevorgänge findet mittlerweile zu Hause oder gewerblich bzw. am Arbeitsplatz statt. Die Stadtwerke Torgau haben deshalb mittlerweile E-Ladeboxen für die eigene Garage im Angebot (sogenannte „Wallboxen“), geben Interessenten gerne Auskunft und unterstützen sie mit Informationen zu Antrag, Förderung und Installation. Denn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Kauf und die Installation von privaten Ladestationen. Die Höhe der Förderung beträgt 900 Euro pro Ladepunkt. Wer sich jetzt für den Kauf eines Elektro-Fahrzeugs entscheidet, erhält außerdem die sogenannte Umwelt- bzw. Innovationsprämie von bis zu 9000 Euro für einen Neuwagen.

Führen durch Vorbild

Die Stadtwerke Torgau selbst wollen darüber hinaus mit gutem Beispiel voran gehen und haben deshalb mit dem Aufbau einer eigenen elektrisch betriebenen Fahrzeugflotte begonnen. Aktuell hat das Unternehmen drei Pkw mit Elektroantrieb im eigenen Fuhrpark. „Perspektivisch wollen wir den Anteil von E-Fahrzeugen in unserer Betriebsflotte weiter ausbauen. Deshalb testen wir gerade auch E-Transporter für den Einsatz unserer Monteure und für die City-Dienste“, gibt Kay Richard einen Ausblick.


Dazu der kommentar von TZ-Volontär Thomas Keil:

Es ist ein Anfang für Pendler

Fix noch den Tank auffüllen, dann ab auf die Reise. Mit unseren konventionellen Kraftstoffen dauert das „Nachladen“ bis 100 Prozent Reichweite keine 15 Minuten – vom Anhalten bis zum Wiederlosfahren. Als Nutzer eines Elektrofahrzeugs ist diese bisherige Spontanität nicht mehr möglich. Die langen Ladezeiten, um auf 100 Prozent Reichweite zu kommen, bedingen eine sorgfältige Planung der Fahrt und den rechtzeitigen Beginn des „Nachtankens“ – möglichst bereits am Vorabend. Und hier liegt meines Erachtens der Hase im Pfeffer: Durch die langen Ladezeiten ist das allseits propagierte batterieelektrische Fahren nur für ziemlich genau abgesteckte Strecken nutzbar, wie zum Beispiel die Post auf ihren Auslieferungsfahrten oder der Berufspendler auf dem täglichen Arbeitsweg. Wohl dem, der täglich auf eine Lademöglichkeit jenseits der Schuko-Steckdose zurückgreifen kann. Die sechs Ladepunkte der Stadtwerke sind dabei sicherlich hilfreich – aber trotzdem nur ein Anfang, der auch gerne ein wenig mehr Ladeleistung bieten könnte.

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