Mittwoch, 23. Juni 2021
Freitag, 14. Mai 2021

Ominöse Lichterscheinung sorgt für Einsätze der Feuerwehr

Spaziergänger hatten am 9. Mai diese Fotos geschossen und gleich die Feuerwehr alarmiert. Foto: Privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Schon zwei Mal gab es einen Fehlalarm in der Falkenstruth. Allerdings wurden keine Waldbrände festgestellt. Stattdessen sprach Wehrleiter Remo Springer über ein kurioses Phänomen. 

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Hinter den Einsatzkräften der Beilroder Feuerwehr liegt schon wieder ein bewegtes Frühjahr. Am Montag in der Vorwoche mussten sie gemeinsam mit anderen Wehren der Region zu einem Waldbrand in der Nähe des Truppenübungsplatzes bei Rosenfeld ausrücken. Die Bekämpfung gestaltete sich bei starkem Wind zwar schwierig. Doch es konnte Schlimmeres verhindert werden. Nach ein paar Stunden waren die Löscharbeiten beendet. 

 

Ein Phänomen 

Weitaus mehr beschäftigt die Beilroder Kameraden aber derzeit noch ein ganz anderes Phänomen. Schon zwei mal mussten sie an den Wochenenden in die Falkenstruth ausrücken, wo im vergangenen Jahr im August der Großbrand wütete. In beiden Fällen handelte es sich um Fehlalarm. Aufmerksame Bürger hatten jeweils eine Rauchentwicklung gemeldet und offenbar sogar Feuerschein gesehen. 

Mit der bitteren Erfahrung vom letzten Sommer suchten die Feuerwehrleute die beschriebenen Waldstücke sehr gründlich und mehrfach ab, konnten aber nichts finden. Zum Glück. 

Als dann Gemeindewehrleiter Remo Springer später die Fotos von den Spaziergängern sah, die die Alarmierung ausgelöst hatten, war er selber baff. Tatsächlich:  Man erkennt auf den mit der Spiegelreflexkamera aufgenommenen Bildern orangene Farbtöne wie Flammen, Hitzeflimmern und aufsteigenden Rauch. Eine optische Täuschung. 

 

Verschiedene Theorien 

„Wir haben uns die Köpfe zerbrochen, wie solche Erscheinungen zustande kommen und dabei verschiedene Theorien entwickelt. Meine persönliche Vermutung ist, dass das orangene Farbspiel mit den Signalanlagen der Deutschen Bahn in Zusammenhang steht, wenn das Licht durch den aufsteigenden Dunst gebrochen wird“, sagt Remo Springer und betont, dass es nur seine eigenen Gedanken sind. Es sei in den Morgenstunden immer noch sehr frisch gewesen. Tau bedeckte die Pflanzen. Der Alarm kam in beiden Fällen um die Mittagszeit, wenn der Dunst nach oben stieg. 

„Der Großbrand vom letzten Sommer hat viel verändert. An der Bahnstrecke in der Falkenstruth sind zahlreiche Baumreihen verschwunden, es herrscht teilweise freie Sicht über mehrere hundert Meter. Dadurch kann auch das Licht weiter reflektiert werden. 

Zudem sind die Bürger sensibler geworden. Die Stellwerks-Mitarbeiter der Bahn beispielsweise sind mit Ferngläsern ausgerüstet.“ Der Gemeindewehrleiter lobt diese verstärkte Aufmerksamkeit. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis, um Waldbrände gleich in ihrer Entstehungsphase bekämpfen zu können und nehmen dafür auch schon mal die eine oder andere Fehlalarmierung in Kauf“, so Remo Springer. 

Zu gut seien die Eindrücke vom August 2020 noch lebendig, als fast alle Wehren des Landkreises Nordsachsen mithelfen mussten, um den Großbrand in der Falkenstruth zu löschen. Bis jetzt liegt noch keine endgültige Bilanz über die Einsatzkosten in der Gemeinde vor, weil in den vergangenen Wochen immer noch Rechnungen eingingen.

 Ein sogenannter Heißläufer der Bahn, also eine blockierte Bremse an einem Rad, hatte die Flammen an zahlreichen Stellen rechts und links der Gleise entfacht. So etwas kann immer wieder auftreten. 

 

Erinnerungen 

Der erste Fehlalarm fiel auf den 24. April und löste Erinnerungen aus. „Genau an diesem Tag vor einem Jahr hatten wir ebenfalls schon mal in der Falkenstruth gestanden und Feuer gelöscht“, so Remo Springer. Was da noch als Kleinbrand durchging, wurde später im August zum Inferno. Die Nachwirkungen seien  bis heute spürbar.

 „Wir sind dabei, bessere Führungsstrategien zu entwickeln, um die Einsatzleitung in einem solchen Fall besser aufbauen zu können. Zum Beispiel haben wir im neuen Gerätehaus eine Art Leitstelle aufgebaut“, beschreibt der Gemeindewehrleiter. Sein Ziel seien führungs- und organisationstechnische Verbesserungen. 

Unter anderem war auch der Landesbranddirektor zu Gesprächen in Beilrode.

 Weiterhin soll auch bei der Technik noch aufgerüstet werden. Ein Waldbrandtanker für die Region, so die Überlegung, könnte in Ostelbien stationiert werden. Auch Schulungen mit dem Forst seien in Planung, um noch mehr über die Vegetation in Kenntnis zu bringen und die Löschtaktik danach auszurichten. „Uns haben die Wurzelbrände damals sehr beschäftigt. Das Feuer hatte sich tief in den Boden gefressen“, nannte Remo Springer eine Herausforderung, die die Kräfte im August tagelang auf Trab hielt. 

 

Zu Schulungszwecken 

Die Lichterscheinung, die jetzt für Fehlalarme sorgte, soll die Bevölkerung aber keineswegs abhalten, weiterhin wachsam zu bleiben und Feuer zu melden. Die spektakulären Aufnahmen hat sich Remo Springer zu Schulungszwecken gesichert. Den Spaziergängern sei er für die Bereitstellung dankbar.


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