Montag, 26. Juli 2021
Dienstag, 11. Mai 2021

1014 Mal krachte es im vergangenen Jahr in der Region

Der Kreuzungsbereich Warschauer Straße/Naundorfer Straße zählt in Torgau zu den unfallträchtigsten Ecken.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Das Polizeirevier Torgau legte dieser Tage die Unfallstatistik für 2020 vor.

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Unrühmliche Ehre für den Kreuzungsbereich Warschauer Straße/Naundorfer Straße: Dieser hat es nämlich in die Spitzengruppe der im vergangenen Jahr unfallträchtigsten Verkehrsknotenpunkte im Altkreis Torgau geschafft. Dagegen dürfte ein anderer spätestens im kommenden Jahr aus der 5-Jahres-Statistik gestrichen werden: Nachdem es 2015 an der Einmündung B182/Nordstraße verstärkt zu Unfällen mit Personenschäden gekommen war, sorgten bauliche Veränderungen für eine spürbare Verbesserung. So gab es beispielsweise 2019 keinen einzigen Unfall mehr, im vergangenen Jahr lediglich zwei. „Der Bau der Ampel hat sich bezahlt gemacht“, betont Torsten Walter, der im Polizeirevier Sachbearbeiter für den Bereich Verkehr ist. 

 

Erhöhtes Unfallrisiko

 

Neben Warschauer Straße/Naundorfer Straße besitzt die Große Kreisstadt Torgau mit der Einmündung Karl-Marx-Platz/Südring eine weitere Stelle, die es in sich hat: Nach wie vor zählt diese zu jenen Ecken mit einem erhöhten Unfallrisiko. Trotz Stoppschilds für die auf den Südring aufbiegenden Autofahrer komme es hier immer wieder zu brenzligen Situationen, insbesondere für querende Radfahrer. Allein im Zeitraum von 2018 bis 2020 wurden hier gleich acht Verkehrsunfälle mit Personenschäden registriert. Aktuell arbeite das Landesamt für Straßenbau und Verkehr an einer Machbarkeitsstudie, die die gesamte Verkehrsführung rund um den Karl-Marx-Platz entschärfen könnte, sagt Walter.

 

B182 und S25

 

Außerhalb von Torgau weist die Statistik die zwischen Dautzschen und Rosenfeld führende Staatsstraße 25 am Abzweig Truppenübungsplatz (der Kurvenbereich des nur knapp einen Kilometer entfernten Bockdamms verzeichnet aktuell keine Auffälligkeiten) und die Bundesstraße 182 aus Richtung Torgau kommend vor dem Abzweig Am Österreicher als unfallträchtig aus. Der lange Zeit als kreuzgefährlich geltende Knotenpunkt B87/Abzweig Beilrode hat indes durch die Verkürzung des Abbiegestreifens seinen Schrecken für auf die Bundesstraße auffahrende Linksabbieger verloren.

Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeirevier Torgau 1014 Unfälle – im Vergleich zum Jahr  2015 (1266) ein deutlicher Rückgang, im Vergleich zu 2019 (1119) noch immer spürbar. Nachdem 2018 sowie 2019 die Zahl der Verkehrstoten bei 2 lag, stieg sie im vergangenen Jahr auf 4*. 36 Mal rückten Beamte des Reviers zu Unfällen mit (39) Schwerverletzten aus, 90 Mal zu Unfällen mit (114) Leichtverletzten. 26 Mal war schwerer Sachschaden der Grund, 850 Mal gab es leichtere Sachschäden. Acht Mal waren Drogen beziehungsweise Alkohol Grund für einen Unfall.

Die fünf häufigsten Unfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden sind nach Angabe von Torgaus Revierleiter Peter Labitzke das Nichtbeachten der Vorfahrt (28), zu hohe Geschwindigkeit (19; war bislang stets auf dem Spitzenplatz), Fehler der Fahrzeugführer bei der Straßenbenutzung (15), Abbiegefehler (13) sowie ungenügender Sicherheitsabstand (11).

 

Schwerer Stand

 

Drei Gruppen, die im Straßenverkehr einen schweren Stand haben, sind Kinder, Radfahrer und Fußgänger. Allein 11 Unfälle gab es im vergangenen Jahr, an denen Jungen und Mädchen beteiligt waren. Dabei wurde ein  Kind schwer verletzt. Acht Kinder erlitten leichte Blessuren. 7 Mal waren es Kinder, die die Statistik als Verursacher eines Unfalls ausweist.

Sind die absoluten Unfallzahlen im Revierbereich am Sinken, steigt derweil die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind. Standen 2019 noch 52 Unfälle auf dem Papier, waren es 2020 bereits 61. Davon entfallen allein 54 auf das Torgauer Stadtgebiet. Insgesamt wurden 51 Radfahrer verletzt, zwei davon tödlich. 28 Mal galten Radfahrer als Unfallverursacher.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern  lag bei 10. Vier Fußgänger wurden dabei schwer verletzt, 7 leicht.

 

INFO:

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Sachsen sank im Jahr 2020 gegenüber 2019 von 107501 um 13,1 Prozent auf 93442. Die Anzahl der Unfälle, bei denen ein Mensch oder mehrere Menschen ihr Leben verlor(en), ging von 158 auf 141 zurück – ein Rückgang von 10,8 Prozent. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen schwer verletzt wurden, sank ebenfalls – um zehn Prozent von 3431 auf 3121. Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten waren in dem Zeitraum um 10,4 Prozent von 9775 im Jahr 2019 auf 8756 im Jahr 2020 rückläufig.

Quelle: Landespolizeipräsidium

 

* Unfälle mit Todesfolge ereigneten sich 2020 auf:

- der B87 in der Ortslage Torgau, als ein Radfahrer in Höhe WBG mit einem Sattelzug kollidierte (13. März)

- der B182 bei Loßwig, als ein wendender Pkw mit einem anderen Pkw zusammenstieß (20. Mai)

-  der S24 zwischen Beckwitz und Sitzenroda, als eine Radfahrerin von einem Kleintransporter erfasst worden war (15. Oktober)

- der S25 zwischen Dautzschen und Rosenfeld in Höhe Abzweig Truppenübungsplatz, als ein Lkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor (4. November)

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