Dienstag, 27. Juli 2021
Dienstag, 25. Mai 2021

500 Tonnen Sand und jede Menge Arbeit für Sommerfreuden in Torgau

Pressemitteilung/Bärbel Schumann

Torgau. Das Strandbad wird zum Stadtstrand. Zumindet für die Dauer von drei Monaten. 

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Torgau. Das Strandbad  in Torgau sorgte in den zurückliegenden Wochen immer wieder für Gesprächsstoff. Um Vandalismus vorzubeugen, wurde eine Videoanlage installiert und auch ein Sicherheitsunternehmen mit regelmäßigen Besuchen beauftragt. Die Suche nach einem neuen Pächter blieb jedoch ohne Erfolg.  

Eine Aufwertung der Anlage ist das Ziel, zumal das Areal sich nicht nur bei Campern großer Beliebtheit erfreut, wie sich Pfingsten zeigte. Nun soll zumindest auf einem 39 mal 25 Meter großen  Bereich alles anders werden. Das Konzept steht, der Zeitplan auch und Partner sind ebenfalls gefunden, um einen Teil des Strandbades in einen Stadtstrand zu verwandeln.
 

Nichtöffentlich und  doch öffentlich
 

Für drei Monate soll im Torgauer Strandbad in diesem Jahr ein Stadtstrand entstehen. Das gemeinschaftliche Projekt von Stadt und Kulturverein „Torgau Kultur e. V.“ stellte Geschäftsführerin Victoria Troka im nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Stadtrates am 19. Mai vor. Demnach ist geplant, so informiert Stadtpressesprecherin Eileen Jack in einer Pressemitteilung, im Strandbad einen Stadtstrand einzurichten und diesen vom 1. Juli bis 30. September jeweils Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 22 Uhr zu betreiben. 

Chance für Strandbad-Areal

„Unsere Zielgruppen für den Stadtstrand in dieser Form sind naturbegeisterte Menschen sowie Campingurlauber, die sicher in großen Scharen in diesem Jahr den Platz in Torgau nutzen werden; Kinder, Jugendliche und natürlich Familien, denen wir hier eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten, Ausflügler, Radfahrer und Spaziergänger aber natürlich auch Sportler. Für alle wollen wir im Rahmen des Stadtstrandes etwas anbieten“, freut sich Victoria Troka auf die Umsetzung des Projektes.

Die Vorfreude kann Oberbürgermeisterin Romina Barth sehr gut nachvollziehen. Sie selbst sieht im Strandbad den optimalen Ort für ein solches Projekt. „Wir wollen dem Areal nach Aufgabe des Gastronomiepächters wieder neues Leben einhauchen. Und der Stadtstrand ist ein guter Anfang“, sagt die Stadtchefin.  

Statt Fußball nun 
Sommerfeeling

Die Idee, Strandfeeling in Torgau zu bieten, hatte Viktoria Troka schon länger. Eigentlich fing alles an, als ein örtliches Autohaus für ein Tagessportturnier tonnenweise feinen Sand auf den Markt kippen lies. „Was für ein Aufwand für nur einen Tag, dachte ich und hatte zugleich die Idee zu prüfen, ob man das Gleiche nicht wiederholen könnte, allerdings über einen längeren Zeitraum, um Veranstaltungen durchzuführen“, so die Geschäftsführerin. Ein Jahr später, 2020, stand das Konzept für ein 12-Tage-Event auf dem Torgauer Marktplatz während der Fußballeuropameisterschaft. 

Ein Vorhaben, das Corona jedoch zunichte machte, aber auf der anderen Seite auch Ideen förderte, mit denen sich der Verein im gleichen Jahr an einem vom  Landestourismusverband Sachsen ausgelobten Wettbewerb beteiligte. 
Das Ergebnis: Ein Sieg und Preisgelder in Höhe von 20 000 Euro, die in die Elbestadt gingen. Preisgelder für Konzerte und andere Aktivitäten. Doch dann wieder verschärfte Pandemieschutzmaßnahmen. Keine Veranstaltungen, keine Open-Air-Konzerte.

Das Preisgeld zurückgeben kam für den Verein nicht in Frage, Ideen wurden gesucht und schließlich machbar im Strandbad gefunden. Das war vor rund drei Wochen. Eine knappe Zeit, wenn man bedenkt, dass das Gebiet von Strandbad und Campingplatz im Bereich des Naturschutzgebietes Großer Teich liegt – man aber auch auf Anwohner und Kleingärtner in der Nähe Rücksicht nehmen musste, ja wollte. 
 

Partner gesucht  und gefunden
 

Im Großen und Ganzen sind nun die Vorbereitungen für das Projekt abgeschlossen. Zahlreiche Gespräche wurden in den vergangenen Wochen geführt – sowohl was die technische und bauliche Umsetzung des Projektes angeht, als auch die naturschutzrechtlichen Belange, die es zu beachten gilt. Diesbezüglich stehen die Organisatoren in engem Austausch mit der Unteren Naturschutzbehörde, sprechen von einer guten Zusammenarbeit und hoffen in Kürze auf die Genehmigung des Projektes auch aus dieser Richtung.
 

Gewichtig: Partner  vor Ort
 

Gut 500 Tonnen Sand werden aufgeschüttet. Sie kommen aus der Kiesgrube in Sprotta. Zudem entstehen Wege aus Holz. Für die Umsetzung haben sich der Verein Torgau Kultur e. V. und die Stadt einheimische Unternehmen ins Boot geholt, die von der Idee begeistert sind. Aus einem umgebauten und modern gestalteten Hochseecontainer heraus soll die gastronomische Versorgung erfolgen.

Dieser wird zudem über eine Dachterrasse verfügen, die einen tollen Blick über den Großen Teich ermöglicht. Mit dem Unternehmen „78 Grad“ hat sich der Kulturverein einen zuverlässigen und kreativen Caterer für die Gastronomie ins Boot geholt. 
Der Verein selbst kümmert sich um die kulturelle Bespielung innerhalb der drei Monate.

„Es wird einige kleine Umsonst- und Draußen-Konzerte geben, alles unplugged, sprich ohne technische Verstärkung, um auch dem Ruhebedürfnis der Anwohner gerecht zu werden“, versichert Victoria Troka. Zudem sind thematische Nachmittage und Abende geplant. „Klein und fein, höchstens mit 50, 60, 70 Besuchern und ohne großen Technikeinsatz und Beschallung“, erklärt die Geschäftsführerin. 
 

Großteil der Stadträte  zeigt sich begeistert
 

 „Lasst es uns einfach tun“, rief CDU-Stadtrat Konrad Theobald in der Ratssitzung auf und sprach damit dem Gros seiner Ratskollegen aus dem Herzen, die sich allesamt auf die Umsetzung dieser Idee freuen.

Im Vorfeld soll der instabile Zaun um das Strandbad durch einen neuen ersetzt werden. Zudem ist künftig eine noch stärkere und engmaschigere Bestreifung des Geländes während der Schließzeiten durch den engagierten Sicherheitsdienst angedacht. Die Videoüberwachung bleibt bestehen.

„Wir erhoffen uns zum einen, dass das Strandbad rege genutzt wird, zum anderen wünschen wir uns, dass durch dieses Projekt und die im diesem Zusammenhang geplanten Maßnahmen noch ein wenig mehr Ruhe einkehrt. Und vielleicht ist dieses temporäre Projekt auch der Anfang für etwas Tolles und Langlebiges“, erklärt Oberbürgermeisterin Romina Barth hoffnungsvoll. 
Und wenn man die Kommentare in den sozialen Medien verfolgt und so bemerkt, welchen Zuspruch das Vorhaben schon jetzt besitzt, dann kann man ihm nur maximalen Erfolg wünschen.

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