Montag, 26. Juli 2021
Donnerstag, 20. Mai 2021

René Jessulat hält Torgau die Treue

Bekannt, beliebt und geschätzt als (ehemaliger) Torsteher – René Jessulat.

Von Norbert Töpfer

Er war als Torwart sehr begehrt  René Jessulat. Etlichen Fußballmannschaften hatte er den Kasten sauber gehalten. Jetzt ist er für seinen Heimatverein tätig.

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Fußball. René Jessulat, sicher einer der besten Torhüter, die Torgau je hatte, ist wieder zurück beim SC Hartenfels Torgau 04. Der 46-jährige Diplom-Psychologe wohnt zwar weiter in Dresden, kommt aber ein bis zweimal im Monat in die Kleinstadt, um die Torhüter der ersten Mannschaft zu trainieren. Das ist nicht selbstverständlich bei einer Anreise von mindestens 90 Kilometern.

Aber Nico Bachmann, Trainer der Hartenfels-Mannschaft, ist froh, den ehemaligen Teamkollegen an seiner Seite zu haben. „Dass René bei uns am Torwarttraining beteiligt ist, ist nicht mein Verdienst. Co-Trainer Sebastian Ebeling hat ihn überzeugt, uns zu unterstützen. Das hilft schon sehr, dass so ein ehemaliger Klasse-Torwart unsere noch jungen Keeper mit trainiert“, ist sich Bachmann sicher. Immerhin ist die derzeitige Nummer eins Florian Krost auch erst 25 Jahre alt. Tristan Reise ist 19 Jahre und Norick König ist 19 Jahre alt. Wichtig für René Jessulat: „Ich profitiere auch vom Training mit den Jungs, denn ich absolviere bei diesen Trainingseinheiten die gleichen Übungen wie die Jungs.“

Immerhin ist Jessulat ein Keeper, der einige Jahre höherklassig unterwegs war. Er schaffte in der Saison 95/96 den Aufstieg mit Torgau, damals unter dem Namen TSV Blau-Weiß, in die Bezirksliga. „Das waren schöne Jahre, erst unter Trainer Jörg Trapp und anschließend mit DDR-Nationalspieler Ronald Kreer. Es war ja nicht nur der Aufstieg. Wir haben danach sogar einige Jahre oben mitgemischt in der Bezirksliga. Und das mit einer jungen Mannschaft. Natürlich waren die erfahrenen Marco Gräfe und Dirk Havel, die vorher höherklassig spielten, wichtige Verstärkungen für uns. Unglaublich war damals auch unsere Zuschauerresonanz. 300 bis 400 Besucher unterstützten uns regelmäßig. Und zu Spitzenspielen wie gegen den SV Mörtitz und Chemie Eilenburg waren es auch mal 800 Leute, was uns als junge Spiele extrem motiviert hat.“

Trotzdem sind die Antworten Jessulats auf die Frage nach den größten Erfolgen zum Teil überraschend. Denn der 1,93-m-Mann nennt dabei an erster Stelle die Bezirksmeisterschaft mit der A-Jugend des TSV Blau-Weiß Torgau mit Trainer Jörg Trapp. „Das war ein klasse Trainer. Und er hat uns meist väterlich behandelt, auch wenn es mal nicht so lief. Mit den meisten der Jungs, wie zum Beispiel Nico Bachmann habe ich dann im zweiten Jahr bei den Männern den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.“ Zudem erinnert sich Jessulat an die klasse Zeiten mit den D-Junioren. „Wir haben damals als Blau-Weiß Torgau oben mitgemischt in der Bezirksliga unter Trainer Edgar Moosdorf. Ein Höhepunkt dabei war unser 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Lok Leipzig.“

Renés Vater Bernd indes war in den 1970er Jahren ein Leistungsträger von Chemie Torgau. Bruder Timo spielte eine Saison für Blau-Weiß Torgau in der Bezirksliga, als René das Tor hütete.

Zurück zum Keeper Jessulat, der zunächst eine Lehre zum Bankkaufmann erfolgreich abschloss, Ein weiterer Höhepunkt für ihn war die Saison mit dem FC Eilenburg in der Oberliga. Die verlief für den Torgauer mit Licht und Schatten. „Zunächst hatte mich eine Verletzung ausgebremst. Aber dann schaffte ich noch den Sprung in die Stammelf. Auch diese Saison war für mich ein Höhepunkt. Wir schafften immerhin den Klassenerhalt. Dabei stand ich die letzten acht Spiele im Tor. Einmal war ich sogar im Kicker fettgedruckt. Das heißt, ich gehörte zu den besten Eilenburger Spielern in diesem Match.“ Im letzten Saisonspiel gewannen die Eilenburger mit 1:0 gegen Halberstadt. Daran hatte Jessulat beachtlichen Anteil und die Punkte reichten zum Klassenerhalt in der Oberliga.

Nach Abschluss seines Studiums wechselte er zu Empor Mühlberg in die Landesklasse. Danach zog es den Keeper nach Riesa. „Dort habe ich mir zunächst einen Daumen gebrochen.“ Einige Wochen später im Training erwischte es Jessulat erneut mit einem Innenbandriss im rechten Knie. „Dadurch habe ich in Riesa keinen Fuß auf die Erde bekommen.“ Anschließend wechselte er nach Lomatzsch. „Ich habe mit dem Lomatzscher SV Bezirksliga gespielt. Das war eine gute Zeit, weil es auch in der Mannschaft passte.“

Nachdem Jessulat jahrelang in der Torgauer Sparkassen-Filiale tätig war, zog er 1999 nach Dresden, um ein Psychologie-Studium zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss entschloss sich Jessulat, in der Landeshauptstadt zu bleiben. Dort ist er seitdem als selbständiger Psychologe tätig. Jessulat ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter.

Die relativ vielen Vereinswechsel hat der Ex-Torgauer nicht bereut. „Das war eine Bereicherung für mein Leben.“ Apropos Bereicherung: Jessulat spielte auch in Belgern. Sein ehemaliger Nachwuchsübungsleiter Edgar Moosdorf war dort 1997 mit dem SV Roland in die Bezirksklasse aufgestiegen. Die Euphorie in der Kleinstadt war groß. Erst recht, weil zwei Bezirksliga-Spieler ausgerechnet aus Torgau wie Jessulat und sein Kumpel Sebastian Ebeling beim Neuling anheuerten. „Das vergesse ich nie. Die Begeisterung der Fans war unglaublich. Ich glaube, wir hatten damals mit 400 Besuchern im Durchschnitt die meisten Zuschauer in der Bezirksklasse. Bei unserem 3:1-Sieg gegen Torgau kamen 1000 Zuschauer. Schade, dass wir in der zweiten Saison wieder abgestiegen sind“, sagt der Keeper.

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